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Leserreise: Von Nice bis Triest
Lifestyle 6 Min. 27.11.2019

Leserreise: Von Nice bis Triest

Noch ist es an der Uferpromenade in Durres (Albanien) ruhig. Das soll sich mit dem Ausbau der touristischen Infrastruktur demnächst ändern.

Leserreise: Von Nice bis Triest

Noch ist es an der Uferpromenade in Durres (Albanien) ruhig. Das soll sich mit dem Ausbau der touristischen Infrastruktur demnächst ändern.
Foto: Marc Willière
Lifestyle 6 Min. 27.11.2019

Leserreise: Von Nice bis Triest

Marc WILLIÈRE
Marc WILLIÈRE
Immer der Sonne entgegen: 81 Leser von „Luxemburger Wort“ und „Télécran“ entdecken das Mittelmeer und das Schwarze Meer. Petrus hat mit den Urlaubern aber nicht immer ein Einsehen.

„Schöne Aussichten“ sind bei einer Kreuzfahrt an der Tagesordnung. So auch jüngst an Bord der MS Amera. Die Reederei Phoenix aus Bonn hat nicht nur dem Sonnendeck ihres neuesten Schiffes diesen verheißungsvollen Namen gegeben. Dort bot sich in der Tat mehr als das vielbeschworene Panorama. Das Ambiente lud zu noch sehenswerteren Ausflugszielen in neun Länder am Mittelmeer und Schwarzen Meer ein.

Der Name Amera stammt aus dem afrikanischen Sprachraum und bedeutet Prinzessin. Für ihre zweite längere Kreuzfahrt nach sechswöchiger Werftzeit – in Hamburg hat die ehemalige MS Prinsendam neuen Schmuck angelegt – nimmt die MS Amera erstmals auch eine Reisegruppe aus Luxemburg an Bord: 81 Leser von „Luxemburger Wort“ und „Télécran“ entdecken gemeinsam mit dem Kreuzfahrtspezialisten „Cruisopolis“ nicht nur ein „neues“ Schiff, sondern nehmen mit dem Abstecher ins Schwarze Meer auch bislang eher selten angesteuerte Reiseziele in Angriff.

Leinen los macht die MS Amera in Nice. An der Côte d’Azur verkürzen sich die mit dem Bus angereisten Kreuzfahrer aus Luxemburg die Wartezeit bis zur Einschiffung mit ersten schönen Ausblicken von der Colline du Château. Dieses Glück bleibt dem anderen Teil der Reisegruppe verwehrt – ihr Weg führt direkt vom Flughafen aufs Schiff für eine 3676 Seemeilen (6808 Kilometer) lange Reise.

Zu Gast in zwölf Häfen ...

Ein erster Seetag lässt den Kreuzfahrern Zeit zum Eingewöhnen. Kaum haben sie Bekanntschaft mit dem abwechslungsreichen Bordprogramm sowie den kulinarischen Angeboten auf der MS Amera gemacht, begrüßt sie bereits die sizilianische Küstenstadt Syrakus. In der Geburtsstadt von Archimedes und der Heimatstadt von Platon ist das Altertum noch lebendig: Apollo-Tempel, Amphitheater und das „Ohr des Dionysios“ geben einen ersten Vorgeschmack auf das noch bedeutendere nächste Etappenziel Athen. Zuvor ist aber ein weiterer Seetag mit Sonnentanken auf Deck angesagt, während rundum die Wasser des Mittelmeers unendlich scheinen.

Die Akropolis mit dem einmalig schönen marmornen Parthenon ist ein Muss in der griechischen Hauptstadt Athen.
Die Akropolis mit dem einmalig schönen marmornen Parthenon ist ein Muss in der griechischen Hauptstadt Athen.
Foto: Marc Willière

Im Hafen von Piräus sind Schiff und Passagiere gut bewacht: Ein U-Boot und zwei Fregatten der griechischen Marine „sichern“ die Neuankömmlinge. Auf der Akropolis von Athen kommt der Besucher nicht mehr aus dem Staunen heraus. Mit tausenden anderen Besuchern kann er sich nicht satt sehen an den architektonischen Glanzleistungen der griechischen Antike und wundert sich gleichzeitig darüber, dass auch nach Jahrzehnten die Konservierungsarbeiten immer noch nicht abgeschlossen sind. In der Altstadt Plaka warten die griechischen Klassiker Ouzo und Moussaka.

Anstatt am Tag machen die Kreuzfahrer erst in den Abendstunden erste Bekanntschaft mit Istanbul. Ein auf Grund gelaufener Frachter hat die Einfahrt in die Dardanellen-Meerenge verspätet. Auch vom Bosporus ist in der Dunkelheit nicht viel auszumachen. Der Rückweg wird’s wohl richten.

... und im Schwarzen Meer

Der bulgarische Sonnenstrand am Schwarzen Meer wird seinem Namen gerecht. Aber der unter Denkmalschutz stehende Badeort Nessebar befindet sich bereits im Winterschlaf. Nur einige Souvenirhändler harren noch der wenigen Touristen, die sich bei ihrem Bummel durch die kopfsteingepflasterte Altstadt an vielen Kirchen erfreuen.


Leserreise - Kreuzfarht von Genua nach Dakar - März April 1979 - Copyright : Raymond Schmit/1979
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Dafür liegt das rumänische Konstanza den ganzen Tag im Nebel. Einige schön restaurierte Gebäude kontrastieren mit zusehends verfallender wertvoller Bausubstanz. Den römischen Dichter Ovid auf seinem Sockel vor dem alten Rathaus berührt es nicht. Ein Muss soll der Besuch des römischen Mosaiks sein. Das Museum hat aber leider geschlossen. Ihr Glück finden auch die Ausflügler im Donaudelta nicht: Im Herbst hat das Naturschutzgebiet nicht viel zu bieten.

Im ukrainischen Odessa ist die Welt wieder in Ordnung – der Sonne sei Dank. Praktisch am Fuß der berühmten Potemkin-Treppe mit ihren 192 Stufen legt die MS Amera an. Katarina die Große, Richelieu sowie Puschkin grüßen die Gäste auf ihrem Weg durch die Alleen und Parks der lebendigen Stadt. Ein Halt an architektonischen Juwelen wie dem prachtvollen Opernhaus sowie den nicht minder beeindruckenden Hotelbauten „Big Moskau“ und „Londonskaja“ ist Pflicht.

Stadt auf zwei Kontinenten

Unter tiefhängenden grauen Wolken tritt die MS Amera die Rückfahrt an. Sie haben sich sozusagen dem Schwarzen Meer angepasst und verheißen nichts Gutes. Unter strömendem Regen geht es ein zweites Mal durch den Bosporus, zurück nach Istanbul. Zum Glück lichten sich abends die Wolken. Die Bootsfahrt am europäischen sowie am asiatischen Ufer entlang mit seinen hell erleuchteten Prachtbauten schindet mächtig Eindruck.

Geschäftiges Treiben im Ägyptischen Basar am Goldenen Horn in Istanbul.
Geschäftiges Treiben im Ägyptischen Basar am Goldenen Horn in Istanbul.
Foto: Marc Willière

Dass die Stadt auf zwei Kontinenten von Leben überschäumt, macht sich tags darauf nicht nur am morgendlichen Berufsverkehr bemerkbar. Das Gedränge im Großen und im Ägyptischen Basar sowie die langen Besucherschlagen vor dem Galataturm und besonders vor der Hagia Sophia legen ein beredtes Zeugnis ab. Das Warten aber lohnt sich: Der Blick auf die Stadt beziehungsweise in eine der großartigsten Kirchen der Welt bleiben unvergesslich. Auch im türkischen Urlaubsort Cesme ist die Saison vorbei. Stattdessen tummeln sich Radfahrer unterhalb der Zitadelle. Nach den Brunnen, die der Stadt an der Ägäisküste ihren Namen gaben, muss man lange suchen.

Immer wieder beeindruckend ist die griechische Insel Thira (Santorin). Allein schon die Einfahrt in die vom Meer geflutete Caldera, die nach dem gigantischen Vulkanausbruch von vor 3 500 Jahren zurückblieb, wertet eine Mittelmeer-Kreuzfahrt ungemein auf. Die weißen Häuser, die an den schroffen Kraterwänden kleben und an Zuckerguss auf einem Kuchen erinnern, gehören nicht von ungefähr zu den wohl beliebtesten Fotomotiven überhaupt. Betörend sind gleichfalls die Aussichten vom Hauptort Fira als auch vom etwas ruhigeren Ort Oia aus auf die tiefblaue See. Nicht nur den Hochzeitspaaren aus Fernost, die hier den schönsten Tag ihres Lebens verbringen, fällt der Abschied schwer.

Auf der griechischen Kykladeninsel Thira sonnen sich die weißen Häuser mit ihren blauen Kuppeln am dunklen Kraterrand.
Auf der griechischen Kykladeninsel Thira sonnen sich die weißen Häuser mit ihren blauen Kuppeln am dunklen Kraterrand.
Foto: Marc Willière

41 Stunden dauert es, bis die Kreuzfahrer im albanischen Durres wieder festen Boden unter die Füße bekommen. Zwischenzeitlich pflügt sich die MS Amera unter Gewitter mit Donner und Blitz hindurch durch das aufgeraute Ionische Meer. Mit seinen 20 000 Sitzplätzen zählt das römische Amphitheater zu den größten auf dem Balkan. Ansonsten hat die aufstrebende Hafenstadt nicht viel zu bieten. Und an der Uferpromenade wird noch gebaut. Vielleicht hätte man doch die Busfahrt in die Hauptstadt Tirana buchen sollen.

Mitten im Palast

Dafür entschädigt Split an der dalmatinischen Küste Kroatiens. Wer in der Altstadt innerhalb der weißen Steinmauern den Palast des römischen Kaisers Diokletian sucht, muss sich belehren lassen, dass er sich bereits mittendrin befindet. Vor dem Eingang der Kathedrale des heiligen Domnius wacht eine schwarze ägyptische Sphinx. Die Souvenirhändler wollen indes nicht so recht zu den imposanten Kellergewölben passen. Auf einer Caféterrasse an der schicken Uferpromenade klingt die Kreuzfahrt langsam aus – jäh unterbrochen von einem nahenden Gewitter.

Für einen Besuch der italienischen Stadt Triest reicht die Zeit nicht. Nicht nur, weil das Ausschiffen ungemein lange dauert. Auch die Busse zum Flughafen nach Venedig beziehungsweise für die 1 100 Kilometer lange Heimfahrt warten schon. Unterwegs schwelgen die Kreuzfahrer aus dem Großherzogtum bereits in Erinnerungen an viele schöne Aussichten. Wohl jeder hat Ziele entdeckt, die er oder sie bei einer eventuellen Rückkehr noch besser kennenlernen möchte.

In unmittelbarer Nähe der Altstadt von Syrakus auf Sizilien geht die MS Amera bei der Leserreise von „Luxemburger Wort“, „Télécran“ und Cruisopolis erstmals vor Anker.
In unmittelbarer Nähe der Altstadt von Syrakus auf Sizilien geht die MS Amera bei der Leserreise von „Luxemburger Wort“, „Télécran“ und Cruisopolis erstmals vor Anker.
Foto: Marc Willière

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