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Leserreise: Mississippi-Feeling auf der Elbe
Lifestyle 4 3 Min. 05.09.2019

Leserreise: Mississippi-Feeling auf der Elbe

Abendlicher Blick auf Dresden.

Leserreise: Mississippi-Feeling auf der Elbe

Abendlicher Blick auf Dresden.
Foto: Shutterstock
Lifestyle 4 3 Min. 05.09.2019

Leserreise: Mississippi-Feeling auf der Elbe

Eine Reise, die so schnell niemand vergisst: unterwegs mit dem „Luxemburger Wort“ und Neptun Cruises in Deutschland und Tschechien.

von Petz Sandt

Einzigartige Erlebnisse und Entdeckungen standen während einer Leserkreuzfahrt im Kernland deutscher Kultur auf dem Ausflugsprogramm: Rundfahrten in Berlin, Potsdam mit einer Vielzahl barocker Bauten und dem schmucken Schloss Sanssouci, die Domstadt Magdeburg mit dem letzten von Friedensreich Hundertwasser komplett geplanten Gebäude, die Lutherstadt Wittenberg oder Meißen, die Wiege des europäischen Porzellans. Dass Dresden in DDR-Zeiten im Volksmund ins „Tal der Ahnungslosen“ verfrachtet wurde – da hier kein Westradio empfangen werden konnte – wussten nur die wenigsten in der Reisegruppe.

Nachdem die Festung Königstein am Rande des Sandsteingebirges mit technischer Hilfe im Fahrstuhl erklommen wurde, stand mit Litomerice südlich des Böhmischen Mittelgebirges die erste Stadt in der Tschechei auf dem Programm. Als besonderes Highlight entpuppte sich die Einfahrt auf dem Schiff nach Prag, mit einem Wendemanöver kurz vor der Karlsbrücke. Mit einem Glas Champagner in der Hand und begleitet von klassischer Musik, standen die Passagiere auf dem Oberdeck und genossen wohl verdient bei 28 Grad dieses einmalige Spektakel.

Die Reise begann für die 62 Leser des „Luxemburger Wort“ Mitte Juni an Bord der „MS Elbe Princesse 1“, die mit 95 Meter Länge und 10,50 Meter Breite im Jahr 2016 in Dienst gestellt wurde. Prag erreichten die Passagiere allerdings auf dem Schwesterschiff „MS Elbe Princesse 2“. Baugleich, aber um zehn Meter länger, lief die „Elbe Princesse 2“ erst 2018 vom Stapel und fährt unter Luxemburger Flagge. Mit einem Tiefgang von nur 80 Zentimeter wurden beide Schiffe speziell für die Elb-Beschiffung zwischen Berlin und Prag geplant und gebaut. Für noch mehr Tiefgang bei sehr niedrigen Brücken dienen zusätzliche Ballasttanks, die mit 350 Kubikmeter Außenwasser geflutet werden.

Neben der geringen Wassertiefe ist der Antrieb eine weitere Besonderheit der beiden Schiffe. Zwei Schaufelräder am Heck, jedes hat einen Durchmesser von 4,60 Meter und ein Gewicht von knapp sieben Tonnen, lenken immer wieder die Blicke auf sich und erinnern an die legendären Mississippi-Raddampfer im fernen Amerika.


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Das Matterhorn im Blick
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Einzigartige Strecke mit Tücken

Bis zur Elbe bei Magdeburg wuerden nicht nur einige der Berliner Seen durchfahren, sondern auch Teile der Havel und des Havel-Elbe-Kanals. Dass ein Binnengewässer durchaus seine Tücken haben kann, erlebten die Reisenden aus dem Großherzogtum dabei schneller als anfangs gedacht. Die Elbe – an mehreren Stellen auf den niedrigsten Wasserstand seit über 80 Jahren – war zur Reisezeit nicht mehr schiffbar. Der fehlende Regen im Frühjahr, der schneearme Winter und der extrem heiße Sommer 2018 forderten ihren Tribut.

Während die „MS Elbe Princesse 1“ von Berlin kommend bei Dessau anlegte, standen für die von Prag kommende „MS Elbe Princesse 2“ bei Litomerice, an der Grenze in der Tschechischen Republik, die Motoren still. „Eine Weiterfahrt wäre mit zu hohen Risiken verbunden“ – trotz der Sonderbauweise der Schiffe“, so beide Kapitäne unisono. Der lange schleusenfreie Abschnitt von 329 Flusskilometern auf deutscher Seite – dem Kernstück dieser Reise mit dem Elbe-Biosphärenreservat, der zum internationalen UNESCO-Netz gehört – konnte nicht befahren werden.

Die Enttäuschung unter den „Luxemburger Wort“-Lesern war entsprechend groß – und wie sogleich von jedem vermutet auch mit einem erneuten Kofferpacken verbunden. „Hätte jetzt nicht sein müssen, aber die Natur ist dem Menschen halt überlegen, trotz Technik“, so bringt es eine Leserin auf den Punkt. Nach vier Tagen an Bord hieß es für beide Crews nun: den Wechsel der Passagiere vorbereiten und Ausflüge mit allen Uhrzeiten neu planen.

Die Weiterfahrt nach Prag erfolgte von der tschechischen Grenze aus auf der „Elbe Princesse II“ unter luxemburgischer Flagge.
Die Weiterfahrt nach Prag erfolgte von der tschechischen Grenze aus auf der „Elbe Princesse II“ unter luxemburgischer Flagge.
Foto: Petz Sandt

Fehlende Schiffskilometer bedeuten in diesem Fall längere Anfahrtswege für die Busse. Aber nur so konnten die geplanten Besichtigungen laut Programm garantiert werden, wenn auch mit unvermeidbaren Abstrichen und anfänglichen Koordinationsproblemen. 

Auf dem „neuen“ und doch vertrauten Schiff konnte schließlich die Reise auf der tschechischen Seite – den Schleusen sei Dank – bis nach Prag fortgeführt werden. Wegen der Unannehmlichkeiten wurden alle zehn Ausflüge vom Schiffseigner Croisi-Europe kostenlos angeboten. Auch Neptun Cruises bot den Gästen ein zusätzliches Programm am letzten Tag in Prag an. Gut angenommen wurde ebenfalls das allabendliche Unterhaltungsprogramm an Bord. Neben dem Luxemburger Musiker Romain Thielen überzeugte auch das Berliner Acoustic Duo Dooya mit einem Liederabend.

Zauberei und tschechische Volksmusik rundeten das Programm ab – und entschädigten ein wenig für die Unannehmlichkeiten, die dem Laufe der Natur geschuldet waren.

Dichtes Gedränge in Prag: Vor allem auf der Karlsbrücke herrscht den ganzen Tag touristischer Hochbetrieb
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Foto: Petz Sandt

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