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Laos: Juwel in Fernost

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Laos: Juwel in Fernost


16.10.2019

Blick auf Luang Prabang vom Gipfel des Phou Si.Foto: Marc Hoscheid

Laos bietet sowohl authentische Erlebnisse als auch touristische Attraktionen.

Vom großen Touristenansturm ist Laos bis jetzt noch verschont worden.

Von Marc Hoscheid

Bislang von den großen Touristenströmen eher unberührt geblieben, gilt Laos als das ideale Reiseziel für all jene, die sich ein authentisches Bild vom Leben in Südostasien machen wollen. Dies trifft vor allem auf die rund 800 000 Einwohner zählende Hauptstadt Vientiane zu, die über eine Vielzahl imposanter Tempelbauten verfügt. Allen voran ist hier der Pha That Luang zu nennen. Bei ihm handelt es sich um einen vergoldeten buddhistischen Stupa. Diesen ließ König Sai Setthathirath Mitte des 16. Jahrhunderts erbauen, als er seine Hauptstadt von Luang Prabang nach Vientiane verlegte.

Viel kleiner, aber nicht weniger auffällig sind die unzähligen Geisterhäuschen, die vor vielen Gebäuden stehen. Dabei handelt es sich um kleine Schreine, die bei der Bebauung eines Grundstücks errichtet werden. Sie sollen die Geister, die zuvor dort lebten, für den Verlust ihrer Heimat entschädigen.

Unesco-Weltkulturerbe am Mekong   

Wer sich in Vientiane zu Fuß durch die Straßen bewegt, sollte Vorsicht walten lassen. Im Verkehr gilt nämlich zumeist das Recht des Stärkeren. Zwar gibt es durchaus einige mehr oder weniger gut erhaltene Fußgängerübergänge, doch diese scheinen eher als eine Art Dekoration denn als wirklicher Teil der Straßenverkehrsordnung wahrgenommen zu werden.

Wer sich diesen Stress ersparen möchte, kann sich von einer der unzähligen Autorikschas, auch Tuk Tuks genannt, durch die Stadt kutschieren lassen. Diese sind eine kostengünstige Alternative zu den ohnehin eher sporadisch auftretenden Taxis. Dabei sollte man sich nicht davon irritieren lassen, dass es sich die Fahrer in ihren Pausen gerne mal auf einer Hängematte bequem machen.

Rund eine Flugstunde nördlich von Vientiane, direkt an der Mündung des Nam Khan in den Mekong gelegen, befindet sich Luang Prabang. Seit 1995 ist die rund 60 000 Einwohner zählende Stadt Teil des Unesco-Weltkulturerbes. Dieser Status bringt mit sich, dass die historische Bausubstanz nicht verändert werden darf. Als Folge dieser Auflage hat sich Luang Prabang, im Gegensatz zu weiten Teilen der Hauptstadt, seinen historischen Charme bewahrt.

Unter den vielen beeindruckenden Bauten sticht der ehemalige Königspalast Ho Kham hervor. Er wurde von den französischen Kolonialherrschern zwischen 1904 und 1909 errichtet und ist heute ein Museum. Er diente dem letzten laotischen König Sisavang Vatthana als Residenz, bis dieser 1975 mitsamt seiner Familie von den neuen kommunistischen Machthabern in ein sogenanntes Umerziehungslager deportiert wurde.

Doch Luang Prabang verfügt nicht nur über architektonische, sondern auch über immaterielle Kulturgüter. Dazu zählt sicherlich der allmorgendliche Almosengang der Mönche. Diese ziehen in einer stillen Prozession durch die Straßen und erhalten von Anwohnern und Touristen Lebensmittel und auch Geld. Dabei ist es verboten, die Mönche anzusprechen.


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355 Stufen auf dem Weg zum heiligen Berg   

Ebenfalls täglich findet der bei Touristen äußerst beliebte Nachtmarkt statt. Dies immer von 17 bis 22 Uhr. Dabei bieten die Händler überwiegend Kleidung oder kleinere Dekorationsgegenstände feil. Lebensmittel werden zwar auch verkauft, solche Stände sind jedoch eher die Ausnahme. Dafür gibt es abseits des Markts genügend Cafés und Restaurants, in denen man auch zu später Stunde eine Mahlzeit oder ein Getränk zu sich nehmen kann. Außerdem gibt es einen kleineren Morgenmarkt, bei dem der Verkauf von Lebensmitteln eine größere Rolle spielt.

Wer sich einen Überblick über die Stadt verschaffen möchte, kann dies tun, indem er den 100 Meter hohen Phou Si, den heiligen Berg, erklimmt. Doch, bevor man die spektakuläre Aussicht über Luang Prabang und die die Stadt umgebenden Berge genießen kann, müssen je nach Aufstieg entweder 328 oder 355 Stufen erklommen werden. Neben der Aussicht hat der Berg auf seinem Gipfel zudem den buddhistischen Tempel What Chom Si zu bieten. Die meisten Touristen tummeln sich dort kurz vor Sonnenuntergang. Wer die Szenerie in etwas intimerer Atmosphäre auf sich wirken lassen möchte, sollte also etwas früher hinaufsteigen. 


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