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Kreuzfahrt auf dem Douro
Lifestyle 5 Min. 25.07.2018

Kreuzfahrt auf dem Douro

Der wohl schönste Ausblick auf das Tal des Portweins bot sich nach einem Besuch der Quinta do Seixo.

Kreuzfahrt auf dem Douro

Der wohl schönste Ausblick auf das Tal des Portweins bot sich nach einem Besuch der Quinta do Seixo.
Foto: Petz Sandt
Lifestyle 5 Min. 25.07.2018

Kreuzfahrt auf dem Douro

Auf dem Douro, dem Goldfluss im Tal der Verzauberung, verbrachten 54 Leser des "Luxemburger Wort" einen Urlaub, der für viele neue Eindrücke und Erinnerungen sorgte.

von Petz Sandt

Als Alexandrina de Barros an jenem Montagmorgen um 3.20 Uhr in den Minibus-Shuttle zum Flughafen Findel einstieg, freute sie sich sehr auf den Luxair-Flug LG3769 nach Porto. Erst vor einigen Monaten hatte sie, nach 17 Jahren als Wirtsfrau im Süden des Landes, beschlossen, eine Pause einzulegen. Die heute 54-jährige Portugiesin hatte mit 33 ihre Heimat am "Rio Duero" verlassen, aber nie den Kontakt zu ihren Wurzeln verloren. Regelmäßig besucht sie ihre Tochter und Enkelkinder in der zweitgrößten Stadt Portugals – aber dieses Mal würde es anders sein. Sie würde zum ersten Mal ihre Heimat – das weltbekannte Weinbaugebiet Alto Douro, ein Weltkulturerbe der Unesco im Norden Portugals – auf den wohl schönsten 210 Flusskilometern Europas entdecken, zusammen mit ihrem Freund John und 52 weiteren Lesern des "Luxemburger Wort".

Vielfältige Ausflüge

Vor der Einschiffung in Vila Nova de Gaia, gegenüber der Altstadt Portos, stand noch ein Abstecher nach Aveiro an der Atlantikküste auf dem Programm. Wegen der drei Kanäle wird die Distrikthauptstadt auch als das "Venedig des Nordens" bezeichnet. Hier lief 2011 die MS Douro Spirit in der Navalria-Drydocks-Werft vom Stapel. In den nun folgenden Tagen sollte dieses Schiff von Kapitän Ezequiel Marques zum mobilen Hotel für die reisefreudigen Luxemburger werden.

Der Taj Mahal Portugals -  den barocken Mateuspalast kennt man von den Etiketten eines Massenweins. Er trägt seinen Beinamen aufgrund der Spiegelung im Wasser.
Der Taj Mahal Portugals - den barocken Mateuspalast kennt man von den Etiketten eines Massenweins. Er trägt seinen Beinamen aufgrund der Spiegelung im Wasser.
Foto: Petz Sandt

Das Douro-Tal könnte auch Tal der Verzauberung heißen, denn unermesslich groß ist auch die Schönheit seiner Landschaften: atemberaubende Berge und Täler, Dörfer mit einer tausendjährigen Geschichte, die eng mit dem Wein verbunden ist, und das Ganze vermischt mit einem reichen kulturellen Erbe und einer köstlichen Küche. Die Erwartungen waren groß und sollten zur Zufriedenheit aller auch erfüllt werden. Endlich an Bord der MS Douro Spirit stand der "Luxemburger Wort"-Leserreise nichts mehr im Wege – bis auf einige Schleusen.

Nuno Afonso kennt alle Flusskreuzfahrtschiffe, die durch das streng abgegrenzte Anbaugebiet des Portweins im Douro-Tal unterwegs sind. "Bald werden es 27 Schiffe sein" erzählt er stolz, "drei weitere sind zurzeit im Bau." Der 24-jährige Portugiese hat Naturwissenschaften studiert und arbeitet seit zwei Jahren für APDL – die Gesellschaft, die sich um die Häfen und Schleusen am Douro kümmert. Er ist einer der Schleusenwärter der fünf Douro-Schleusen, die man zwischen dem spanischem Vega Terrón und Vila Nova de Gaia bei Porto kurz vor der Einmündung in den Atlantik passieren muss.

Mehrmals am Tag füllt sich der Bahnhofsteig in Pinhão. Touristen versuchen beim kurzen Fotostop die 27 Kachelmotive – Azulejos genannt - zu knipsen.
Mehrmals am Tag füllt sich der Bahnhofsteig in Pinhão. Touristen versuchen beim kurzen Fotostop die 27 Kachelmotive – Azulejos genannt - zu knipsen.
Foto: Petz Sandt

Sein Arbeitsplatz, die zwischen 1965 und 1971 erbaute Carrapatelo-Schleuse, ist nicht nur die älteste am Douro, sondern auch die Schleuse mit der größten Fallhöhe in Europa. Die Kammer kann Schiffe mit einer Länge von bis zu 87 Metern und einer Breite von 11,40 Metern um 35 Meter heben oder senken – und das in nur zwölf Minuten. Anders als im Hochseebereich, wo Kreuzfahrtschiffe immer größer, imposanter und so zum eigentlichem Ziel der Reise werden – sind Länge, Breite, Höhe und Tiefgang der Schiffe auf den Flüssen durch Brücken und Schleusen strengstens vorgegeben.

Bei Flussschifffahrten sind neue Eindrücke an der Tagesordnung – auch, ohne einen Hafen anzusteuern. Ein Eintauchen in die jeweilige lokale oder regionale Kultur ist aufgrund der weiten Routen auf den Ozeanen oft weit schwieriger. Dass Flusskreuzfahrten daher vielfältigere und authentischere Reiseerlebnisse bieten – davon konnten sich die "Luxemburger Wort"-Leser überzeugen. Getreu dem arabischen Sprichwort "Wer lebt, sieht viel. Wer reist, sieht mehr" standen bei dieser Reise sieben Ausflüge auf dem Programm, die im Reisepreis inkludiert waren. 

Imposante Schleusen – im Bild das Innere der Carrapatelo-Schleuse – 
zähmen den 
Douro. 30 Meter Fallhöhe und mehr sind keine Seltenheit.
Imposante Schleusen – im Bild das Innere der Carrapatelo-Schleuse – 
zähmen den 
Douro. 30 Meter Fallhöhe und mehr sind keine Seltenheit.
Foto: Petz Sandt

Ein besonderes Highlight dürfte wohl der Besuch eines Weinguts in Favaios gewesen sein. Luis de Barros wird den Luxemburger Reisenden nicht nur aufgrund der von ihm vorgetragenen Geschichte rund um den Weingott Bacchus in freudiger Erinnerung bleiben. Der Mittdreißiger leitet in der sechsten Generation die Quinta Avessada und empfing die "Luxemburger Wort"-Leser auf dem Familienweingut in Favaios enthusiastisch und humorvoll unterhaltsam zum Mittagessen.

Ein weiteres touristisches Erlebnis war der Besuch in der Stadt Salamanca. Die Reisegruppe entlockte der Stadt auch ihre Geheimnisse – wie der Astronaut im Relief eines Torbogens der vom 16. bis zum 18. Jahrhundert erbauten Kathedrale, der 1992 bei Restaurierungsarbeiten hinzugefügt wurde. Das wohl berühmteste Maskottchen der Stadt, ein Frosch auf einem Totenschädel, entdeckten die Luxemburger an der Fassade der Universität im Zentrum.

Im historischen Dorf Castelo Rodrigo kann man ein Stück der portugiesischen Seele des Nordens entdecken.
Im historischen Dorf Castelo Rodrigo kann man ein Stück der portugiesischen Seele des Nordens entdecken.
Foto: Petz Sandt

420 Flusskilometer und zehn Schleusendurchfahrten später erreichte das Schiff nach sechs Tagen wieder Porto. Die Hafenstadt ist aus dem Schatten Lissabons herausgetreten. Die zweitgrößte Stadt Portugals wandelt sich zum Nordlicht – ändert zurzeit ständig ihr Gesicht. Häuserfassaden werden bunter, marode Gebäude werden saniert. Auch Alexandrina de Barros aus Niederkorn muss sich fast jedes Mal, wenn sie wieder in ihrer Heimatstadt zu Besuch ist, neu orientieren. Aber da ist ja noch ihre Tochter, die ihrer "mãe" gerne zur Seite steht. Dies wird wieder in ein paar Wochen der Fall sein.

Besondere Momente

Die Leser des "Luxemburger Wort" haben nicht nur das komfortable Ambiente an Bord während der Reise schätzen gelernt, sondern auch die Cruise-Managerin Rosi und ihre charmant vorgetragenen Informationsrunden über die geplanten Ausflüge. Überhaupt war die ganze Crew äußerst nett und hilfsbereit. Pluspunkte gab es auch für das schnelle Ein- und Auschecken und das hervorragende Essen an Bord. Neben einem Cocktailempfang von Cruisopolis und "Luxemburger Wort" gab es auch kleine Geschenke für drei Luxemburger Gäste, die während der Reise ihren Geburtstag feierten. Reiseleiterin Jacquie Weber gab am Hospitality Desk von Cruisopolis und "Luxemburger Wort" täglich aktuelle Informationen und war behilflich bei der Lösung von persönlichen Problemen. Lob gab es auch für die Organisation und den reibungslosen Ablauf der Reise.

Ein Teil der Luxemburger Reisegruppe bei der Ankunft in Foz do Távora vor der MS Douro Spirit.
Ein Teil der Luxemburger Reisegruppe bei der Ankunft in Foz do Távora vor der MS Douro Spirit.
Foto: Petz Sandt

Eine weitere Leserkreuzfahrt mit Cruisopolis steht bereits in den Startlöchern. An Bord der MS Artania – dem "Star" aus der ARD-Doku-Serie "Verrückt nach Meer" – stehen vom 15. bis 30. Januar 2020 Südafrika und paradiesische Inselträume im Mittelpunkt der Tour. Die Reise führt zum Tafelberg, an das Kap der Guten Hoffnung, zu außergewöhnlichen Natur- und Wildreservaten und wundervollen Inseln – darunter Madagaskar, La Réunion und Mauritius. Bis zum 31. Juli 2018 zählt noch ein Frühbucherrabatt von 3 Prozent auf die Kreuzfahrtleistung. Informationen und Buchungen sind möglich bei Cruisopolis unter der Telefonnummer 26 02 011 oder im Reisebüro.


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