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Kompaktanlagen: Vernetzt und klangstark
Lifestyle 5 3 Min. 03.02.2016

Kompaktanlagen: Vernetzt und klangstark

Lifestyle 5 3 Min. 03.02.2016

Kompaktanlagen: Vernetzt und klangstark

Musik ausschließlich von CD und aus dem Radio - das war einmal. Mittlerweile werden Songs immer öfter gestreamt. Diesem Trend verschließen sich auch kompakte Hi-Fi-Anlagen nicht mehr. Beim Kauf eines Komplettsystems kommt es aber nicht nur auf die Ausstattung an.

(dpa/tmn) - Noch vor wenigen Jahren gehörten sie in jedes Wohnzimmer: die klassischen Hi-Fi-Anlagen zum Abspielen von CDs oder zum Radiohören. Zu Zeiten von Smartphones, Tablets und drahtlosen Lautsprecher haben es die Komplettsysteme inzwischen jedoch immer schwerer.

„Es gibt keine Funktionen, die unbedingt dabei sein müssen, das hängt zu stark davon ab, was genau man machen möchte und vor allem, welche Boxen man anschließen will“, erklärt Frank Wollsiefen, Hi-Fi-Experte aus Berlin. Gern genutzte Features seien neben der CD-Wiedergabe auch analoges Radio sowie Bluetooth, um Musik von Mobilgeräten über die Anlage zu hören. Auch Digitalradio, das über Zimmerantenne mit mehr Sendern und einfacherer Sendersuche punkte, werde immer beliebter.

Kompaktanlagen im Test

Was den Klang angeht, liegt man bei Kompaktanlagen oft gar nicht schlecht, wie die Stiftung Warentest herausgefunden hat. Beim Testkriterium Sound erreichten elf von 14 kürzlich getesteten Mini-Hi-Fi-Anlagen zwischen 200 und 550 Euro gute Ergebnisse („Test“-Ausgabe 12/15). Die meisten Anlagen im Test hatten Bluetooth, NFC und USB an Bord, aber längst nicht alle boten WLAN oder LAN.

Im Gesamturteil am besten schnitten die Denon N9 Ceol (ab rund 500 Euro) und die Yamaha Pianocraft MCR-N560D (ab rund 480 Euro) mit der Gesamtnote 1,9. Dahinter landeten die Onkyo CS-N765 (ab rund 400 Euro) und die Panasonic SC-PMX100B (ab rund 430 Euro). Sie erreichten die Note 2,1. Auch insgesamt waren die Ergebnisse überzeugend: 13 Anlagen bekamen die Gesamtnote „gut“, nur eine war „befriedigend“.

„Die mitgelieferten Lautsprecher sind immer das schwächste Glied in der Kette“, meint Frank Wollsiefen. „Jede Kompaktanlage lässt sich klanglich durch den Einsatz hochwertiger Lautsprecher deutlich hörbar verbessern.“ Wenn jemand eine kompakte Anlage für gute Standboxen suche, die bereits im Wohnzimmer ihren Platz gefunden haben, sei die Qualität des eingebauten Verstärkers ausschlaggebend dafür, wie ansprechend Musikstücke klingen. Der Experte empfiehlt analoge Verstärker. Diese seien flexibler und besser als die meisten kleinen Digitalverstärker, die in den Lifestyle-Anlagen stecken.

Funklautsprecher sind eher kein Kompaktanlagen-Ersatz, so die Stiftung Warentest: Zur Wiedergabe von Rock und Pop vom Smartphone reichten WLAN-Boxen vielleicht noch. Aber: „Hi-Fi-Anlagen können mehr, sie spielen auch CDs.“ Funklautsprecher lieferten zudem meist nur Mono-Klang, für Stereo brauche man schon zwei darauf ausgelegte WLAN-Boxen. Erst recht keine Alternative seien Bluetooth-Boxen, deren Klang sich meist auf Kofferradio-Niveau bewege.

Wichtige Details

Neben der Anlagen-Ausstattung sollte man auch auf Details achten. So sind laut Stiftung Warentest etwa Betriebsgeräusche nicht zu vernachlässigen. Ein sirrendes CD-Laufwerk etwa könne mächtig nerven, wenn man leise Passagen oder Meditationsmusik genießen möchte. Und: „Je besser die Fehlerkorrektur, desto gutmütiger reagiert der CD-Spieler auf zerkratzte oder verschmutzte CDs.“ Zudem variierten im Test die Zugriffszeiten speziell bei MP3-CDs erheblich: Einige Anlagen brauchten 20 Sekunden und länger, um einen Titel zu starten.

Auch wer Smartphone und Tablet nicht als ersten Musiklieferanten nutzt, wird es vielleicht zu schätzen wissen, wenn sich die neue Hi-Fi-Anlage auch per App steuern lässt. Und in Sachen Leistung geben die Warentestern Käufern Folgendes mit auf den Weg: „Je größer Ihr Hörraum, desto kräftiger sollte der Verstärker sein. Achten Sie auch auf eine gute maximale Lautstärke.“

Qualitativ ordentliche Kompaktanlagen mit Boxen im Lieferumfang fangen nach Einschätzung von Frank Wollsiefen preislich bei etwa 400 Euro an. Um sich klanglich deutlich hörbar zu verbessern, müsse man für Anlage und Boxen dann aber schon den doppelten Betrag einplanen.


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