Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Kinderhotels: Urlaub als Abenteuer
Lifestyle 4 Min. 20.11.2018

Kinderhotels: Urlaub als Abenteuer

Cocktail am Pool und Kinderdisco: Immer mehr Hotels sehen Kinder als wichtige Gäste.

Kinderhotels: Urlaub als Abenteuer

Cocktail am Pool und Kinderdisco: Immer mehr Hotels sehen Kinder als wichtige Gäste.
Foto: Shutterstock
Lifestyle 4 Min. 20.11.2018

Kinderhotels: Urlaub als Abenteuer

Nicole WERKMEISTER
Nicole WERKMEISTER
Auf Ponys reiten, als Pirat beim Mittagessen sitzen oder in Wasserwelten planschen: Die Urlaubsträume von Kindern können heute wahr werden. Zumindest in speziell konzipierten Kinder- und Familienhotels.

„Ein Schwimmbad mit Wasserspielen, ein Kinderbuffet, witzige Betten und ein Kinderclub mit Aktivitäten.“ So stellen sich die Kinder, die beim "Luxemburger Wort" für einen Tag als Chefredakteure agieren, die Ausstattung eines Kinderhotels vor. Und ihre Wünsche werden von vielen Anbietern bereits erfüllt. Denn heute bestimmen die Kleinen, wo's langgeht. Nicht erst, wenn sie Ansprüche an Designerkleidung oder das neueste Smartphone stellen.

Die Einflussnahme auf Entscheidungen und Kaufverhalten der Eltern beginnt schon früher: etwa bei der Urlaubsplanung. Schließlich möchten sich auch Mama und Papa in den Ferien – zumindest ein wenig – von ihren Kindern erholen. Dabei sollen Töchter und Söhne möglichst in fachkundiger Obhut und kindgerechtem Ambiente verweilen. Und so wurde die Marktlücke „Kinderhotels“ oder auch „Familienhotels“ von der Tourismusbranche erfolgreich geschlossen. Es entstanden Refugien, die ganz den Wünschen und Bedürfnissen der jungen Gäste entsprechen.

In Themenwelten abtauchen

Den Abenteuerurlaub für die ganze Familie professionalisiert hat man bereits vor Jahren bei Disney. Kluge Köpfe erkannten, dass die fantasiehungrigen Parkbesucher auch irgendwo übernachten müssen. Warum ihnen also nicht gleich ein ganzes Paket – bestehend aus Eintrittsticket und Hotelzimmer – anbieten? Im Disneyland Paris etwa kann man sein Haupt ebenso im Charme einer Küstenvilla oder, etwas spartanischer, im Wild-West-Stil betten. Selbst an Alternativen für Zelt und Campingplatz ist gedacht: Diese werden durch Bungalows oder komfortable Appartments im Grünen ersetzt. Ergänzt wird die Ausstattung des jeweiligen Resorts mit themenbezogenen Restaurants, Schwimmbädern und anderen kindgerechten Einrichtungen. Die Gestaltung, die sich auf Disney-Figuren und -Filme bezieht, überlässt man natürlich nicht dem Zufall. Damit das Interieur bis ins Detail den strengen Vorgaben der Coporate Identity des Unternehmens entspricht, beschäftigt man eigene Innenarchitekten.

Spiel und Spaß in aufwendig gestaltetem Ambiente wird in den Center Parcs Trois Foret geboten.
Spiel und Spaß in aufwendig gestaltetem Ambiente wird in den Center Parcs Trois Foret geboten.
Foto: Inna Ganschow

Viel Fantasie und Bewegung

Mit einem solchen Konzept erfolgreich ist man auch im Europa-Park Rust, wo statt Mickey die Euro-Maus unterwegs ist und die aufwendig gestalteten Hotels nach Andalusien, New England, in ein portugiesisches Kloster, die modern interpretierte Römerzeit oder das Mittelalter – und bald auch in eine Welt à la „Nachts im Museum“ – entführen. Und das auch dann, wenn der Park in der Winterzeit geschlossen ist. Die Aktivitäten der Kinder und Jugendlichen hat man auch bei Center Parcs im Fokus. Unter dem Motto „Urlaub in der Natur mit Spaß und Erholung“ setzt man insbesondere auf Bewegung mit spielerischen Akzenten. So etwa im elsässischen Resort „Les Trois Forêts“, das nach Umgestaltung Attraktionen wie eine subtropische Wasserwelt mit einer großen Doppelrutsche sowie eine Einrichtung mit einem Sport- und Spielangebot für alle Altersklassen vorweisen kann.

Österreich vorn

Aber nicht nur die großen Parks, auch zahlreiche Hotels richten sich vermehrt auf die Zielgruppe „Eltern mit Kind“ ein. Weit vorne liegt dabei das Tourismusangebot in Österreich. Dort findet man zahlreiche familiengeführte Hotelbetriebe, die sich an den Anforderungen eines modernen Familienurlaubs ausrichten. So etwa, exemplarisch genannt, die Hotels „Bär“ und „Löwe“ in Serfaus, deren Namen bereits an eine Kindergartengruppe erinnern. Die beiden Unterkünfte werben mit Babyfons auf den Zimmern, Kindermittagsgerichten, Kinderstammtisch samt Betreuung, nach Alter getrennten Spielgruppen, in denen sich die Schützlinge in Piraten, Indianer oder Schatzsucher verwandeln. Ähnliches offerieren Hotels, die unter anderem auf den Internet-Plattformen „kinderhotels.com“ oder „familotel.com“ zu finden sind.

Die Idee des Kinderhotels in seiner aktuellen Form ist übrigens auch eine österreichische. Der Hotelier Gerhard Stroitz wurde Ende der 1980er-Jahre von seinen zwei Kindern dazu inspiriert, das Angebot seiner Pension am Faaker See auszuweiten. Den beiden war „Urlaub am Bauernhof“ zu langweilig, sie wollten lieber Lagerfeuer machen und im Wald Hütten bauen. So gestaltete der Unternehmer seine Frühstückspension schrittweise zu einem Kinderhotel um und ist heute als Geschäftsführer der Gruppe Kinderhotel Europa aktiv.

Verschiedene Bedürfnisse erfüllen

Auf die Frage, wie man als Architekt an die Gestaltung eines kindgerechten Urlaubsrefugiums herangeht, antwortet Karl Landauer aus dem österreichischen Maurach am Achensee: „Kinder sind nie alleine in einem Hotel – sondern mit den Eltern, Mutter, Vater oder Großeltern. Das erfordert ein großes Spektrum an Infrastruktur. Als Architekt muss man sich in diese Anforderungen reindenken, Gespräche führen, Beobachtungen machen und, wenn man international tätig ist, die Kulturen der verschiedenen Länder mit einbeziehen.“

Das Atelier des österreichischen Architekten Karl Landauer hat bereits einige Planungen für Kinderhotels ausgeführt.
Das Atelier des österreichischen Architekten Karl Landauer hat bereits einige Planungen für Kinderhotels ausgeführt.
Foto: Atelier Landauer

Dabei müsse man die unterschiedlichen Bedürfnisse so erfüllen, dass die Eltern wahlweise ihre eigenen Wege gehen oder die kindgerechten Strukturen mit leben können.Den Geschmack der verschiedenen Altersgruppen könne man nicht zu hundert Prozent erfüllen. Man versuche mit individuellen Lösungen immer ein Ziel zu erreichen: "Wenn der Gast mit seinen Kindern das Hotel verlässt, soll der positive Eindruck so nachhaltig sein, dass man sich schon bei der Abreise fragt, wann man wieder kommen und diesen Hotel-Aufenthalt wieder genießen kann." 

Nachfrage in Luxemburg

„Das Interesse für Kinderhotels ist in den letzten Jahren stetig gestiegen, sei es mit eigener Anreise oder als Pauschalreise mit dem Flugzeug“, erklärt Christiane Wagner, Marketingmanagerin bei Voyages Emile Weber auf Anfrage. Sehr beliebt sei die „All inclusive“-Formel. Zusätzlich legten die Eltern Wert darauf, dass Aktivitäten für die Kinder angeboten werden. „Sozusagen ein Aktivurlaub für die Kinder und Erholurlaub für die Eltern.“ Von Luxemburger Kunden sehr gefragt seien auch die verschiedenen Clubs – wie etwa Club Med, Robinson, Aldiana und andere, die sich besonders auf Familien mit Kindern spezialisiert haben. Eine weitere zu beobachtende Neuerung hebt Christiane Wagner hervor: „Immer mehr Eltern sind bereit, mit Kindern Rundreisen zu unternehmen, vor allem wenn die Kinder etwas größer sind."


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

„Es ist ein anderes Lebensgefühl"
In Kopenhagen, Berlin und Brüssel haben Cargo-Bikes längst die Straßen erobert. Hierzulande genießen sie dagegen noch Seltenheitswert. Bloggerin Theresa Baumgärtner über ihre Erfahrungen in Luxemburg-Stadt.
Theresa Baumgärtner und ihre Kinder sind in Luxemburg-Stadt mit dem Lastenrad unterwegs.
Mehr-Generationen-Urlaub : Ferien mit Oma und Opa
Wenn das Familienleben sonst zu kurz kommt, kann ein gemeinsamer Urlaub die Lösung sein. Gerade Großeltern freuen sich auf die Zeit mit den Enkeln - und spendieren oft sogar die ganze Reise. Bleibt die Frage: Wie gelingt der gemeinsame Urlaub?
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.