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Kinderfotos im Netz: Erst denken, dann posten
Lifestyle 17.10.2015

Kinderfotos im Netz: Erst denken, dann posten

"Ist das ein Foto von mir?" Je älter die Kinder, desto häufiger kommen Fragen auf.

Kinderfotos im Netz: Erst denken, dann posten

"Ist das ein Foto von mir?" Je älter die Kinder, desto häufiger kommen Fragen auf.
Foto: LW-Archiv
Lifestyle 17.10.2015

Kinderfotos im Netz: Erst denken, dann posten

Nach der Geburt, bei den ersten Laufversuchen des Kindes oder am ersten Schultag - es gibt 1.000 Momente, die Eltern gerne festhalten und teilen wollen. Bevor sie Kinderfotos online posten, sollten sie sich aber folgende Fragen stellen.

(dpa/tmn) - Ein schönes Urlaubsfoto oder ein besonders süßer Moment: Eltern wollen die glücklichen Momente mit ihren Kindern am liebsten mit der ganzen Welt teilen. Trotzdem sollten sie genau überlegen, ob und wo sie ein Foto vom Nachwuchs online veröffentlichen. Grundsätzlich sollten sie das nur in gesicherten Bereichen tun, wo etwa lediglich Freunde der Eltern Zugang haben.

Und auch dann sollten sich Eltern immer drei Fragen stellen: Würde ich selbst wollen, dass andere mich so sehen? Was sagt mein Kind in zehn Jahren dazu? Wäre ich einverstanden, wenn dieses Bild als Plakat in der Öffentlichkeit hinge? Denn auch gesicherte Bereiche sind oft durchlässiger, als viele meinen.

Auf Nummer sicher gehen

„Auf Nummer sicher gehen Eltern, wenn sie keine Bilder von ihren Kindern ins Netz stellen“, sagt Nina Lübbesmeyer von „Jugendschutz.net“. Auf keinen Fall sollten Eltern Bilder ins Netz stellen, die Kinder in ungeeigneter Weise zeigen oder peinlich werden könnten. „Bilder können immer gespeichert und von anderen Personen missbraucht werden, beispielsweise können diese verändert und in anderem Kontext wieder eingestellt werden“, mahnt die Expertin. Was mit den Bildern passiert, können Eltern dann kaum nachvollziehen - oder die Verbreitung gar verhindern.

Wer unbedingt einen Foto-Gruß aus dem Urlaub an die Facebook-Freunde senden will, sollte ein Foto wählen, auf dem das Kind nicht zu erkennen ist. Etwa eine seitliche Aufnahme, auf der es einen Hut trägt. Wichtig ist, dass das Bild auf keinen Fall über Suchmaschinen zu finden ist. Dabei geht es auch darum, dass Eltern ihren Kindern Vorbild sind: Denn später ist das oft ein Streitthema, weil Mütter und Väter besorgt sind, wenn das Kind zu lax mit Daten und Fotos im Netz umgeht.

Ein eigenes Recht am Bild haben kleine Kinder noch nicht, weil sie noch nicht einsichts- und geschäftsfähig sind. Ab etwa zwölf Jahren ändert sich das: Dann darf das Kind von seinen Eltern theoretisch fordern, die Bilder zu löschen.


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