Kia Stonic: Handlich und gern etwas knallig
Mit seinen 29 zur Wahl stehenden Lackierungen, davon 20 Zweifarb-Kombinationen, gehört der kleine SUV Stonic zu den auffälligsten Modellen der aktuellen Kia-Palette.

Kia Stonic: Handlich und gern etwas knallig

Foto: Kia
Mit seinen 29 zur Wahl stehenden Lackierungen, davon 20 Zweifarb-Kombinationen, gehört der kleine SUV Stonic zu den auffälligsten Modellen der aktuellen Kia-Palette.
Lifestyle 1 3 Min.02.10.2017

Kia Stonic: Handlich und gern etwas knallig

Marc Williere
Marc Williere

Da der SUV-Markt im B-Segment den Prognosen zufolge in den nächsten Jahren weiter stark wachsen wird, passt Kia seine Produktpalette entsprechend an: Der Stonic ist bereits das vierte SUV der Südkoreaner, das sich aber vor allem an junge Käufer richtet.

von Marc Willière

So verspielt wie sein Name – ein Kunstwort aus den Begriffen „Speedy“ (flink) und „Tonic“ (kräftigend) – ist auch das Aussehen des neuen Kia Stonic: Mit seiner flippigen Karosserie – die bunte Zweitonlackierung lässt bis zu 20 verschiedenen Kombinationen mit farblich abgesetztem Dach zu – zielt der jüngste Spross aus der südkoreanischen Autoschmiede in erster Linie auf eine jüngere Kundschaft ab, die sich deutlich vom Mainstream absetzen will.

Ob mit oder ohne Farbakzente wirkt das moderne Cockpit aufgeräumt, da viele Bedienfunktionen im Touchscreen integriert sind.
Ob mit oder ohne Farbakzente wirkt das moderne Cockpit aufgeräumt, da viele Bedienfunktionen im Touchscreen integriert sind.
Foto: Kia

Auch im Interieur setzt der fünftgrößte Konstrukteur weltweit seine Farbenspiele fort, durch die der Käufer zusätzliche Akzente setzt und so sein Auto weiter personalisieren kann. Mit der Lifestyle-Ausrichtung ist es beim Stonic aber nicht getan. Auch wenn er auf der Plattform des Rio steht, kommt der Crossover im B-Segment mit einem eigenständigen, kraftvoll-markanten Auftritt in eindeutig europäischem Flair daher, für den das Designzentrum der Marke in Frankfurt verantwortlich zeichnet. Die technischen Eigenschaften hingegen, die aus dem Entwicklungszentrum in Rüsselsheim stammen, hat der kleine SUV gerne von seinem zivilen Bruder übernommen.

Klassische Attribute

So fährt der bullige Stonic im typischen Kia-Look mit „Tigernasen“-Kühlergrill und schmalen Scheinwerfern sowie mit klassischen SUV-Attributen wie erhöhter Sitzposition, Unterfahrschutz, abgesetzten Schwellern und ausgestellten Radhäusern vor. Im Cockpit hingegen mussten sich die Entwickler in Zurückhaltung üben, so dass hier die Unterschiede zum Rio – von den erwähnten Farbakzenten einmal abgesehen – weniger ins Gewicht fallen. Bedarf dafür gab es ohnehin nicht im übersichtlich gestalteten Interieur mit dem auffälligen, oben aus dem Armaturenbrett herausragenden Touchscreen. Zudem liegt die Wertigkeit der verwendeten Materialien über dem klassenüblichen Durchschnitt.

Die Platzverhältnisse im 4,14 Meter langen, 1,76 Meter breiten und 1,52 Meter hohen Viertürer sind gut – auch auf der Rückbank ist der Raumangebot für größer gewachsene Insassen noch vertretbar. Großzügig präsentiert sich im kleinsten SUV aus der Kia-Produktpalette der 352 bis 1 155 Liter fassende Gepäckraum, der sich durch den höhenverstellbaren Boden zudem variabel und praktisch erweist.

Trotz seiner kompakten Außenmaße bietet der Stonic den Passagieren bequeme Plätze und viel Stauraum im variablen Gepäckabteil.
Trotz seiner kompakten Außenmaße bietet der Stonic den Passagieren bequeme Plätze und viel Stauraum im variablen Gepäckabteil.
Foto: Kia

Der Stonic ist in drei Ausstattungsvarianten erhältlich und bietet schon in der Basisversion „Easy“ neben dem Infotainmentsystem mit Radio und sechs Lautsprechern unter anderem Klimaanlage, Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit Spracherkennung, Rückfahrkamera und Leichtmetallfelgen.

Für Sicherheit sorgen standardmäßig das erweiterte Stabilitätsprogramm, die Gegenlenkunterstützung und die Berganfahrhilfe. Moderne Fahrerassistenzsysteme wie der autonome Notbremsassistent mit Fußgängererkennung und die Müdigkeitserkennung oder der Spurwechselassistent und der Querverkehrswarner gehören zum Serienumfang der wertigeren Varianten „Fusion“ und „Sense“.

Dynamischer Dreizylinder

Unter der Motorhaube verrichten wahlweise drei Benziner und ein Diesel mit einem Leistungsspektrum von 62 kW (84 PS) bis 88 kW (120 PS) ihren Dienst. Alte Bekannte sind die auch bereits im Kia Rio verbauten beiden Saugmotoren mit 1,2 und 1,4 Liter Hubraum.

Sie stehen aber im Schatten des hocheffizienten 1,0-Liter-Turbomotors. Nach Rio, Picanto und cee'd besticht der Dreizylinder ebenfalls im neuen Kia Stonic mit seinen dynamischen Fahrleistungen. Das Downsizing-Aggregat mobilisiert ein maximales Drehmoment von 172 Nm, das von 1 500 bis 4 000 Umdrehungen zur Verfügung steht, und beschleunigt in 10,3 Sekunden von null auf Tempo 100. Der 1,0-T-GDI fährt in der Spitze 185 km/h und verbraucht dem Konstrukteur zufolge nur fünf Liter pro 100 Kilometer.

Die vierte Motorvariante ist ein kraftvoller Turbodiesel mit 81 kW (110 PS). Der 1,6 CRDi soll sich mit 4,2 Liter/100 km begnügen und mit 109 g/km auch geringe CO2-Emissionen aufweisen.

Bis auf den 1,2-Liter-Motor sind alle Aggregate mit sechsstufigen Schaltgetrieben kombiniert. Für den Dreizylinder soll später noch ein von Kia entwickeltes Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe nachgereicht werden. Teuren Allradantrieb hat der Neuling nicht an Bord.

Die Preise für den trendigen Kia Stonic, der von Montag an beim Händler steht, beginnen bei 17 105 Euro.

Technische Daten

Motoren: 1,0-Liter-Dreizylinder- sowie 1,2- und 1,4-Liter-Vierzylinder-Benziner, 1,6-Liter-Vierzylinder-Diesel; Leistung: 62 kW (84 PS) bis 88 kW (120 PS) ; max. Drehmoment: 122 Nm bis 260 Nm; Kraftübertragung: Fünf- bzw. Sechs-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb; L x B x H: 4 140 x 1 760 x 1 520 Millimeter; Leergewicht: 1 117 bis 1 227 Kilogramm; Kofferraumvolumen: 352 bis 1 155 Liter; 0-100 km/h: 10,3 bis 13,2 Sekunden; Höchstgeschwindigkeit: 165 bis 185 km/h; ECE-Verbrauch: 4,2 bis 5,5 Liter pro 100 Kilometer; CO2-Ausstoß: 109 bis 125 g/km; Preise: 17 105 bis 23 197 Euro. 

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