Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Ist mein Smartphone eine Keimschleuder?
Lifestyle 2 Min. 02.07.2022
Handy-Hygiene

Ist mein Smartphone eine Keimschleuder?

Durch die Umgebungsluft auf der Toilette setzen sich nicht mehr Bakterien als sonst auf dem Smartphone ab.
Handy-Hygiene

Ist mein Smartphone eine Keimschleuder?

Durch die Umgebungsluft auf der Toilette setzen sich nicht mehr Bakterien als sonst auf dem Smartphone ab.
Foto: dpa
Lifestyle 2 Min. 02.07.2022
Handy-Hygiene

Ist mein Smartphone eine Keimschleuder?

Auf dem Smartphone wimmelt es vor Bakterien, oder? Nicht unbedingt, sagt ein Hygiene-Forscher.

(dpa/mij) - Wir haben es ständig in der Hand, manch einer nimmt es sogar mit auf die Toilette: das Smartphone. Da muss es vor Keimen auf dem Touchscreen doch nur so wimmeln, oder? Entwarnung kommt von Markus Egert, Professor für Mikrobiologie und Hygiene an der Hochschule Furtwangen (Baden-Württemberg). Seine Forschung zeigt: Das Smartphone ist keine große Keimschleuder – vorausgesetzt, man achtet auf gute Hand-Hygiene, wenn man nicht gerade mit Scrollen beschäftigt ist.

Hautschuppen und Fett 

„Der Touchscreen bietet keine guten Lebensbedingungen für Mikroorganismen. Denn er ist sehr glatt, trocken und relativ nährstoffarm. Was hängen bleibt, sind vielleicht ein paar Hautschuppen oder ein bisschen Fett“, so Egert. „Dazu kommt: Das Smartphone reinigen wir häufiger mal unbeabsichtigt – zum Beispiel indem wir es an der Hose oder am T-Shirt abwischen. Dadurch werden Keime mechanisch entfernt. Zwar ist das meines Wissens nach noch nicht strukturiert untersucht worden. Allerdings konnten wir in einer kleinen Studie zeigen, dass ein bloßes Abwischen mit einem Mikrofasertuch schon 80 bis 90 Prozent der Mikroorganismen entfernt.“

Desinfektionsmittel müssen gar nicht sein. Ein Großteil der Keime lässt sich durch Abwischen vom Smartphone entfernen, mit etwas Wasser oder einem Microfasertuch – also auf mechanische Art und Weise.
Desinfektionsmittel müssen gar nicht sein. Ein Großteil der Keime lässt sich durch Abwischen vom Smartphone entfernen, mit etwas Wasser oder einem Microfasertuch – also auf mechanische Art und Weise.
Foto: dpa

Die Sorge, dass alle Keime auf der Hand auch auf dem Telefon haften bleiben, sei unbegründet. „Manche Keime kommen dort besser zurecht als andere – es gibt eine Selektion“, erklärt Egert. Allerdings sei das Smartphone ein Gegenstand, den meist nur man selbst nutzt, deshalb sei die Hygiene-Bedeutung von so einem Gerät für den Einzelnen relativ unspektakulär. Kritischer werde es lediglich bei dienstlichen Smartphones oder Tablets, etwa im Krankenhaus, die von mehreren Menschen genutzt werden.  

Auch auf der Toilette könne man sein Smartphone nutzen, wenn man es rechtzeitig wegsteckt. „Das Entscheidende sind Ihre Hände. Wenn Sie mit Händen, die durch Fäkalbakterien kontaminiert sind, an Ihr Smartphone gehen, landen die natürlich auch dort. Wenn Sie auf gute Handhygiene achten, sollte das aber nicht passieren.“ Problematischer seien öffentliche Toiletten, denn dort kann man Keimen kaum entgehen.


Nokias neues Akku-Wunder zum Einstiegspreis
Moderne Smartphones kosten ein kleines Vermögen. Nokia zeigt mit dem G21, dass es anders geht. Aber kann das Gerät auch überzeugen?

Egert betont, dass es deutlich mehr Probleme in der Küche geben kann – etwa beim Kochen. „Ein Beispiel: Sie tauen ein Hähnchen auf, hören nebenbei Musik auf dem Handy oder machen sich ein Kochvideo an“, so der Forscher. 

Risikofaktor Fleisch 

„In so einer Situation kann es viel eher dazu kommen, dass Sie das Smartphone mit Lebensmittelerregern kontaminieren. Auf so einem Stück Fleisch sitzen nämlich Millionen bis Milliarden Keime pro Kubikzentimeter.“ In Toiletten denke man eher an Hygiene – „das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass Menschen eine Grundangst vor Fäkalien haben“. 

Einen echten Tipp für eine Reinigung des Smartphones hat auch der Experte nicht auf Lager. „Wenn ich regelmäßig die Hände wasche, bleibt mein Smartphone natürlich sauber. Ansonsten regelmäßig mit einem leicht feuchten Tuch abwischen.“  

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema