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iPhone 6 // iPhone 6 Plus: Auf die Größe kommt es doch an
Lifestyle 5 4 Min. 17.09.2014

iPhone 6 // iPhone 6 Plus: Auf die Größe kommt es doch an

Lange Zeit hat sich Apple gegen den Trend zu immer größeren Smartphones gestellt. Mit den beiden neuen iPhone-6-Modellen geben die Kalifornier diesen Widerstand auf. Eine gute Entscheidung, denn im Praxistest zeigen sich XXL-Vorteile.

(dpa/tmn) - Die Vorstellung der neuen iPhone-Modelle von Apple im Herbst schlägt jedes Jahr weltweit Millionen Technikbegeisterte in den Bann. Beim jüngsten Event in Cupertino mussten sich die neuen iPhones allerdings die Aufmerksamkeit mit der erstmals präsentierten Apple Watch und Apple Pay teilen. Doch während man auf die Smartwatch und das Bezahlsystem noch warten muss, sind die neuen iPhone-Modelle schon Ende September zu haben.

Potenzielle iPhone-Käufer können aus drei verschiedenen Größen auswählen: Neben den beiden Vorsaison-Modellen 5c und 5s mit einem 4-Zoll-Display stehen künftig das iPhone 6 mit 4,7 Zoll und das für Apple-Verhältnisse riesige iPhone 6 Plus mit 5,5-Zoll-Diagonale im Programm. Mit den neuen Modellen verabschiedet sich Apple von den scharfen Kanten und kehrt zu den Rundungen des ersten iPhones aus dem Jahr 2007 zurück. Allerdings ist das Gehäuse mit einer Stärke von nur noch 7 Millimetern mit den Jahren viel dünner geworden. Mit ihren Metallgehäusen bringen die beiden iPhones dabei nicht mehr auf die Waage als vergleichbar große Plastik-Smartphones von Samsung.

Der Praxistest

Im Praxistest überzeugen beide neuen iPhone-Modelle mit sehr hellen Displays, die Farben natürlich darstellen - und nicht so quietschbunt wie manche Konkurrenzmodelle. Im Vergleich zum exzellenten Display des iPhone 5s registrierten wir im Praxistest allerdings nur noch einen kaum spürbaren Fortschritt. Deutlich erkennbar ist aber die höhere Auflösung. Mit 1334 x 750 Pixel beim iPhone 6 und Full-HD-Auflösung (1920 x 1080) beim 6 Plus passt nun eine zusätzliche Icon-Reihe für Apps auf den Startschirm.

Apps wie Mail oder der Browser Safari wurden von Apple bereits an die höhere Auflösung angepasst. Auf dem Plus-Modell können etliche Anwendungen in einem Quermodus betrieben werden. So sieht man beispielsweise im Mail-Client in einer Art Splitscreen die Liste der Nachrichten sowie die ausgewählte Mail selbst. Zum Marktstart sind aber selbst Apple-Apps wie das Präsentations-Programm Keynote noch nicht an die höhere Auflösung angepasst worden.

Damit die beiden iPhones künftig auch mit einer Hand bedient werden können, hat Apple den Ein/Ausschalter von der oberen Gehäuseseite an den seitlichen Rand verlegt. Außerdem kann man mit einem sanften Doppel-Tippen auf den Home-Button dafür sorgen, dass die obere Hälfte des Bildschirmrands nach unten rutscht, um sie mit dem Daumen zu erreichen. Beim iPhone 6 funktioniert der Einhandbetrieb noch einigermaßen, beim 6 Plus muss man schon sehr jonglieren.

Die Rückseite

An den Rückseiten der neuen iPhone-Modelle ist erkennbar, dass Apple auf technische Gegebenheiten Rücksicht nehmen musste. So ragt nun die Kameralinse leicht hervor. Außerdem musste Apple mit dezenten Plastikeinsätzen in der Rückwand dafür sorgen, dass sich das „Antennagate“ des iPhone 4 nicht wiederholt. Damals war das neue Design des Metallrahmens unter bestimmten Umständen für schlechte Empfangsleistungen der Mobilfunkantennen verantwortlich.

Bei den Kameras verweigert sich Apple der nur bedingt sinnvollen Jagd nach möglichst hohen Pixelzahlen. Die Kamera auf der Rückseite bleibt bei den acht Megapixel des iPhone 5s. Die Bilder im Test fielen scharf und detailreich aus, auch dank eines schnellen Autofokus. Bei der Auflösung bieten aber einzelne Spitzenmodelle von Samsung oder Nokia mehr. Der Linse im iPhone 6 Plus wurde zusätzlich eine optische Bildstabilisierung spendiert, so dass hier Verwackelungen selbst bei wenig Licht kaum noch vorkommen.

Das Innere

Über technische Details „unter der Haube“ schweigt sich Apple wie üblich aus. Nach dem Praxistest kann man davon ausgehen, dass der Apple-Chip A8 auf 1,4 Gigahertz getaktet und mit zwei Kernen ausgestattet ist. In der Android-Welt werden zum Teil noch schnellere Chips oder Displays mit höherer Auflösung verwendet, doch in vielen Fällen geht das wie beim Smartphone G3 von LG stark zu Lasten der Akkulaufzeit. Außerdem werden diese Hochtakt-Boliden im Dauerbetrieb unangenehm heiß.

Der A8 der beiden neuen iPhones erwies sich als rund 20 Prozent schneller als der des 5s, der verbaute Grafikchip beschleunigt die Geräte noch deutlich über diesem Wert. So laden große Apps rund 50 Prozent schneller. Bei der Leistungssteigerung ist es Apple dabei gelungen, den Energiehunger der neuen iPhones zu zügeln, wodurch die Geräte auch bei Dauerbelastung nicht zu heiß werden. Beim Benchmarktest GFX Manhattan Onscreen war auch nach fünf Durchläufen nicht zu spüren, dass die neuen iPhones zu warm oder in der Leistung gedrosselt werden.

Da in den größeren Gehäusen mehr Platz für die Akkus zur Verfügung steht, verkürzen die höhere Leistung der Chips und die höhere Auflösung der Displays nicht die vom iPhone 5s gewohnte Akku-Laufzeit. Das iPhone 6 machte im Test - wie von Apple versprochen - erst nach über elf Stunden durchgehender Videowiedergabe schlapp und erzielte mit zwölf Stunden beim Surfen über WLAN sogar eine Stunde mehr als von Apple behauptet. Das iPhone 6 Plus hielt beim Surfen sogar 14 Stunden durch, zwei Stunden länger als von Apple versprochen. Allerdings lag beim Test der Videowiedergabe der Wert beim iPhone 6 Plus ein wenig unter den von Apple in Aussicht gestellten 14 Stunden.


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Zum Themendienst-Bericht von Christoph Dernbach vom 22. September 2015: Neues Telefon, neue Preise. Das ohnehin schon recht kostspielige iPhone wird noch einmal teurer. Das 6S gibt es mit 16 GB Speicher ab rund 740 Euro, 64 GB kosten 110 Euro mehr. Das iPhone 6S Plus gibt es ab 849 Euro aufw�rts. 
(Archivbild vom 18.09.2015/Die Ver�ffentlichung ist f�r dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei.)  Foto: Andrea Warnecke