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Interior: Wohnen mit gutem Gewissen
Lifestyle 3 Min. 21.04.2017

Interior: Wohnen mit gutem Gewissen

Das Bett der Serie „Nox“ ist aus massivem, schadstofffreiem Naturholz und metallfrei gefertigt.

Interior: Wohnen mit gutem Gewissen

Das Bett der Serie „Nox“ ist aus massivem, schadstofffreiem Naturholz und metallfrei gefertigt.
Foto: Team 7
Lifestyle 3 Min. 21.04.2017

Interior: Wohnen mit gutem Gewissen

Nathalie RODEN
Nathalie RODEN
Immer mehr Menschen interessieren sich für einen nachhaltigen Lebensstil, der über Fair-Trade-Kaffee, Biogemüse und Milch aus der Region hinausgeht. Sie wollen auch ihre vier Wände umwelt- und klimafreundlich gestalten. Siegel geben eine Orientierung.

(dpa/NW) - Der Markt für Bioprodukte boomt: Vor allem im Lebensmittelbereich werden sie immer beliebter. Viele Verbraucher wollen sich aber nicht nur „bio“ ernähren, sondern auch in anderen Lebensbereichen umweltbewusst leben. Handel und Industrie haben das erkannt und werben mit passenden Begriffen – etwa natürlichen Einrichtungen, Biomöbeln und ökologischem Design. Das Problem: „Der Begriff ,Bio‘ ist nur für den Lebensmittelbereich fest definiert“, sagt Barbara Stocker, Referentin für Nachhaltigkeit im Projekt Label-online.de.

Ähnliches gilt für Bezeichnungen wie „nachhaltig“, „fair“ und „ökologisch“. Letzterer ist auch nur bei Lebensmitteln gesetzlich geschützt, für „nachhaltig“ und „fair“ gibt es keine Vorgaben. „Verbraucher können daher nur schwer erkennen, was damit gemeint ist“, so die Expertin.

Internet-Portale informieren

Woran kann man sich nun orientieren, wenn man auf der Suche nach einer umweltverträglichen Wandfarbe oder einem Tisch aus nachhaltiger Holzwirtschaft ist? Bei insgesamt mehr als 1000 Siegeln – allein auf dem deutschsprachigen Markt – verliert man den Überblick. Abhilfe wollen Webangebote wie Label-Online.de, Siegelklarheit.de sowie Vergleichsportale wie etwa die Luxemburger Website Oekotopten.lu schaffen.

Hohe Qualität und soziales Engagement werden bei der traditionellen Fertigung der Teppiche „Tres“ in deren Herkunftsländern vereint.
Hohe Qualität und soziales Engagement werden bei der traditionellen Fertigung der Teppiche „Tres“ in deren Herkunftsländern vereint.
Foto: Nanimarquina

„Für Label-Online wird bewertet, welchen Anspruch ein Label formuliert, wie unabhängig es kontrolliert und vergeben wird und wie transparent dieser Prozess für Verbraucher ist“, erklärt Stocker. Zeichen, die sich der Nachhaltigkeit verpflichten sowie ökologische und soziale Aspekte einbeziehen, sind mit einem grünen „n“ für Nachhaltigkeit gekennzeichnet. „Diese kleine Zusatzinformation fließt jedoch nicht in die Bewertung der Labels ein.“

Bei Siegelklarheit.de stehen Glaubwürdigkeit, Umweltfreundlichkeit und Sozialverträglichkeit im Vordergrund. Erzielt das Siegel hier jeweils mehr als 70 Prozent der Punkte, erhält es die Bewertung „sehr gute Wahl“. „Dadurch wissen die Konsumenten, dass sie dem Siegel vertrauen können“, sagt Silke Peters von Siegelklarheit.de. Einzelne Kategorien für den Bereich Bauen und Einrichten gibt es nur bei Label-Online. Auf Siegelklarheit.de finden sich in der Produktgruppe Holz Beschreibungen von vier Siegeln, die zum Teil auch bei Möbeln eingesetzt werden.

Zu den Klassikern der nachhaltigen Labels gehört „Der Blaue Engel“. Er wird vergeben für emissionsarme Fußbodenbeläge, Wandfarben, Tapeten und Lacke, auf Schadstoffe geprüften Matratzen, Polster- und Holzmöbeln sowie umweltschonenden Elektrogeräten. Solche Produkte zertifiziert auch das europäische Umweltzeichen EcoLabel der Europäischen Kommission mit der Euroblume.

Auf Langlebigkeit achten

Und was ist mit Produkten, die gar kein Siegel tragen? Laut Silke Peters von Siegelklarheit.de müssen sie nicht unbedingt schlechter sein. „Siegel unterstützen jedoch den bewussten Einkauf, und durch externe Kontrollen wird die Einhaltung der Standards sichergestellt.“

Wer nachhaltige Möbel kaufen möchte, dem empfiehlt Fachbuchautor Marcus Franken auch den Gang zum Flohmarkt, Antiquitätenhändler oder Gebrauchtwarenkaufhaus. Bei den Produkten dort sind Schadstoffe in der Regel schon verdunstet. Bei Neuware empfiehlt Franken, möglichst massive Möbel aus FSC-zertifiziertem Holz zu kaufen. „Die halten länger als Sperrholzmöbel und überstehen auch mehr als einen Umzug.“

Luxemburger Website informiert

Während Langlebigkeit im Wohnbereich das Credo sein sollte, gilt bei Elektrogeräten oft das genaue Gegenteil: „Elektrogeräte sind heute um ein Vielfaches sparsamer als noch vor 20 bis 30 Jahren“, sagt Franken. Alte Waschmaschinen, Kühlschränke und Spülmaschinen sollten daher zugunsten neuerer Geräte mit niedrigen Verbrauchswerten ausgemustert werden. „Die Anschaffungskosten haben sich nach relativ kurzer Zeit wieder amortisiert.“ Bei der Kaufentscheidung hilft auch die Luxemburger Plattform Oekotopten.lu. Auf der Internetseite der Organisation findet man verschiedene Elektrogeräte und deren Verbrauch im Vergleich. Auch Informationen zu Anbietern von grünem Strom werden von den Experten zusammengetragen, um den Markt etwas transparenter zu machen. Bei der Anschaffung eines Pedelecs kann man sich ebenfalls auf der unabhängigen Plattform informieren.

Beim Kauf von Elektrogeräten gilt es, auf eine noch immer verwirrende Kennzeichnung zu achten: Elektrogeräte mit dem Energielabel A sind seit 2016 Standard. Die Zahl der Pluszeichen dahinter ist entscheidend: „Ein A+++-Kühlschrank konsumiert im Vergleich zu einem A+-Modell nur die Hälfte an Strom.“

Fazit: Wer auf Nachhaltigkeit und ein gesundes Wohnklima achtet, entscheidet sich wahlweise für schadstofffreie Massivholzmöbel oder Antiquarisches. Und vor der Anschaffung neuer Elektrogeräte lohnt sich der Check auf einem Vergleichsportal, das unabhängig informiert.


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