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Inselparadies für Winterradler
Lifestyle 4 Min. 14.02.2019

Inselparadies für Winterradler

Ein Mountainbiker bei San Bartolomé auf Gran Canaria.

Inselparadies für Winterradler

Ein Mountainbiker bei San Bartolomé auf Gran Canaria.
Foto: SRT
Lifestyle 4 Min. 14.02.2019

Inselparadies für Winterradler

Frühlingsluft und Blütenduft – auf den Kanarischen Inseln herrscht selbst im Winter angenehmes Klima, um sich auf dem Fahrrad den Wind um die Nase wehen zu lassen.

von Armin Herb (srt)

Leidenschaftliche Radfahrer verzichten selbst im Winter ungern auf ihr Hobby. Aber während in heimischen Gefilden feuchtkaltes Schmuddelwetter die Lust aufs Radfahren minimiert, herrschen auf den Kanarischen Inseln ideale Temperaturen um die 20 Grad. Die meisten Inseln bieten heute professionellen Radverleih und geführte Touren für ihre sportlichen Gäste. Allerdings sind die Topografie und erforderlichen Radelkonditionen recht unterschiedlich.

Lanzarote – bizarre Kulisse

Rennradler und Triathleten schätzen die Vulkaninsel seit Jahren wegen der guten Trainingsbedingungen. Aber auch die Freizeitradler kommen auf ihre Kosten. Die Berge sind hier etwas niedriger, die Anstiege etwas moderater und die Touren etwas einfacher als auf den Nachbarinseln. Kleine asphaltierte Landstraßen führen durch die bizarre Mondlandschaft rund um den Nationalpark Timanfaya. Für Mountainbiker fehlen zwar die langen Bergstrecken, dafür locken landschaftlich reizvolle Schotterwege und Ziegenpfade durchs wüstenhafte Inselinnere und am Rande des Nationalparks. Nicht versäumen dürfen Biker einen Ausflug auf die kleine, kaum bewohnte Nachbarinsel La Graciosa mit ihren traumhaften Sandstränden. Hier gibt es nur Sand- und Schotterstraßen.

Eine Bucht auf Lanzarote
Eine Bucht auf Lanzarote
Foto: LW-Archiv

Fuerteventura – lange Strände

Fuerteventura ist die zweitgrößte Insel der Kanaren, aber gleichzeitig die am dünnsten besiedelte. Die Nähe der Sahara ist deutlich spürbar – Sand, Wüste, Felsen und Oasen prägen die Landschaft und der Wind das Wetter. Auf den Landstraßen trifft man vor allem auf Rennradler und Radwanderer, wie im Norden zwischen Corralejo und El Cotillo und an der flachen Südspitze beim Leuchtturm von Puerto de la Cruz. Die Königstouren führen über das Örtchen Pajara ins felsige Bergland in den Naturpark um das Museumsdorf Betancuria.

Teneriffa – Spaniens höchster Berg

Wilde Mondlandschaft, gewaltige Schluchten, grüne Steilhänge – und über allem thront der Teide, Spaniens höchster Berg mit 3 718 Metern. Die schönsten Strecken liegen alle in den Bergen, ob am Teide, im Teno- oder Anagagebirge. Entsprechend sind gute Kondition und die richtige Schaltung oder ein E-Bike ratsam. In den Cañadas zu Füßen des Teide radelt man immerhin auf über 2 000 Höhenmetern. Wer Kraft sparen will, lässt sich per Shuttle-Bus hochfahren.

Das Anagagebirge auf Teneriffa
Das Anagagebirge auf Teneriffa
Foto: srt/LW-Archiv

Gran Canaria – tiefe Schluchten

Hinter den Stränden von Maspalomas & Co. erhebt sich eine Berglandschaft, welche an die Kulissen eines Wildwestfilms erinnert. Aber die Berge wollen erobert werden. Selbst wer seine Tour bereits im Gebirge startet, etwa in San Bartolomé de Tirajana, muss sich ans Sammeln der Höhenmeter gewöhnen – egal ob Mountainbiker oder Radwanderer. Im Zweifelsfall erleichtert ein E-Bike die Strapazen. Spezielle Radwege sucht man vergebens: Der Tourenradler macht wie die Rennradfraktion seine Ausflüge auf der Straße. Aber es lohnt sich. Die Ausblicke in die Barrancos oder bis zu den Nachbarinseln sind wirklich atemberaubend. Freuen darf man sich zudem auf gemütliche Bergdörfer, wie Tejeda, ideal für ausgedehnte Pausen bei einem Café con leche (Kaffee mit Milch) und Mandelplätzchen.

La Palma – die Grünste von allen

„La Isla bonita“ ist zwar die Lieblingsinsel der Mountainbiker, aber ihre steilen, ruppigen Wege fordern ein gutes Maß an Kondition und Fahrtechnik. Ein wenig Elek-trounterstützung macht die großen Höhenunterschiede vom Strand hinauf in die Vulkanberge erträglich.

La Gomera und El Hierro

Schon die Anreise per Fähre oder Propellerflugzeug ab Teneriffa hält so manchen Radbegeisterten fern, vor allem von El Hierro. Die Straßen kennen allerdings nur wenig Autoverkehr, sodass hier Rennradler und Radwanderer gerne unterwegs sind. Am besten bringt man sein eigenes Fahrrad mit. Die Höhenmeter summieren sich auf der bis zu 1 500 Meter hohen Vulkaninsel auch. Allerdings nicht so gewaltig wie auf La Gomera. Die Serpentinen schlängeln sich in einem anspruchsvollen Auf und Ab um diese fast kreisrunde Insel, durch mystischen Nebelwald, vorbei an mächtigen Vulkanfelsen. Rennradfahrer nutzen diese Straßen gerne fürs Bergtraining, genauso wie die Mountainbiker die Waldwege und Hirtenpfade.


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