Innovativ und vielseitig
von Henri Leyder
Der Paketzustellung verleiht er Flügel, dem Handwerker dient er als mobile Werkstatt, dem Busunternehmer bietet er passgenaue Lösungen für kleinere Aufträge – der Kleintransporter. Die Auswahl beginnt beim Karosserietypus. Beim neuen Mercedes-Benz Sprinter reicht sie vom Kasten- und Pritschenwagen über den Tourer oder Minibus für den Transport von bis zu 19 Personen bis hin zum bloßen Fahrgestell für spezifische Nutzungen sowie den sogenannten Triebkopf, bei dem Tank, Antrieb und alle Aggregate vor und unter der Fahrerkabine liegen. Rahmen und Hinterachse gehören dann nicht zum Lieferumfang – für die Camper-Hersteller ein neues, interessantes Angebot.
Jetzt auch mit Vorderradantrieb
Zu Hinterrad- und (zuschaltbarem) Allradantrieb gesellt sich beim Sprinter erstmals der Frontantrieb (3,0 oder 3,5 Tonnen), was unter anderem neue Möglichkeiten eröffnet. Diese Antriebsart bietet eine um 80 Millimeter niedrigere Ladekante, einen halben Kubikmeter mehr Laderaum und erlaubt 50 Kilogramm mehr Zuladung. Sechs Karosserievarianten in vier Aufbaulängen – eine davon mit längerem Radstand als bisher –, drei Ladevolumenhöhen und ein Tonnage-Spektrum von 3,0, 3,5 und 5,0 Tonnen bilden die Auswahl; hinzu kommen 5,5 Tonnen für den Minibus. Das maximale Ladevolumen liegt bei 17 Kubikmetern, die Mindestladebreite bei 123 Zentimetern, 25 Zentimeter mehr als zuvor.
Als Antrieb stehen vorerst lediglich zwei Dieseltriebwerke zur Verfügung, 2019 soll eine Elektroausführung folgen. Im Fronttriebler wird nur der zuletzt bereits verwendete, 84 kW (114 PS), 105 kW (142 PS) oder 120 kW (163 PS) starke Vierzylinder eingesetzt, je nach Wunsch oder Typus mit Sechs-Gang-Schaltgetriebe oder neuer Neun-Gang-Automatik.
Viele Hecktriebler (3,5- oder 5,0-Tonner) sind mit den gleichen Motorvarianten und dem gleichen manuellen Getriebe ausgestattet, als Automatik wird allerdings nur eine siebenstufige Ausführung verwendet. Einige wenige sind auch mit einem Sechszylindertriebwerk (140 kW/190 PS) erhältlich. Der für den Personentransport bestimmte Tourer fährt nach wie vor mit Heckantrieb.
Die Preisliste für den neuen Mercedes-Kleintransporter beginnt bei 20 990 Euro für den frontgetriebenen und 29 220 Euro für den heckgetriebenen Lieferwagen (alle Preisangaben zuzüglich Mehrwertsteuer). Die bei solchen Fahrzeugen aus gutem Grund sehr lange Liste mit Ausstattungszubehör und -varianten umfasst unter anderem den zuschaltbaren Vierradantrieb ohne (8 647 Euro) und mit Reduktionsgetriebe (9 277 Euro), das siebenstufige und das neunstufige Automatikgetriebe (beide 2 104 Euro) sowie das MBUX-System mit sieben Zoll (690 Euro) oder 10,25 Zoll großem Touchscreen (1 970 Euro).
Der neue Sprinter unterscheidet sich optisch nicht allzu stark vom Vorgänger. Die jetzt schmaleren Scheinwerfer und die weggestrafften seitlichen Charakterlinien bilden den größten Unterschied. Die Fahrerkabine ist nach wie vor sehr geräumig gestaltet. Und es lässt sich gut in ihr leben beziehungsweise arbeiten – schließlich ist sie für viele der tägliche Arbeitsplatz. Deshalb spielt die gebotene Ergonomie eine große Rolle, Mercedes-Benz hat vorgesorgt.
Am Betriebseigner liegt es nun, Fahrer oder Fahrerin eine ihren Bedürfnissen und den beruflichen Anforderungen entsprechende Arbeitsstätte zu bieten. Vom Fahrzeug für Knochenjob-Tätigkeiten bis hin zum Luxustransporter reicht das Panel der Ausstattungsmöglichkeiten – wie bisher, nur, dass die Schere sich noch weiter öffnet.