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Individuelle Empfindlichkeit ist entscheidend
Lifestyle 2 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Individuelle Empfindlichkeit ist entscheidend

Im Schlafzimmer können Schimmel oder Weichmacher seiner Gesundheit schaden.

Individuelle Empfindlichkeit ist entscheidend

Im Schlafzimmer können Schimmel oder Weichmacher seiner Gesundheit schaden.
Shutterstock
Lifestyle 2 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Individuelle Empfindlichkeit ist entscheidend

2002 wurde die „Association luxembourgeoise de médecine de l'environnement“ (Almen) ins Leben gerufen. Die Umweltmedizin betrachtet den Patienten in seiner Umwelt und trägt alltäglichen Einflüssen Rechnung. Die Krankheitsauslöser sind meistens multifaktoriell, so wie die Behandlung auch.

Im Jahr 2002 wurde die „Association luxembourgeoise de médecine de l'environnement“ (Almen) ins Leben gerufen. Die Almen zählt rund 20 Mitglieder. Ihr Präsident ist seit Oktober 2006 Dr. Roby Thill, Allgemein- und Umweltmediziner.

Genaue Patientenzahlen liegen nicht vor, doch die Nachfrage steigt. Die Umweltmedizin betrachtet den Patienten in seiner Umwelt und trägt auch dem Einfluss der Ernährung und von Medikamenten, der Entgiftung, der Herdproblematik, der Stressbewältigung und der Wirkung von Zahnersatzmaterialien Rechnung. Die Krankheitsauslöser sind meistens multifaktoriell, so wie die Behandlung auch.

Jeder reagiert anders

Laut dem Experten sind häufige Gesundheitsprobleme, die auf Umweltschadstoffe zurückzuführen sind, das Sick-Building-Syndrom, MCS (der Patient reagiert auf extrem niedrige Quantitäten von Chemikalien), Elektrosensibilität, Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten sowie das Chronische Müdigkeitssyndrom und Fibromyalgien.

„Die Schädlichkeit einer Substanz ist immer individuell. Jeder verfügt über ein anderes Entgiftungssystem. Die individuelle Empfindlichkeit ist entscheidend. Oft wird auch vergessen, dass der Mensch im Alltag einem ganzen Cocktail von Substanzen ausgesetzt ist.“

Der Arzt erstellt eine Chronologie zur Exposition. Das erste Belastungsmilieu, das unter die Lupe genommen wird, ist das Wohnfeld. Im Wohnbereich ist der Schlafplatz vorrangig. Hier können u. a. Schimmel, Weichmacher, Flammschutzmittel, elektromagnetische Felder, Formaldehyd sowie Biozide den erholsamen Schlaf des Patienten empfindlich stören. Das zweite Belastungsfeld ist der Arbeitsplatz, für das normalerweise der Arbeitsmediziner zuständig ist.

Mikronährstoffe ausgleichen

Das dritte Feld ist die Ernährung. Ein erhöhter Bedarf an Mikronährstoffen wird oftmals bei Personen festgestellt, die rauchen, Alkohol trinken, die Antibabypille einnehmen, bei Sonnenanbetern, Vegetariern, älteren Patienten, Diabetikern, Allergikern, bei Personen, die Medikamente einnehmen, die an Schwermetall- und Schadstoffbelastungen leiden sowie bei chronisch Kranken mit oxydativem oder nitrosativem Stress.

Ein zweites Problem, das mit der Ernährung zu tun hat, sind Lebensmittelunverträglichkeiten. Des Weiteren können Schadstoffrückstände und Zusatzstoffe in Lebensmitteln (Pestizide, Schwermetalle, Weichmacher, Kunst- und Farbstoffe) umweltmedizinische Patienten zusätzlich belasten.

Viele der chronisch Kranken wurden im Vorfeld polymediziert. Medikamente können Zusatzstoffe enthalten, auf die der Patient sensibilisieren oder proentzündlich reagieren kann.

Zahnbereich sanieren

„Umweltmedizin ist nicht möglich, ohne den Zahnbereich zu beachten. Bei Zahnersatzmaterialien gilt es, alle Materialien zu berücksichtigen: Amalgame, Zahnkronen, Zahnbrücken, Kunstfüllstoffe, Kleber, Dentinadhäsive, Zahnwurzelfüllpräparate, devitale Zähne und Zahnherde“, betont Dr. Roby Thill.

Die Behandlung der Kranken erfolgt normalerweise auf zwei Ebenen. „Das Immunsystem der Patienten ist komplett durcheinander. Es arbeitet entweder nicht genug oder es überreagiert.“ In einer ersten Phase gilt es also, die Abwehrkräfte zu stabilisieren, indem man die Mikronährstoffmangel wie Zink, Magnesium und Selen bzw. einen Vitaminmangel ausgleicht. In einer zweiten Phase muss der Arzt eine Hierarchie der Stoffe erstellen, auf die der Patient sensibel reagiert. Anschließend müssen die Quellen, die noch vom Patienten vertragen werden, reduziert oder wenn möglich beseitigt werden.

Den ungekürzten Artikel finden Sie im Luxemburger Wort vom Dienstag.