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Im Garten ist Unordnung erlaubt
Lifestyle 2 Min. 06.11.2018

Im Garten ist Unordnung erlaubt

Blätter, die vom Rasen entfernt werden, finden unter Sträuchern einen sinnvollen Platz.

Im Garten ist Unordnung erlaubt

Blätter, die vom Rasen entfernt werden, finden unter Sträuchern einen sinnvollen Platz.
Foto: Shutterstock
Lifestyle 2 Min. 06.11.2018

Im Garten ist Unordnung erlaubt

Wenn die letzten Blumen welken und Laub den Boden bedeckt, fühlt man sich zum „Ordnung machen“ animiert. Doch übertreiben sollte man dabei nicht. Denn die Natur richtet Schutzräume und Nahrungsquellen für Tiere ein.

von Marianne Kollmesch*

Der Herbst ist schlussendlich gekommen, die Blätter fallen, alle Blumen sind verblüht. Es wäre an der Zeit, den Garten winterfest zu machen, Verwelktes abzuschneiden, die toten Blätter wegzuräumen … doch halt! Es ist noch viel zu früh, denn all diese Materialien helfen den Tieren im Garten durch die kalte Jahreszeit. Viele Nützlinge, die kleinen Helfer im Garten, ob Insekten, Vögel oder Bodenbewohner, finden hier überlebensnotwendige Verstecke, Unterschlupf und Nahrung.

Hobbygärtner leisten einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität, indem sie nicht gleich alles aufräumen und wegputzen.

Weniger tun, mehr sein lassen

Um Vögeln und Insekten zu helfen, braucht man im Garten kaum etwas tun, nur sein lassen: Beeren und Früchte sollten Hobbygärtner hängen lassen; denn sie dienen Vögeln während der kalten Monate als Nahrungsquelle.

Stauden, Verblühtes und Gräser bitte nicht abschneiden. Die Samen sind Leckerbissen für Vögel und andere kleine Tiere. Insekten suchen Schutz in den hohlen Stängeln. Auch verwelkte und tote Pflanzenteile dürfen auf der Erde liegen bleiben. So lange keine Minustemperaturen herrschen, sind sie Nahrung für die Bodenmikroben und anderen Bodenlebewesen. Der Boden wird gleichzeitig gedüngt und mit Humus versorgt. Das Laub darf von der Rasenfläche entfernt werden. Unter den Sträuchern oder auf einem Haufen sollte es jedoch großzügig liegen gelassen werden, um Igeln und viele Insekten als notwendiges Winterquartier zu dienen. Insektenfressende Vögel wie das Rotkehlchen suchen in den Laubhaufen während des Winters ebenfalls nach Beute – und können dort fündig werden.

Holz, Zweige und Äste kann man in einer entlegenen Ecke aufschichten. Der Zaunkönig und manche Reptilien werden es schätzen. Auch einige Käfer und Larven richten sich hier ein und sind Nahrung für hungrige Vögel. Für sie dürfen Nistkästen neu aufgehängt und alte Kästen gereinigt werden. Sie dienen schon jetzt als Unterschlupf, nicht nur für Vögel, auch für Insekten.

Wer noch keine heimische Wildobsthecke hat, kann im Herbst eine solche pflanzen. Dort finden Vögel ein geschütztes Versteck und Platz für den Nestbau. Ideal sind Sträucher, die Früchte tragen und dadurch Nahrungsquelle für nützliche Gartenhelfer sind. Dazu gehören etwa die Kornelkirsche, Pfaffenhütchen, Weißdorn und Wildrose. Die „Aufräumarbeiten“ darf man sich getrost fürs nächste Frühjahr aufheben, wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen die Arbeit gleich viel angenehmer machen. Jetzt darf man es sich drinnen gemütlich machen und im Garten etwas „Unordnung“ zulassen, um dort den Vögeln beim Picken der Beeren zuzusehen.

*Mit diesem Gastbeitrag macht die Ëmweltberodung Lëtzebuerg (EBL) auf eine nachhaltige und schadstofffreie Pflege von Privatgärten aufmerksam. Weitere Informationen sind zu finden unter: www.ebl.lu


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