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„Ich fühle mich sehr wohl in meinem Körper“
Lifestyle 6 Min. 13.08.2021
Influencerin Lisa-Marie Schiffner

„Ich fühle mich sehr wohl in meinem Körper“

Lisa-Marie Schiffner begann bereits früh, sich auf der Social-Media-Plattform Instagram eine Fanbase aufzubauen.
Influencerin Lisa-Marie Schiffner

„Ich fühle mich sehr wohl in meinem Körper“

Lisa-Marie Schiffner begann bereits früh, sich auf der Social-Media-Plattform Instagram eine Fanbase aufzubauen.
Foto: Hunkemöller
Lifestyle 6 Min. 13.08.2021
Influencerin Lisa-Marie Schiffner

„Ich fühle mich sehr wohl in meinem Körper“

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Wir sprachen mit dem großen Instagram-Star aus Österreich über seine neueste Lingerie-Kooperation, Hass im Netz und Zukunftspläne.

Lisa-Marie Schiffner aus der Steiermark zählt mit 20 Jahren bereits zu den erfolgreichsten Influencern im deutschsprachigen Raum. 1,3 Millionen Fans folgen ihr und ihrem Alltag auf Instagram. Das „Luxemburger Wort“ sprach mit der jungen Österreicherin, die bereits seit sieben Jahren auf der Plattform aktiv ist, per Videochat über ihre neue Kooperation unter dem Titel „New Fashion Edits“ mit dem Unterwäschelabel Hunkemöller und das öffentliche Leben auf Social Media.

Lisa-Marie Schiffner, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur neuen Kampagne. Kann man sich bei so vielen Kooperationen überhaupt noch über eine solches Angebot freuen? 

Ja, auf jeden Fall, das hört nie auf. Kürzlich war ich in der Stadt zum Shoppen und habe ein Foto von mir in der Auslage gesehen, das war echt lustig. Die Frau im Geschäft hat mich auch erkannt – das ist immer noch ein krasses Gefühl. Meine Freunde, die dabei waren, haben mich gefragt, wie ich mich dann fühle. Und ich muss sagen: Ich kann das in dem Moment auch nie so ganz glauben.  

Müssen Sie bei den Angeboten, die Sie erhalten, immer lange abwägen? 

Man bekommt natürlich sehr viele Angebote und muss sich dann überlegen, was zu einem passt und was authentisch rüberkommt. Ich muss in erster Linie hinter dem Produkt und der Marke stehen und mich damit identifizieren können – das ist die Grundvoraussetzung. Es ist mir auch wichtig, was die Marke machen möchte oder ob sie bereit ist, meine Vorstellungen umzusetzen, denn ich möchte immer auch ein Stück meiner Kreativität einbringen.  


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Hunkemöller – das bedeutet automatisch nackte Haut. Spielte das auch bei der Entscheidung eine Rolle? Überlegt man da nochmals genauer? 

Für mich kam die Anfrage zu einem perfekten Zeitpunkt. Ich bin in diesem Jahr 20 geworden und jetzt kann ich auch ein wenig mehr zeigen, natürlich etwas feinsinniger – vorher hätte ich das nicht gemacht. Und nicht nur ich, sondern auch meine Community ist älter geworden. Ins Schwimmbad geht man schließlich auch im Bikini, da hab ich ebenfalls kein Problem, ein wenig Haut zu zeigen. Auf meinen Kanälen sind aber keine extremen Sachen zu sehen.   

Sprechen Sie die Angebote mit Ihren Eltern, Ihrem Freund oder anderen Influencern ab? 

Ich bin schon sehr sehr lange auf Social Media und kann das eigentlich recht gut einschätzen. Einen Ratschlag von außen benötige ich in Business-Fragen daher nicht unbedingt. Da mein Vater mein Management macht, spreche ich mit ihm natürlich trotzdem alles ab. Außerdem versuche ich immer, auch meine Wünsche dem Kunden vorzutragen, etwa zu erklären, wie ich mir ein Shooting vorstelle, welche Styles mir vorschweben und auch zu sagen, was mir nicht passt. Bei Hunkemöller durfte ich mir die Teile aussuchen, in denen ich geshootet werde, so konnte ich mich besser damit identifizieren. Das ist unglaublich wichtig.    

Sie haben bei Instagram geschrieben, dass Sie in der vergangenen Zeit ein wenig zugenommen haben. Mir wäre das jetzt nicht aufgefallen … 

Ich war schon immer super zierlich, hatte aber nicht wirklich ein Problem damit. Mein Ziel war es trotzdem schon länger, etwas zuzulegen, ein paar Kilos mehr zu haben – es gibt halt auch Leute, die zunehmen und nicht abnehmen wollen, das wird selten angesprochen. Ich fühle mich mittlerweile sehr wohl in meinem Körper. Wenn man zehn Kilo zunimmt, heißt das ja nicht automatisch, dass das negativ sein muss. Ich habe zum Beispiel viel Muskelmasse aufgebaut.  


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Wie haben Ihre Follower reagiert? Oder ist es ihnen gar nicht aufgefallen? 

Doch, doch, es ist ihnen schon aufgefallen, weil mich die Leute einfach schon super lange kennen. Es ist auch ganz positiv aufgenommen worden, weil es so ein Tabuthema ist, über das Gewicht zu sprechen. Man sollte so offen wie möglich mit solchen Themen umgehen – dann fällt es auch mir leichter, das zu verarbeiten. Es ist auch wichtig, den Leuten das Gefühl zu geben: Hey, ich hab die gleichen Struggles wie ihr und bin nicht so eine Superwoman, die nichts machen muss.   

Gab es kein negatives Feedback? 

Nein, tatsächlich überhaupt nicht. Ich gehe im Allgemeinen mit sowas auch recht cool um, lasse nicht mehr so viel an mich ran. Es gibt natürlich immer wieder Kommentare, bei denen man sich denkt: „Was will die Person damit bezwecken?“ Vielleicht hatte er oder sie einfach einen schlechten Tag. Daher sollte man bei einer Reaktion darauf auch immer aufpassen. Man weiß schließlich nie, in welcher Situation sich diese Person befindet. Ich habe nach vielen Jahren auf Social Media eine gute Schutzmauer aufgebaut und sehe vor allem das Positive. Ich bekomme sehr viele liebe Nachrichten und das kompensiert auch die Kritik. Ich möchte außerdem nicht so viel Energie für negative Menschen aufwenden.  

Antworten Sie auch mal direkt auf eine Zuschrift oder einen Kommentar?

Mittlerweile reagiere ich natürlich ganz anders auf Hate als noch mit 13 oder 14, da lernt man auf jeden Fall dazu. Man muss auch zwischen Hasskommentaren und konstruktiver Kritik unterscheiden. Wenn es ganz böse ist, denke ich mir: blockieren und fertig! Solche Personen haben auch nichts auf meinem Profil verloren. Inzwischen antworte ich den Leuten auch gerne direkt und bedanke mich für das Feedback. Lustigerweise nimmt das den Leuten ein wenig den Wind aus den Segeln, dann gibt es doch meistens eine Entschuldigung. „Das war doch gar nicht so gemeint.“ (lacht) Oder sie schreiben: „Oh, sorry, ich wusste gar nicht, dass du so nett bist.“ Jeder hat eine eigene Meinung. Und es muss auch nicht immer meine Meinung sein, das ist völlig okay. 


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Achten Sie mittlerweile mehr darauf, was Sie schreiben oder hochladen, um einen möglichen Aufreger zu vermeiden? 

Ja, mittlerweile sind alle sehr sensibel geworden – da muss man manche Themen schon mit Samthandschuhen anfassen. Ich bin sehr bedacht und versuche, bei allen Themen einen Mittelweg zu finden. Das ist mir wohl bisher auch ganz gut gelungen. Und, wie soll ich sagen: Wenn es jemandem nicht gefällt, dann kann er oder sie sich ja ein anderes Profil anschauen. Vielleicht findet man dort das, was die eigene Meinung widerspiegelt.  

Sie binden auch gerne Ihre Familie in die Posts ein. Stehen die voll dahinter oder sagen die auch mal „Leg doch das Handy weg!?“

Ach. Ich glaube, ich bin was das angeht, eine ganz angenehme Person. Ich filme die meisten Geschichten alleine, das dauert nur 15 bis 30 Sekunden – da bin ich ganz unscheinbar. „Leg doch das Handy weg!“ - das hat mir mein Vater vielleicht mal mit 13 gesagt. (lacht und schaut zu ihrem Vater rüber) Meine Familie unterstützt mich seit Tag eins und hat immer an mich geglaubt. Es sind die einzigen Menschen, bei denen ich weiß, dass sie es auch so meinen. 

Sie sind 20, haben 1,3 Millionen Follower, haben eine eigene Marke aufgebaut. Wie geht es jetzt weiter, was ist der nächste Karriereschritt? 

Mein Ziel ist es, etwas Eigenes zu gründen, mir zusätzliche Standbeine zu meinen Profilen aufzubauen, eine eigene Brand. Zeit, um nebenbei ein Studium zu machen, bleibt da derzeit nicht.   

Studieren könnten Sie auch noch in zehn Jahren … 

Genau, das sage ich auch immer. Vielleicht wächst mein Interesse dafür ja noch.   

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