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Huawei „P30": Es werde Licht
Lifestyle 3 Min. 30.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Huawei „P30": Es werde Licht

Die Geräte sind seit dieser Woche erhältlich, unter anderem in der Trendfarbe „Amber Red“

Huawei „P30": Es werde Licht

Die Geräte sind seit dieser Woche erhältlich, unter anderem in der Trendfarbe „Amber Red“
Foto: Hersteller
Lifestyle 3 Min. 30.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Huawei „P30": Es werde Licht

Huawei will mit seiner jüngsten Smartphone-Linie Fotografie-Fans hellauf begeistern. Telefonieren wird in diesem Fall zur Nebensache.

Nachdem in den vergangenen Wochen bereits die eine oder andere Insiderinformation zur jüngsten Smartphone-Linie des chinesischen Technologieriesen Huawei im Internet durchgesickert war, setzte der Geschäftsführer Richard Yu am Dienstag im Paris Convention Centre allen Spekulationen ein Ende. Vor rund 3.000 Zuschauern aus aller Welt stellte der CEO der Sparte Verbraucherprodukte, der sein Unternehmen in diesem, spätestens aber im nächsten Jahr zum weltweiten Marktführer avanciert sehen will, die „P30“-Linie in zwei verschiedenen Ausführungen vor. Vor allem mit dem Spitzenmodell „P30 Pro“ will das Unternehmen „die Regeln der Fotografie neu schreiben“ und dabei die Konkurrenz – allen voran Samsung und Apple – weiter in die Schranken weisen. 

Im Huawei "P30 Pro" stecken gleich vier Kameras. Im eckigen linken Kameraloch steckt die Telekamera mit einer Brennweite von 125 Millimeter Kleinbild-Äquivalent.
Im Huawei "P30 Pro" stecken gleich vier Kameras. Im eckigen linken Kameraloch steckt die Telekamera mit einer Brennweite von 125 Millimeter Kleinbild-Äquivalent.
Foto: dpa

Der geborene Nachtschwärmer 

Der Fokus liegt auf der in Kooperation mit Leica entwickelten Kamera. Sie wartet mit vier verschiedenen Linsen auf und soll selbst Profifotografen in Verzückung versetzen. Besonders stolz ist man auf die Bildqualität, die sich beim Fotografieren ohne Blitz selbst bei absoluter Dunkelheit erreichen lässt. Die 40-Megapixel-Weitwinkellinse, die als Hauptlinse, neben einer 20MP-Ultraweitwinkellinse, einer 8MP-Teleobjektivlinse sowie einer 32MP-Frontlinse, zum Aufnehmen von Selfies verbaut wurde, soll dank eines speziellen RYYB-Sensors Licht ins Dunkel bringen. 

Um genau zu sein 40 Prozent mehr als bei herkömmlichen Smartphonekameras. Beim verwendeten Farbfilter, der alternativ zum klassischen Bayer-Filter verwendet wurde, kommen verstärkt gelbe statt grüne Pixel zum Einsatz, sodass noch mehr Licht zum Sensor vordringen kann. Um dadurch entstehende Farbverfälschungen zu verhindern, wurde die Kamera-Software entsprechend umgeschrieben. Laut Huawei kann so eine Lichtempfindlichkeit von ISO 409 600 erreicht werden, ein Wert, den man üblicherweise teuren Digitalkameras zuschreibt. 

Das Smartphone ermöglicht selbst bei schlechten Lichtverhältnissen überraschend gute Bilder.
Das Smartphone ermöglicht selbst bei schlechten Lichtverhältnissen überraschend gute Bilder.
Foto: dpa

Ein direkter Live-Vergleich zwischen der fotografischen Leistung des „S10 Plus“ von Samsung, des „iPhone XS Max“ von Apple und des „P30 Pro“ bewies die Leistungsstärke der Low-Light-Funktion sogleich eindrucksvoll: Während die in Dunkelheit getauchte Safari-Kulisse, die neben der Bühne aufgebaut war, auf den ohne Blitz angefertigten Aufnahmen der beiden erstgenannten Geräte kaum zu erkennen war, lichtete das „P30 Pro“ das Motiv klar und deutlich ab. Sogar die Farben wurden passabel wiedergegeben. 

Das Huawei "P30 Pro" hat keinen klassischen Lautsprecher für das Telefon-Ohr. Stattdessen tönt es aus dem blau umkreisten Bereich der Anzeige.
Das Huawei "P30 Pro" hat keinen klassischen Lautsprecher für das Telefon-Ohr. Stattdessen tönt es aus dem blau umkreisten Bereich der Anzeige.
Foto: dpa

Der zehnfache Hybridzoom sowie die hohe Makrofähigkeit, dank der man das Motiv aus bis zu 2,5 Zentimetern Nähe einfangen kann, sollen zusätzlich zur Freude von Fotoenthusiasten beitragen. Ist das Motiv extrem weit entfernt, kann man dagegen auf einen 50-fachen Digitalzoom zurückgreifen. Hier ist allerdings eine ruhige Hand gefragt. 

Der US-Fotograf Erik Madigan Heck, den Huawei als Botschafter der neuen Linie engagiert hat, zeigte sich bei seinem kurzen Gastauftritt in Paris überaus begeistert. „Es ist unglaublich, solch ein kleines Gerät in der Tasche zu haben, mit dem man Fotos von derartiger Galeriequalität machen kann“, stellte der Künstler fest, der vorab ausgiebig Zeit hatte, das Gerät im Rahmen von Familienausflügen zu testen. 

Hüllenlos auf eigene Gefahr 

Als hilfreich könnte sich bei Letzteren auch die Tatsache erweisen, dass man mit dem „P30 Pro“ alle möglichen anderen Geräte wie etwa Zahnbürsten und In-Ear-Kopfhörer – ja, sogar die Smartphones der Konkurrenz – durch simples Auflegen kabellos aufladen kann. Auch die Verwendung als Autoschlüssel ist möglich. Hier fungiert Audi als erster Kooperationspartner in über 20 Ländern. Eine Nutzung als Hausschlüssel sei in einem weiteren Schritt ebenfalls denkbar, sagt Richard Yu. 

Kein großer Notch, kein eingestanztes Loch für die Kamera. Beim "P30 Pro" lässt Huawei die Frontkamera dezent ins Display hineinragen.
Kein großer Notch, kein eingestanztes Loch für die Kamera. Beim "P30 Pro" lässt Huawei die Frontkamera dezent ins Display hineinragen.
Foto: dpa

Das Design macht dank des abgeschrägten 6,5-Zoll-OLED-Bildschirms, der bei Telefonaten zudem als Lautsprecher fungiert, den abgerundeten Kanten und einem hochwertig wirkenden Glasgehäuse einen eleganten Eindruck. Gleichzeitig liegt das Smartphone aber aufgrund seiner schlanken Form und in Anbetracht der recht stolzen Preise von etwa 749 Euro für das „P30“ und zwischen 999 und 1 049 Euro für das „P30 Pro“ fast wie ein rohes Ei in der Hand. 


(FILES) In this file photo taken on March 06, 2019 a staff member of Huawei uses her mobile phone at the Huawei Digital Transformation Showcase in Shenzhen, China's Guangdong province. - China's Huawei's net profit grew 25 percent last year, the telecom giant said on March 29, 2019, as it vowed to "shake off outside distractions" amid a global US campaign to blacklist the company over espionage fears. (Photo by WANG ZHAO / AFP)
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„Es handelt sich nicht um ein Panzertelefon“, räumt denn auch Huawei-Designer Joon-Suh Kim im Interview ein. „Es sind definitiv keine Smartphones spezifisch für Bauabeiter.“ Das elegante Äußere, das mit filigranen Farbverläufen auf der Rückseite und der extravaganten Trendfarbe „Amber Red“ zusätzlich die Blicke auf sich zieht, soll primär Begehrlichkeiten wecken. Zum Schutz des Geräts empfiehlt der Produktdesigner dann aber jedem Nutzer, das Telefon nach dem Kauf mithilfe einer Hülle vor unerwünschten Schäden zu bewahren. Dafür seien die Geräte – Besitzerstolz hin oder her – heutzutage schlichtweg zu teuer. 

„Die Hülle sollte natürlich ebenso schön und hochwertig sein“, so Kim. Da erscheint es nur konsequent – manche würden auch clever sagen –, dass das Unternehmen gleich eine ganze Reihe ansehnlicher Hüllen entworfen hat.


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