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Hengst mit Power
Lifestyle 1 5 Min. 18.06.2021
Mustang Mach 1 im Test

Hengst mit Power

Der Ford Mustang Mach 1 wurde für die Rennstrecke gebaut, ist aber durchaus auch alltagstauglich.
Mustang Mach 1 im Test

Hengst mit Power

Der Ford Mustang Mach 1 wurde für die Rennstrecke gebaut, ist aber durchaus auch alltagstauglich.
Foto: Ford
Lifestyle 1 5 Min. 18.06.2021
Mustang Mach 1 im Test

Hengst mit Power

Ford bringt den leistungsstarken Mustang Mach 1 jetzt auch auf europäische Straßen.

Von Jean-Philippe Schmit

„Papa, Papa, komm schnell! Hier steht ein Ford Mustang!“, riefen zwei junge Dreirad-Fahrer begeistert, als sie beim Spaziergang mit ihren Eltern am späten Sonntagnachmittag auf einem Parkplatz entlang des Fahrradweges an der Alzette einen knallroten Ford Mustang Mach 1 erblickten. Selbst der Papa legte eine Pause ein, um das Fahrzeug aus Flat Rock im US-Bundesstaat Michigan unter die Lupe zu nehmen.

In der mittlerweile sechsten Generation löst der Mustang immer noch bei vielen ein Haben-wollen-Gefühl aus. Spätestens seit Steve McQueen als Bullit seinen Verfolgern in den Straßen von San Francisco mit einem Mustang entkommen konnte, zählt der Wagen zu den Ikonen der amerikanischen Popkultur, genau so wie der Hamburger und Coca-Cola.

Retrodesign in bunten Farben

Das Design des Mustang Mach 1 erinnert an den Urahnen aus den 1960er-Jahren. Das Auto liegt tief – die Höhe beträgt nur 1,4 Meter – und ist mit einer Länge von unter fünf Metern relativ kurz. Die Farbpalette, die den Käufern zu Auswahl steht, scheint dagegen aus den 1970er-Jahren zu stammen: Das Fahrzeug ist wahlweise auch in Knallgelb oder in Orange erhältlich. Das ebenfalls zur Wahl stehende Grau trägt den Namen „Fighter Jet grey“ und wird mit mattschwarzen und orangen Rennstreifen ergänzt. Eine Erklärung: „Ein wahrer Mustang Mach 1 muss auch im Stand schnell aussehen“, sagt Matthias Tonn, Fords Mach-1-Chefingenieur für Europa. Seit dem ersten Modell aus dem Jahr 1969 ist das Design, das sich an Rennfahrzeugen inspiriert, das Markenzeichen für den Mach 1. Im Vergleich zum „braven“ Basismodell GT wurde der Mach 1 auch mit einer Vielzahl von Aerodynamikteilen aufgewertet.

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Amerikanische Sportwagen haben generell den Ruf, schnell auf der Geraden zu sein – der Mach 1 bildet da keine Ausnahme. „Die Downforce konnte um 22 Prozent gesteigert werden“, sagt Ford. Der Mach 1 kann – für einen amerikanischen Sportwagen – auch richtig schnell durch Kurven fahren. „Der agilste und reaktionsschnellste Mustang, der jemals nach Europa kam“, sagt daher auch Ford.

Nicht nur leistungsstark, sondern auch hungrig: Der Verbrauch liegt bei rund 13 Litern. Im Test war er sogar noch höher.
Nicht nur leistungsstark, sondern auch hungrig: Der Verbrauch liegt bei rund 13 Litern. Im Test war er sogar noch höher.
Foto: Jean-Philippe Schmit

Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern, die in Spoiler und Diffusoren nur optische Hilfsmittel sehen, haben die Teile am Mach 1 eine Funktion, manche sind auf Anhieb nicht einmal zu erkennen. So sind im Unterboden Finnen verbaut, die die Brembo-Bremsscheiben mit kühler Luft versorgen. Der Mach 1 wurde für die Rennstrecke gebaut, also griff Ford auf die Produkte des italienischen Edelherstellers zurück. An der Vorderachse drücken sechs Kolben gegen die 380 Millimeter großen Bremsscheiben. Von 100 auf 0 km/h bremst der Mustang auf nur 31,8 Metern ab.

Kein Turboloch

Schon das Basismodell, der Mustang GT, ist kein Kind von Traurigkeit. Für den Mach 1 wurde der DOHC-Motor überarbeitet. In ihm arbeitet die Einspritzanlage aus dem Shelby GT350. Der Aluminiummotor bekam zudem einen teilweise offenen Luftfilterkasten und der Durchmesser der Drosselklappe wurde auf 87 Millimeter erhöht. Auch ohne Turbo- oder Kompressoraufladung gelangt nun genügend Sauerstoff in die Brennkammern. Wie bei einem Saugmotor üblich, entfaltet sich die Leistung linear, ein Turboloch bleibt aus. Bei mittleren Drehzahlen legt der Motor eine Schippe nach, um schon bei 7.250 U/min seine Leistungsspitze zu erreichen.

Der Ford Mustang Mach 1 ist in knalligem Rot, in einem nostalgischen Orangeton und in Kanarienvogelgelb erhältlich. Für Fahrer, die es weniger auffällig mögen, steht auch die Farbe „Kampfjet-Grau“ zur Auswahl.
Der Ford Mustang Mach 1 ist in knalligem Rot, in einem nostalgischen Orangeton und in Kanarienvogelgelb erhältlich. Für Fahrer, die es weniger auffällig mögen, steht auch die Farbe „Kampfjet-Grau“ zur Auswahl.
Foto: Ford

Der Mustang verfügt über eine klassische Einlasskanaleinspritzung und zusätzlich eine Direkteinspritzung. Um die Betriebstemperatur im grünen Bereich zu halten, spendierte Ford dem Motor einen zusätzlichen Ölkühler, so wie der Hinterachse und dem optionalen Automatikgetriebe auch. Aus fünf Liter Hubraum schöpft der Motor nun 460 PS bei 7.250 U/min (Mustang GT 449 PS) und stemmt ein Drehmoment von 529 Nm bei 4.900 U/min an die Hinterachse. Ein Drehzahlwunder ist der V8 nicht. Europäische Sportwagen müssen deutlich höher drehen, um die gleiche Nennleistung zu erreichen. Dank des Hubraumes fährt sich der Mustang sehr schaltfaul und dementsprechend entspannt. Am wohlsten fühlt sich der Motor bei niedrigen oder mittleren Drehzahlen. Schon bei 1.000 U/min liegen fast 400 Nm an.

Hohe CO2-Werte

Das Auto lädt geradezu dazu ein, bei niedrigen Drehzahlen in einem hohen Gang zu fahren. Denn nur bei sehr leichtem Gasfuß erreicht der Mustang den WLTP-Verbrauch von 12 bis 13 Liter (GT 11,8 bis 12,5 Liter). Bei wiederholtem Hochklettern der Drehzahlleiter wird es beträchtlich mehr, dann laufen auch schon 20 Liter Sprit durch die doppelt vorhandenen Einspritzdüsen. In Zeiten des Klimawandels sind mindestens 311 Gramm CO2 pro Kilometer für ein Alltagsauto eigentlich zu viel. Der Sportwagen ist aber auch eher ein Freizeitgerät, mit dem man, wie auf einem Motorrad, die vielen Kurven des Großherzogtums entdecken kann. Während der „Vakanz Doheem“ eine aufregende Alternative zur Fernreise.


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Für Diejenigen, denen der Verbrauch zu hoch ist und die dennoch Mustang fahren wollen, gibt es schließlich auch eine elektrische Alternative: der Mustang Mach-E. Ob der E-Mustang aber auch die gleichen Emotionen auslöst wie sein Bruder mit Verbrennungsmotor, sei dahingestellt. Den amerikanischen Weltkriegsveteranen, die in Bastogne vor der Bäckerei Schlange standen, hat der rote Mustang auf dem Parkplatz vor der Bäckerei gut gefallen. Zumindest so gut wie den jungen Dreiradlern. Besonders der Klang hat des den Senioren angetan: „Patato-Patato-Patato“.

Auch wenn der Mustang Mach 1 für die Rennstrecke gebaut wurde, ist er erstaunlich alltagstauglich. Zwei Erwachsene und zwei Kinder kommen bequem unter und der Kofferraum steckt mit rund 400 Liter auch so manchen Einkauf weg. Besonders interessant ist der Preis. Mit knapp 60.000 Euro ist der Ford im Hinblick auf das Preis-Leistung-Verhältnis ein Hammer. Bei anderen Herstellern gibt es für den gleichen Preis nur ein Sportcoupé mit 2.0 Dieselmotor. Bei den deutschen Premiumherstellern kostet ein Sportwagen mit V8-Motor mindestens das Doppelte. Mustangfahrer können die gesparten Euros aber auch gut gebrauchen – denn der Verbrauch ist ebenfalls unschlagbar.

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