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Heimische Alternativen zu den Exoten: Super ernährt mit Superfoods?
Lifestyle 5 3 Min. 25.02.2016

Heimische Alternativen zu den Exoten: Super ernährt mit Superfoods?

Lifestyle 5 3 Min. 25.02.2016

Heimische Alternativen zu den Exoten: Super ernährt mit Superfoods?

Es müssen nicht immer Gojibeeren aus China oder Chiasamen aus Mexiko sein. Auch viele Lebensmittel, die fast direkt vor der Haustür wachsen, können zu den sogenannten Superfoods gezählt werden. Sie werten unsere Ernährung mit ihren gesunden Inhaltsstoffen auf.

(dpa/tmn) - Sie sollen schlank und fit machen, die Jugendlichkeit erhalten, das Immunsystem stärken, Krankheiten vorbeugen und die Laune heben. Die Erwartungen an Superfoods sind immens. Gojibeeren, Chiasamen, Moringablätter und andere Exoten gehören ebenso in diese Gruppe wie Zutaten aus der Alltagsküche - etwa Spinat, Kräuter und Brokkoli. Eine feste Definition gibt es zwar nicht, klar ist aber: Superfoods sind natürliche Nahrungsmittel, die mit wertvollen Inhaltsstoffen einen Beitrag zu einer gesunden Ernährung leisten können.

„Superfoods wie zum Beispiel bestimmte Nüsse, Beeren oder auch Matcha enthalten große Mengen an Antioxidantien sowie wichtigen Vitaminen und Mineralien“, sagt Bestsellerautor und Vegan-Koch Attila Hildmann. Damit können sie die körpereigenen Reparaturmechanismen hervorragend unterstützen. Ernährungsexperten schätzen die Wirkung der Antioxidantien, die in vielen pflanzlichen Lebensmitteln zuhauf vorhanden sind.

Sie sollen die Fähigkeit haben, freie Radikale im Körper zu binden und unschädlich zu machen. So verhinderten diese sekundären Pflanzenstoffe, dass die freien Radikale, die unter anderem durch Stoffwechselprozesse, starke Sonneneinstrahlung, Stress oder Rauchen entstehen, Körperzellen angreifen und zerstören können.

Gesundheits-Bomben

Superfoods lassen sich leicht in den täglichen Speiseplan einbauen. Ein Salat mit Quinoa und dem Superfood Brokkoli ist gut zum Mitnehmen oder fürs Büro geeignet, sagt Hildmann. Und als wahre „Superfood-Bombe“ empfiehlt er einen Matcha-Banane-Schoko-Shake, der in nur drei Minuten aus Hafermilch, Mandelmus, Agavendicksaft, Vanille, Matchateepulver, Kakao und Banane gemixt ist. Grundsätzlich könne man die meisten Gerichte einfach aufwerten, indem man beispielsweise ein paar gehackte Superfood-Nüsse wie Walnüsse verwendet oder bei süßen Gerichten etwa Blaubeeren darüber streut, rät Hildmann. Das sei „super simpel und gleichzeitig lecker“.

Die wertvollen Inhaltsstoffe von Nüssen, Beeren und Samen sollen auch zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung beitragen. Den Begriff Superfoods sehen Kritiker jedoch vor allem als „Marketing-Gag“, mit dem exotische Lebensmittel, verpackt in eine Geschichte über ihre Wunderwirkung, teuer verkauft werden können. Ein paar der sogenannten Superfoods in den Speiseplan aufzunehmen reiche nicht für eine gesunde Ernährung.

Eher auf Ablehnung stoßen bei Ernährungswissenschaftlern vor allem Superfood-Extrakte wie etwa Moringa-Pulver oder Granatapfel in Kapseln. Das Beste aus einem Kilogramm Gemüse könne nicht in ein paar Gramm Pulver stecken. Extrakte seien ernährungsphysiologisch gesehen niemals so wertvoll wie das ursprüngliche Lebensmittel.

Attila Hildmann ist Autor veganer Kochbücher.
Attila Hildmann ist Autor veganer Kochbücher.
Foto: Becker Joest Volk Verlag/Justyna Krzyzanowska

Heimische Produkte aufwerten

Dass die Superfood-Welle auch europäische Lebensmittel ins Bewusstsein der Verbraucher rückt, bewerten sie jedoch positiv. Grüne Blattsalate, Kräuter, Nüsse und Samen seien reiche und wichtige Nährstoffquellen, die häufig unterschätzt werden. Zu vielen der exotischen Superfoods gebe es heimische Alternativen. So könnten etwa Chiasamen durch Leinsamen ersetzt werden, und Oliven enthielten eine ähnliche Nährstoffzusammensetzung wie Acaibeeren aus den Regenwäldern Amazoniens. Auch alle Kohlsorten sollten dabei nicht vergessen werden.

Superfoods, die in unseren Breiten angebaut werden können, sind ein wichtiger Bestandteil einer insgesamt ausgewogenen und bunt durchmischten Ernährung. Viele Superfoods, wie Blaubeeren, Grünkohl, Feldsalat oder Spinat, findet man auf dem Wochenmarkt. Sie seien meist frischer und vitaminreicher als importierte Lebensmittel.

Wenn möglich sind auch für Attila Hildmanns vegane Küche „frische Bio-Produkte aus der Region“ die erste Wahl. Neben den ökologischen Vorteilen spreche für sie, dass sie voll ausgereift geerntet werden und deshalb oft mehr Antioxidantien, Vitamine und Mineralien enthielten als Produkte mit langem Lieferweg. Bei getrockneten und gedörrten Produkten spiele dieser Aspekt allerdings eine untergeordnete Rolle. Und gegen ein paar importierte Lebensmittel sei natürlich auch nichts zu sagen. Denn, so Hildmann, „Matcha und viele Gewürze würde man hier ja gar nicht bekommen“.


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