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Glühende Finsternis
Lifestyle 2 Min. 27.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Glühende Finsternis

Lifestyle 2 Min. 27.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Glühende Finsternis

Gleich zwei spektakuläre Ereignisse lenken heute Nacht den Blick der Astronomiefans gen Sternenhimmel. Von Freitag auf Samstag findet zum einen die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts statt. Zum anderen ist der Mars der Erde so nah wie selten.

(nr/dpa) - Himmelsbeobachtern wird zunächst der Mars ins Auge fallen, der als auffällig helles Gestirn die gesamte Nacht über sichtbar ist. Die Erde überholt den Roten Planeten auf der Innenbahn des Sonnensystems, wobei es zu einer extremen Annäherung an unseren äußeren Nachbarplaneten kommt. Zu dieser speziellen Konstellation kommt es im Schnitt nur alle 15 Jahre, zuletzt 2003.

Doch auch der Mond ist heute nicht außer Acht zu lassen. Schon im Laufe des Morgens erreicht er seinen erdfernsten Bahnpunkt. Ihn trennen dann 406 220 Kilometer von der Erde. Deshalb sieht man abends den kleinsten Vollmond des Jahres. Außerdem wird der Erdtrabant merklich dunkler aussehen als gewohnt und sich zunehmend rot färben, sobald er um 20.24 Uhr in den Erdschatten eintaucht. Von 21.30 bis 23.14 Uhr hält er sich vollständig dort auf.

Die verschiedenen Phasen der totalen Mondfinsternis.
Die verschiedenen Phasen der totalen Mondfinsternis.
Foto: Sven Hoppe/dpa

Im Volksmund ist vom „Blutmond“ die Rede: Das Sonnenlicht fällt bei einem solchen Spektakel nicht mehr direkt, sondern nur noch durch die Erdatmosphäre in einem extrem flachen Winkel auf den Mond. Dabei wird das langwellige rote Licht am stärksten gebrochen. Die blauen Anteile des Sonnenlichts werden vorher in der Erdatmosphäre herausgefiltert. Mit einer Stunde und 44 Minuten ist dies die längste Mondfinsternis im 21. Jahrhundert. Sie wird erst von der Mondfinsternis am 9. Juni 2123 übertroffen, deren Totalität zwei Minuten länger dauert. Zurückzuführen ist die Länge der Mondfinsternis auf die große Distanz zwischen Erde und Mond.


Am Samstag lohnt ein Blick in den Himmel: Dann ist - wenn das Wetter mitspielt - eine totale Mondfinsternis in vielen Ländern zu beobachten. Foto: Uli Deck/Archiv
Himmelsphänomen kam noch vor der Dämmerung
Trotz des wolkenfreien Himmels konnten die Menschen in der Großregion die totale Mondfinsternis am Samstagnachmittag eher erahnen als betrachten. Obwohl der Blick frei war, kam das Phänomen zu früh. Es war noch nicht dunkel genug, um den rötlichen Schein des Mondes zu sehen.

Während die Mondfinsternis kurz nach Mitternacht als beendet gilt, bleibt der Mars die ganze Nacht lang zu sehen. Ein wenig südlich des Mondes strahlt der Rote Planet, der am 27. Juli der Sonne am irdischen Firmament genau gegenübersteht, in rötlichem Licht. Astronomen sprechen von Oppositionsstellung.

Nachdem der Mars den ganzen Monat Juli über an Helligkeit gewonnen hat, wird dieser nun zum dominierenden Gestirn des Nachthimmels. Durch die weit südliche Position von Mars im Sternbild Steinbock sorgt die Erdatmosphäre für eine zusätzliche Rotfärbung – ähnlich wie Sonne und Mond bei Auf- und Untergang rötlich verfärbt erscheinen.


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