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Gefährliches Halbwissen: Smartphone-Mythen auf dem Prüfstand
Lifestyle 3 Min. 19.07.2015

Gefährliches Halbwissen: Smartphone-Mythen auf dem Prüfstand

Längst nicht alles, was man sich so über Smartphones erzählt, ist wahr.

Gefährliches Halbwissen: Smartphone-Mythen auf dem Prüfstand

Längst nicht alles, was man sich so über Smartphones erzählt, ist wahr.
Foto: dpa
Lifestyle 3 Min. 19.07.2015

Gefährliches Halbwissen: Smartphone-Mythen auf dem Prüfstand

Vor Smartphone-Viren muss niemand Angst haben? Von wegen. Dafür sind explodierende Kosten zumindest im EU-Ausland keine Riesengefahr mehr, und jede Nacht an die Steckdose müssen moderne Handys auch nicht unbedingt. Nicht alles, was man über Smartphones hört, stimmt auch.

(dpa) Jeder benutzt es täglich, aber kaum jemand weiß wirklich alles darüber. Im Gegenteil: Gerade übers Smartphone kursiert viel Halbwissen. Viele der falschen, aber weit verbreiteten Annahmen stammen noch aus der Frühzeit des Mobiltelefons. Und andere haben nie gestimmt.

Sieben Mythen im Überblick:

- Eine 500-Megabyte-Flatrate reicht eigentlich immer: Stimmt nicht mehr. In Zeiten lückenhafter UMTS-Netze und kaum vorhandener Multimedia-Angebote für Mobilgeräte war das noch richtig. Doch wer Musik streamt, häuft schnell riesige Datenmengen an. „Da sind Sie dann ganz schnell im Gigabyte-Bereich“, sagt Falko Hansen vom Telekommunikationsportal „Teltarif.de“. Umgekehrt reicht bei zurückhaltender Nutzung mit etwas Surfen und Mailen aber vielleicht auch eine kleinere Flatrate.

- Moderne Smartphones müssen jede Nacht an die Steckdose: Stimmt nur noch teilweise. Denn sogenannte Phablets mit Displaydiagonalen jenseits von fünf Zoll werden immer populärer. Und in deren große Gehäuse passt auch ein großer Akku. „Der kann auch mal zwei Tage lang durchhalten“, sagt Monika Klein, stellvertretende Chefredakteurin von „Connect“. Die besten Riesenhandys schaffen demnach bis zu zehn Stunden Dauernutzung, mit Pausen auch deutlich mehr. Bei kleineren Geräten seien sechs oder sieben Stunden Dauerbetrieb die Regel.

- Für Smartphones gibt es keine Viren: Stimmt nicht. „Inzwischen sind die Ersteller von Schadsoftware auf Smartphones sogar aktiver als auf Desktop-Computern“, warnt Prof. Eric Bodden von der Technischen Universität Darmstadt. Betroffen sei wegen der großen Verbreitung vor allem Android, Schädlinge gibt es aber auch für andere Systeme. Schützen können sich Nutzer mit Virenscannern und gesundem Menschenverstand: „Die Hauptquelle für Smartphone-Viren sind unoffizielle App-Stores“, so Bodden. Am besten laden Nutzer neue Anwendungen daher nur von den offiziellen Plattformen herunter.

- Gute Apps gibt es nur für Android und iOS: Stimmt nicht. Die beiden Marktführer unter den mobilen Betriebssystemen haben nicht unbedingt bessere Apps - nur mehr. Wer auf die breite Masse verzichten kann, hat unter den Exoten aber zumindest eine sinnvolle Alternative: „Die grundlegenden Apps für den Alltag gibt es auch bei Windows Phone“, sagt Monika Klein. „App-Junkies, die die breite Auswahl brauchen, stoßen da aber schnell an ihre Grenzen.“

- Smartphones werden mit der Zeit immer langsamer: Stimmt nicht unbedingt. „Da ist auch viel Psychologie dabei“, sagt Falko Hansen. „Ein neues Smartphone ist ja meistens schneller als das alte, da gibt es dann einen „Wow-Effekt“.“ Und der verschwinde mit der Zeit, so der Experte. Klappt dann später etwas nicht sofort, nervt das. Immer neue Apps und Daten können ein Smartphone mit der Zeit aber tatsächlich etwas ausbremsen. Abhilfe schaffen Aufräum-Apps oder, noch besser, das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen.

- Eine Smartphone-Kamera taugt nur für Schnappschüsse: Stimmt meistens. Unter guten Lichtbedingungen können mit der Handykamera zwar richtig tolle Bilder gelingen, sagt „Connect“-Redakteurin Klein. „Aber wenn es dunkler wird, trennt sich die Spreu schnell vom Weizen.“ Gute Bilder gelingen dann am ehesten noch mit teureren Smartphones der Oberklasse: In einem Test der Zeitschrift schneiden das iPhone 6, Samsungs Galaxy S6 und das Huawei P8 am besten ab. Mit Spiegelreflexkameras halten sie aber natürlich längst nicht mit, so die Expertin: „Das ist technisch einfach nicht möglich.“

- Was ich nicht in die Cloud lade, bleibt sicher auf dem Handy: Stimmt nicht. Bei vielen Apps ist auch für Experten kaum erkennbar, was die Programme im Hintergrund auf einem Server speichern. Für Nutzer ist das einerseits komfortabel, weil ihre Informationen so synchron auf mehreren Geräten zur Verfügung stehen. Andererseits ist es aber auch eine Sicherheitslücke: „Wir haben festgestellt, dass die Daten in der Cloud oft nur schlecht geschützt sind“, warnt Prof. Bodden. Schützen können sich Nutzer dagegen kaum - hier hilft nur genaues Hinsehen, gerade bei den App-Berechtigungen.


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(Archivbild vom 17.11.2016/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher.)
Foto: Karolin Krämer
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