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Game-Tipps: Magische Momente
Lifestyle 23 9 Min. 03.05.2017 Aus unserem online-Archiv

Game-Tipps: Magische Momente

Lifestyle 23 9 Min. 03.05.2017 Aus unserem online-Archiv

Game-Tipps: Magische Momente

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Es gibt Games, die den Spieler auf magische Weise verzaubern und mitreißen. In diesem Best-of sind Titel aus den vergangenen Wochen dabei, die selbst eingefleischte Spieler ordentlich überraschen könnten. Daher anschnallen und berauschen lassen!

von Matthias Probst

Crawl

Was ist das denn? Pixeliger geht es wohl kaum? Doch bitte lasst euch von den Screenshots nicht ablenken. Hinter der groben Fassade verbirgt sich ein Juwel, das ich so gerne als Kind der 80er-Jahre gespielt hätte. Was das Zwei-Mann-Studio Powerhoof da aus dem Hut zaubert, ist erstaunlich. Grundsätzlich geht es darum, dass ihr als tollkühner Held durch düstere Dungeons wandert, Monster tötet, Erfahrungspunkte sammelt, um am Ende gegen ein extra großes Ungetüm anzutreten.

Das allein wäre zwar schon ganz lustig, aber vielleicht nichts, was euch Stunden vor den Fernseher fesselt. Die erste Besonderheit bei „Crawl“: Ihr spielt immer zu viert. Fehlen mal ein paar Freunde, dann füllt der Computer die restlichen Plätze auf. Bevor ich es vergesse: Das Ganze findet immer lokal statt. Soll heißen: Es gibt keinen Online-Modus. Wer mit euch spielt, sitzt also neben euch im Wohnzimmer. Die nächste herausstechende Eigenschaft: Es darf immer nur ein Held kämpfen, um Ruhm und Ehre zu erlangen. Und was machen dann die anderen Spieler? Ganz einfach: Sie versuchen, den Platz des Helden einzunehmen. Denn der Clou an der Sache ist, dass die restlichen Spieler die Kontrolle über die Monster und Fallen in dem dunklen Verlies übernehmen können. Töten sie dadurch den Helden, so dürfen sie weiterspielen.

Die Dynamik, die dadurch entsteht, verbreitet so viel Laune, dass die Stunden wie im Flug vergehen. Damit es nicht langweilig wird, gibt es unzählige Waffen und Monster zu ergattern, die natürlich nach Lust und Laune – sofern die Kasse stimmt – aufgemotzt werden dürfen. Auch bei einem der drei Endbosse gibt es kein Verschnaufen: So darf ein Spieler als Held beispielsweise gegen einen gigantischen, dreiköpfigen Drachen antreten, während seine Freunde jeweils einen Kopf dieses Ungeheuers steuern. Hat man das Regelwerk einmal durchschaut, zieht die Motivations- und Unterhaltungsschraube mächtig an. Für mich persönlich ist dieser Titel eines der herausragenden Spiele dieses Jahres. Tolle Leistung, Jungs!

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC

Enter the Gungeon

Simpel, fies und unglaublich unterhaltsam: Keine Ahnung, wie oft ich mich bereits in eines der zufallsgenerierten Labyrinthe begeben habe, um nach kurzer Zeit – meist waren es rund 20 Minuten – das Zeitliche zu segnen. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal: „Neuer Durchgang, neues Glück“ lautet die Devise dieses pixeligen Top-down-Shooters. Denn jeder Durchgang ist einzigartig: Als Spieler habt ihr zunächst die Wahl aus vier Charakteren, von denen jeder die ein oder andere Besonderheit an Fähigkeiten aufweist. Danach geht es in den „Gungeon“. Die Wortwahl spricht bereits Bände: Hier unten ist es recht bleihaltig und jeder Gegner lässt seine Geschosse nur so durch die Luft fliegen. Ausweichen, zurückballern und in Deckung gehen.

Foto: Hersteller

Den eigentlichen Spaß bezieht das Spiel allerdings durch das Zufallselement: Denn nicht nur die Levels sind jedes Mal zufällig zusammengewürfelt, auch die Vielzahl an Waffen macht einfach Laune. So habe ich selbst nach dreißig Anläufen längst nicht alles gesehen – aber schon so einige abgefahrene Favoriten: eine Kugel, die Schrotflinten schießt (nicht umgekehrt!), ein Teufelskopf, der Gegner verflucht oder eine Eikanone, die kleine Vögelchen auf meine Feinde losschickt. Ihr seht: Ein merkwürdiger Humor ist hier durchaus vorhanden. Richtig fetzig wird „Enter the Gungeon“, wenn ihr von der Couch aus gemeinsam mit einem Kumpel auf die Suche nach der „Kugel, die die Zeit ändern kann“ geht. Wer es schafft, sich durch die insgesamt fünf Ebenen zu kämpfen, verdient dabei meinen größten Respekt.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC

FlatOut 4: Total Insanity

Der Untertitel „Total Insanity“ könnte kaum besser getroffen sein. Denn dieses Rennspiel ist alles andere als normal. Ich habe früher schon gerne bei „FlatOut“ das ein oder andere Auto meines Gegners zerlegt. Im neusten Aufwasch der Reihe kommen daher nostalgische Gefühle auf: Rennen fahren, Konkurrenten schrotten und die Gegend in Grund und Boden rasen – ja, das enspannt unheimlich nach einem langen Arbeitstag. Die Vehikel lassen sich natürlich kräftig tunen, um noch mehr Wumms auf die Straße zu bringen.

Damit die Rennen nicht zu langweilig werden, haben sich die Entwickler ein paar Varianten überlegt: Mal gilt es einfach von A nach B zu rasen und als Erster die Ziellinie zu überqueren, mal muss ich als letzter fahrtüchtig bleiben und ein anderes Mal darf ich mit dicken Extra-Waffen meine Gegner beharken. Alles durchaus nett. Richtig verrückt – und auch ziemlich makaber – wird es jedoch bei den Herausforderungen: An dieser Stelle muss der Spieler mit seinem Auto ordentlich Gas geben, um anschließend bei hoher Geschwindigkeit den Fahrer des Wagens aus der Frontscheibe zu katapultieren. Diesen gilt es dann entweder auf Dominosteine zu lenken oder in Zielkreise, die Punkte geben. Diese Art von Spaß muss man schon mögen. Wer auf schrottreife Karren abfährt, sollte diesem Spielchen eine Chance geben.

Erhältlich für: PS4, Xbox One

Snake Pass

Dieses Spiel ist definitiv nichts für meine Schwiegermutter: Sie fürchtet sich vor Schlangen – egal wie bunt und niedlich sie auch sind, wie beispielsweise in diesem Spielchen. Dabei haben es die Kriechtiere doch schon ohne uns Menschen nicht sonderlich leicht: Das brachte mir zumindest „Snake Pass“ bei. Ziel dieses Plattformers ist das Einsammeln bestimmter Gegenstände in einem breit abgesteckten Areal. Klingt jetzt auf den ersten Blick nicht sonderlich interessant. Abwarten! Denn der Hauptakteuer, eine hübsch geringelte Schlange, will erst einmal gebändigt werden.

Das Entwicklerteam von Sumo Digital hat sich redlich Mühe gegeben, die Bewegungen einer Schlange auf den Controller zu übertragen. Die ersten Minuten verbrachte ich damit, mich an die ungewöhnliche Steuerung zu gewöhnen. Und siehe da: Nach einer Weile schlängele ich mich durch die comic-hafte Umgebung, als hätte ich nie etwas anderes getan. Aber die Gegenstände wie Münzen oder Schlüsselsteine einzusammeln wird dadurch längst nicht zum Kinderspiel. Sich beispielsweise an einem Bambusgerüst hochzuschlängeln erfordert einiges an Fingerspitzengefühl – doch das befriedigende Gefühl, wenn eine Aktion gelungen ist, hebt den Titel aus der Masse. Zum Glück hat der kriechende Held ja noch Unterstützung von seinem gefiederten Freund: Ein Kolibri flattert stets an eurer Seite und packt auch mal mit an – im wahrsten Sinne des Wortes – wenn es brenzlig wird. Ein knuffiges, wenn auch forderndes Spiel, das euch Schlangen von einer ganz neuen Seite präsentieren wird.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC, Switch

Wonder Boy: The Dragon's Trap

Ursprünglich wurde „Wonder Boy“ für das Sega Master System entwickelt und erschien erstmals im Jahr 1986. Da ich allerdings ein Nintendo-Anhänger war – und immer noch bin –, ging das kurzweilige Hüpfvergnügen völlig an mir vorbei. Doch zum Glück gibt es ja die Entwickler bei DotEmu, die den dritten Teil der Reihe nun in neuem Glanz erstrahlen lassen. Nun ja: Also hierbei handelt es sich streng genommen nicht ganz um ein Remaster, sondern um eine leicht veränderte und ziemlich aufgehübschte Version des Originals. Das Erstaunliche: Die Spielmechanik wurde fast vollständig so übernommen, wie sie früher war. Dabei zeigt sich, wie zeitlos dieser Titel ist – denn das Konzept geht auch heute noch perfekt auf.

Das Jump&Run gepaart mit leichten Rollenspielelementen sorgt für ein paar nette Stunden vor dem Bildschirm. Aber das Beste kommt zum Schluss: DotEmu hat ein Feature eingebaut, für das ich sie liebe. Per Druck auf die Schultertaste des Controllers erlebt das Bild auf dem Fernseher eine kleine Zeitreise: Ein Druck genügt, um die Originalgrafik auf den Monitor zu zaubern. So sah das also vor fast dreißig Jahren aus. Wem diese pixelige Optik zu hart ist, kann gerne wieder auf den wunderschön handgemalten Stil umwechseln. Persönlich halte ich beide Designs für sehr gelungen. Davon abgesehen spielt sich der Titel auch extrem flott. Für Fans des Genres: Unbedingt anschauen! Ach ja: Wer noch alte, aufgeschriebene Codes des Originals zuhause herumliegen hat, der darf diese hier eingeben – das funktioniert nämlich. Cooler Fanservice! Und wer nach dem Spiel noch weiterhin auf dieses Universum Lust hat, der sollte sich „Monster Boy and the Cursed Kingdom“ vormerken – das Spielchen erscheint noch dieses Jahr, sieht schick aus und dreht sich ebenfalls um den tierischen Haupthelden.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC, Switch

Lego City Undercover

Vier Jahre ist es her: Im Jahr 2013 erschien „Lego City Undercover“ exklusiv für die Wii U – und war ein echter Kracher. Da haben sich sicherlich einige Besitzer einer PS3 oder Xbox 360 geärgert. Nun hat Publisher Warner Bros. doch noch ein Einsehen mit den Spielern und bringt das muntere Klötzchenspiel auch für Besitzer einer Xbox One, PS4 und Nintendo Switch auf den Markt. Grob gesagt handelt es sich bei dem Titel um eine Art „GTA aus Lego“, sprich: Open World, große Stadt, viel zu entdecken, etliche Missionen und Verbrecher dingfest machen. Alles angepasst auf junge Spieler.

Im Mittelpunkt des optisch aufgetunten Vergnügens steht Super-Polizist Chase, der seinen Widersacher Rex Fury ausschalten soll. Dieser Ganove sorgt nämlich in Lego City für ordentlich Chaos. Dass es dabei immer wieder zu irrwitzigen Situationen kommt, sollte Kennern der Lego-Spiele bereits klar sein – auch wenn es manchmal ein allzu kindlicher Holzhammer-Humor ist, sind Lacher keine Seltenheit. Spielerisch geht es auf gewohnte Lego-Pfade: In den Missionen müssen kleine Rätsel gelöst werden und manchmal ein paar Schurken in ihre Einzelteile zerlegt werden. Nichts Neues also, aber dafür sehr unterhaltsam. Mich hat jedoch die niedliche Klötzchen-Version von New York gefesselt, in der es so viel zu entdecken gibt, wenn man genau hinschaut. Wer sich diesen Titel zulegt, wird für die nächsten Wochen jedenfalls locker-leichten Spaß haben. Mir gefällt es jedenfalls.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, Switch

Styx - Shards of Darkness

Nach „Master of Shadows“ darf sich Grünhaut Styx nun erneut an ein düsteres Fantasy-Abenteuer wagen. Der langfingerige Goblin muss auch dieses Mal wieder still und heimlich agieren, um seine Kundschaft von ihren Schätzen zu erleichtern. Dabei legen die Entwickler der Cyanide Studios viel Wert darauf, dass Schleichen eine zentrale Rolle in dem Spiel einnimmt. Frontale Konfrontation mit den Feinden endet meist im virtuellen Tod. Frei nach dem Motto „Täuschen, tarnen, verpissen – oder auch mal meucheln“ muss sich der Spieler durch die Missionen bewegen. Ein ausbaubarer Fähigkeitenbaum, der zusätzliche Ablenkungsmanöver oder Schleichfertigkeiten eröffnet, erlaubt jedem seinen eigenen Spielstil zu verwirklichen.

Dass das Ganze dann auch noch recht schick in Szene gesetzt wurde, macht es umso spannender. Einziges Manko ist jedoch die Steuerung: Wie oft hatte ich mit der Kamera zu kämpfen oder bin bei Hüpfpassagen in den Tod gesprungen, weil rettende Kanten nicht angezeigt wurden?! Das kann auf Dauer schon nerven. Und dennoch hatte ich mit dem grünen Schurken meine Freude. Denn das Genre der Schleichspielchen ist leider rar gesät. Diesem hier gebe ich daher gerne immer mal wieder eine Chance, mich zu begeistern. Dabei kann es echt herrlich sein, wenn ein Ablenkungsmanöver funktioniert und man mit prall gefüllten Taschen in die heimische Höhle zurückkehrt. Für einen kleinen Patch der Steuerung wäre ich dennoch dankbar.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC


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