Game-Tipp: „Monster Hunter: World“: Die Jagd ist eröffnet
Grausame Schönheit: Die Flora und Fauna in „Monster Hunter: World“ ist eine Klasse für sich.

Game-Tipp: „Monster Hunter: World“: Die Jagd ist eröffnet

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Grausame Schönheit: Die Flora und Fauna in „Monster Hunter: World“ ist eine Klasse für sich.
Lifestyle 1 2 Min.05.02.2018

Game-Tipp: „Monster Hunter: World“: Die Jagd ist eröffnet

Der japanische Publisher Capcom löst seine Monster von der Nintendo-Exklusivität der letzten Jahre – und beeindruckt mit einem ungewöhnlichen und starken Konzept.

von Matthias Probst

Jetzt oder nie: Der T-Rex-ähnliche Gigant bläht seine Nüstern auf, um zu einem gewaltigen Biss auszuholen. Doch inzwischen weiß der Held genau, was auf dieses Verhalten folgt, kann rechtzeitig ausweichen und mit seinem Langschwert zum Gegenschlag ausholen. Geschafft! Das riesige Vieh geht zu Boden. Triumphierend geht es zurück ins Lager, um mit der Beute die eigene Ausrüstung aufzupeppen.

Game-Reihe mit Tradition

Es sind genau diese Momente, die Fans der „Monster Hunter“-Reihe seit fast 15 Jahren zu schätzen wissen. Mit „World“ bekommt die Jagd nach den Ungetümen auf einer fremdartigen Insel endlich einen Ableger, der das faszinierende Konzept dieses Spiels einem breiten Publikum präsentieren darf. Denn bislang galt: „Monster Hunter“ war ein Muss – aber nur etwas für Zocker mit starken Nerven, die nicht vor den Einstiegshürden zurückschrecken.

Dieser Grundsatz gehört nun der Vergangenheit an. Neulinge werden bei diesem Teil beinahe behutsam in das komplexe Universum eingeführt und bekommen sogar einige Helferlein zur Seite gestellt, die den Start deutlich erleichtern. Aber keine Sorge: Kenner sollten nicht die Nase darüber rümpfen, sondern sich an den neuen Herausforderungen erfreuen, von denen es auf dem malerischen Eiland eine ganze Menge gibt. Zudem ist die virtuelle Flora und Fauna vielleicht die bislang beste, die ein Videospiel je zu bieten hatte.

Das Spiel ist erhältlich für Xbox One und PS4.
Das Spiel ist erhältlich für Xbox One und PS4.
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Im Mittelpunkt des Geschehens steht ein selbst kreierter Recke, der zu Beginn noch recht schwach auf der Brust ist und erst durch verschiedene Aufträge langsam eine bessere Rüstung erhält. Spieler können aus insgesamt 14 verschiedenen Waffen wählen, um ihren ganz persönlichen Jagd-Stil zu unterstreichen: Vom klassischen Schwert und Schild über Dolche, Lanzen und Bögen bis hin zum eher ungewöhnlichen Dudelsack fällt die Wahl nicht gerade leicht. Die Waffe kann im Basislager übrigens jederzeit gewechselt werden, was zum Experimentieren einlädt.

Eine Sache könnte Fans von Rollenspielen etwas merkwürdig erscheinen: Levelanstiege sind hier Fehlanzeige. Alleine die Ausrüstung entscheidet darüber, wie gut der Spieler ist. Nur wer immer wieder raus in den Dschungel tapst, Missionen erledigt und Monster bekämpft, wird besser werden. Das liegt zum einen an den erbeuteten Materialien, zum anderen aber daran, dass man seine Widersacher dadurch genauer kennenlernt. Gerade bei den übergroßen Exemplaren ist eine gute Vorbereitung das A und O, um zu überleben und erfolgreich zu sein – eine Spielmechanik, die äußerst motivierend ist.

Jagen verbindet

Allerdings werden selbst die tapfersten Jäger irgendwann an ihre Grenzen stoßen beziehungsweise einen schweren Stand bei den richtig großen Echsen haben. Daher baut Entwickler Capcom darauf, dass sich Jäger aus aller Welt zu Gruppen zusammenschließen. Das gesamte Spiel ist darauf ausgelegt, schnell Verbündete für einen Auftrag zu finden: Im Verbund von bis zu vier Jägern entstehen ganz neue Möglichkeiten, um einen Titanen niederzuringen – Langzeit-Spaß ist garantiert. Natürlich ist die gemeinsame Jagd kein Muss, aber dennoch ein Bestandteil, der „Monster Hunter: World“ zu einem außergewöhnlichen Titel macht.

Zugegeben: Es dauert ein Weilchen, bis man sich an alle Spielmechaniken gewöhnt hat. Aber es ist schon sehr erfrischend, wenn ein Spiel dem Nutzer nicht jedes Feature in kleinen Häppchen serviert, sondern ihn selbst auf Erkundungstour schickt. Mit „Monster Hunter: World“ bietet Capcom Neulingen jedenfalls die ideale Chance, um endlich einmal in dieses einzigartige Spieluniversum einzutauchen, ohne große Einstieghürden überwinden zu müssen. Optisch und spielerisch ist „World“ jetzt schon ein heißer Kandidat für das „Spiel des Jahres“.

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