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Eine Disney-Prinzessin aus Kolumbien
Lifestyle 1 3 Min. 21.08.2021
Game-Tipp

Eine Disney-Prinzessin aus Kolumbien

Bunt, charmant, einzigartig: „Cris Tales“ überzeugt mit einem ungewöhnlichen Grafikstil und interessanter Spielmechanik.
Game-Tipp

Eine Disney-Prinzessin aus Kolumbien

Bunt, charmant, einzigartig: „Cris Tales“ überzeugt mit einem ungewöhnlichen Grafikstil und interessanter Spielmechanik.
Screenshot: Hersteller
Lifestyle 1 3 Min. 21.08.2021
Game-Tipp

Eine Disney-Prinzessin aus Kolumbien

Auf den ersten Blick mutet dieses Rollenspiel klassisch an – doch das täuscht. "Cris Tales" bietet eine äußerst charmante Zeitreise.

Von Matthias Probst

Liebevoller Gedanke: Eine Disney-Prinzessin aus Kolumbien – das war die Zielsetzung von Carlos Rocha Silva. Nun handelt es sich hier nicht um den nächsten abendfüllenden Zeichentrickfilm, sondern um ein waschechtes Rollenspiel für den PC und Spielkonsolen. Die Rede ist von „Cris Tales“, einem klassisch anmutenden Japano-Rollenspiel, das aber nun mal aus Kolumbien stammt und keine asiatischen Wurzeln aufweist. Das allein ist schon mal sehr ungewöhnlich.

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Carlos Rocha Silva, Kopf des Entwicklerstudios Dreams Uncorporated und Mitbegründer von SYCK, verwirklicht hier einen lang gehegten Traum. Ein Rollenspiel an sich wäre jetzt noch kein Grund, um darüber einen ganzen Bericht zu verfassen. Doch wer den Werdegang von Carlos Rocha Silva beobachtet hat, der weiß, dass dieser Mann keine normalen Videospiele erschafft. Bereits 2018 kam ein Spielchen namens „Haimrik“ auf den Markt. Darin entdeckte ein Junge die Macht der Wörter und konnte, nur mit einer Schreibfeder ausgerüstet, seine Welt vor der Zerstörung retten. Ein spannender Ansatz, der als Achtungserfolg zu werten ist. Als Studio zeichnete damals allerdings Below The Game verantwortlich. Nun ging es für Carlos Rocha Silva weiter: Mit Publisher Modus Games im Rücken hatten er und sein Team ein größeres Budget und eine sympathische Grundidee. 

Das Spiel mit der Zeit 

Es geht hier nicht nur um eine disneyhafte Prinzessin, die Crisbell genannt wird, sondern auch um eine faszinierende Spielmechanik: Cris, so wird sie von Freunden genannt, hat nämlich die Gabe, dass sie die Gegenwart, Vergangenheit und die Zukunft gleichzeitig sehen kann. Sie ist eine Zeitmagierin, was sie lange Zeit aber nicht wusste. Ihre Fähigkeit kann nun aber dazu beitragen, dass ihre pittoreske Welt vom Chaos verschont bleibt. Denn als Gegenspielerin hat es Cris mit der Kaiserin der Zeit zu tun.

"Cris Tales" ist erhältlich für PC, Xbox, Playstation und die Switch.
"Cris Tales" ist erhältlich für PC, Xbox, Playstation und die Switch.
Foto: Hersteller

Wie illustriert man nun diese Gabe auf einem Monitor? Ganz einfach: Man teilt das Bild in drei Teile und zeigt somit alle Zeitebenen gleichzeitig. Daher sind die meisten Bilder, die man von „Cris Tales“ zu sehen bekommt, auch in drei Abschnitte eingeteilt: Links ist die Vergangenheit, im Zentrum die Gegenwart und rechts die Zukunft. Wenn Cris durch die farbenfrohe Welt läuft, sehen Spieler also auf einen Blick, was mal war, was ist und was mal werden könnte. 

Hommage an alte Zeiten

Die Betonung liegt hier tatsächlich auf „könnte“ – denn Cris kann die Zukunft ändern. Und hier fängt der Rollenspiel-Aspekt an. Inspiriert von alten Klassikern, wie der Final Fantasy Reihe, „Chrono Trigger“ oder „Mario-RPG“, bewegt sich „Cris Tales“ auf den Pfaden eines Japano-Rollenspiels. Soll heißen: Man besucht Städte, kämpft rundenbasiert gegen seine Feinde und levelt seine Fähigkeiten hoch. 

Der Spieler sieht drei verschiedene Zeitebenen.
Der Spieler sieht drei verschiedene Zeitebenen.
Screenshot: Hersteller

 

Doch die Zeitmechanik verleiht dem Spiel dabei eine einzigartige Note. Denn immer wieder kann Cris auf den Lauf der Zeit Einfluss nehmen. Steht vor ihr ein muskelbepacktes Monster, kann der Zahn der Zeit aus ihm einen gebrechlichen Greis machen oder ihn direkt ins Windelalter zurückkatapultieren. Das lädt zum Experimentieren ein. Aber auch fernab der Kämpfe muss sich Cris auf ihre Fähigkeiten verlassen und teils schwierige Entscheidungen treffen. 

An der Seite ihres sprechenden Frosches Matias kann sie immer nur manchen Bewohnern aus der Misere verhelfen – doch längst nicht allen. Daher kommt es hin und wieder zu Situationen, in denen sich Cris bewusst für oder gegen einen Bewohner entscheiden muss – und mit den Konsequenzen leben darf.

Fantastische Musikkulisse

Besonders gelungen ist bei „Cris Tales“ der Grafikstil: In Bewegtbildern sieht das Spiel wie ein interaktives Pop-up-Buch aus, das wirklich direkt aus dem Hause Disney stammen könnte. Untermalt wird das Abenteuer von einer fantastischen Musikkulisse, die oft für eine sehr stimmungsvolle Atmosphäre sorgt. Dabei kommt es immer wieder zu bewegenden Momenten – auch wenn die Story streng genommen keine Innovationspreise abräumen wird. 


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Dafür aber das Gameplay mit den verschiedenen Zeitebenen. Am Ende hat Carlos Rocha Silva seinen Traum sehr gut in die Tat umgesetzt: „Cris Tales“ ist auf der einen Seite eine Liebeserklärung an klassische Japano-Rollenspiele, anderseits aber auch etwas ganz Eigenes mit einer märchenhaften Prinzessin aus Kolumbien. „Cris Tales“ ist dabei keineswegs frei von spielerischen Makeln, aber dafür so charmant, dass man gerne ein Auge zudrückt. Wer sich also auf eine packende Zeitreise begeben möchte, kann sein Glück auf dem PC, der Switch, der Xbox oder der Playstation versuchen.

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