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Für den Krankheitsfall gerüstet
Urlaub schützt vor Krankheit nicht: Wer die richtige Auswahl an Medikamenten und Utensilien auf Reisen mit sich führt, dem bleiben einige zusätzliche Probleme erspart.

Für den Krankheitsfall gerüstet

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Urlaub schützt vor Krankheit nicht: Wer die richtige Auswahl an Medikamenten und Utensilien auf Reisen mit sich führt, dem bleiben einige zusätzliche Probleme erspart.
Lifestyle 3 Min. 06.12.2018

Für den Krankheitsfall gerüstet

Auf der Packliste für den Urlaub gehört sie nach ganz oben: die Reiseapotheke. Einiges darf auf keinen Fall fehlen. Bei anderen Mitteln muss man sich dagegen gut informieren, ob man sie überhaupt mitnehmen darf.

von Julie Zentek (dpa)

Eine Erkältung, ein verdorbener Magen oder juckende Mückenstiche – gesundheitliche Beschwerden können einem den Urlaub ganz schön vermiesen. Damit das nicht passiert, sollte man die Medikamente parat haben, die man auch zu Hause benutzt. In die Reiseapotheke gehört daher grundsätzlich all das, was auch sonst in der Hausapotheke vorhanden ist. Dazu zählen Schmerz- und Fiebermittel und Medikamente gegen Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Halsschmerzen, Husten oder Schnupfen. „Wenn Kinder mitfahren, auch die kindergeeigneten Varianten mitnehmen“, sagt der Arzt Rainer Löb. Außerdem sollten Desinfektionsmittel sowie Verbandsmaterial, Wundsalben und Pflaster zur Versorgung von kleinen Verletzungen nicht fehlen, empfiehlt die Apothekerin Ursula Sellerberg. Hilfreich kann manchmal ein Fieberthermometer sein.

Unverzichtbar sind Sonnenschutz und Mittel gegen Insektenstiche. Denn nicht nur in tropischen Ländern, sondern auch in Skandinavien können Mücken zur Plage werden. Tomas Jelinek, Facharzt für Tropenmedizin und medizinischer Direktor am Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin, empfiehlt eine niedrig dosierte Cortisoncreme: Sie hilft kurzfristig gegen Schwellungen und Entzündungen.

Daneben gehören natürlich auch die Mittel ins Gepäck, die man regelmäßig einnimmt. Das können Arzneimittel gegen Bluthochdruck, Herpes und Allergien, aber auch Schilddrüsenhormone und die Antibabypille sein. „Soweit vorhanden, sollten auch immer der Allergiepass und der aktuelle Medikamentenplan mit“, sagt Löb. Für die Menge gilt: Von allem, was man regelmäßig braucht, besser mehr als zu wenig mitnehmen. Schon ein verspäteter Rückflug reicht aus, und die Reise verlängert sich unvorhergesehen. „Als Sicherheitsreserve etwa ein Drittel mehr von allem einpacken“, rät Sellerberg.

Art der Reise berücksichtigen

Wer einen Wanderurlaub plant, sollte zusätzlich Blasenpflaster mitnehmen. Für einen Tauchurlaub empfiehlt Sellerberg Ohrentropfen. Sie sollen Entzündungen im Gehörgang durch verunreinigtes Wasser vorbeugen. Aktivurlauber auf Mountainbike- oder Klettertouren packen zusätzlich zur Grundausstattung weiteres Verbandmaterial wie sterile Wundkompressen, Einmalhandschuhe und eine Schere ein. Die Schere gehört aus Sicherheitsgründen nicht ins Handgepäck.

Bei Reisen in die Ferne kommt noch mehr auf die Packliste. „Für Fernreisen ist ein Antibiotikum, das gegen verschiedene Arten von Beschwerden hilft, oft sinnvoll“, erläutert Jelinek. Für manche Zielorte außerhalb der EU sind außerdem spezielle Impfungen nötig, oder man sollte präventive Medikamente mitnehmen, wie bei Malaria. Welche medizinische Ausstattung für das jeweilige Zielland wichtig ist, wissen der Hausarzt oder ein Reisemediziner.

Vorsicht vor Fälschungen

Alles, was man aus Luxemburg mitnehmen kann, sollte auch eingepackt werden. In vielen Regionen der Welt ist die medizinische Versorgung schlechter, als man es gewohnt ist. Außerdem ist Achtung geboten: Laut der Weltgesundheitsorganisation sind rund zehn Prozent der weltweit im Umlauf befindlichen Medikamente gefälscht – und das oft so gut, dass man die Fälschung äußerlich nicht vom Original unterscheiden kann. Hinzu kommt ein weiteres Problem. „Im Ausland sind die Namen von Arzneimitteln und Wirkstoffen manchmal anders als von zu Hause gewohnt“, sagt Sellerberg. Von vermeintlich günstigen Arzneien auf Wochenmärkten oder bei fliegenden Händlern sollte man daher besser die Finger lassen.

Welche Medikamente wichtig sind und wann diese bei einer Zeitverschiebung am Zielort eingenommen werden müssen, weiß der Hausarzt. Besonders Patienten mit chronischen Erkrankungen und verschreibungspflichtigen Medikamenten sollten sich dort beraten lassen. Wer zusätzlich bei der Zusammenstellung Beratung möchte, kann sich an eine Apotheke wenden. Dort klären sich auch weitere Fragen, etwa welche Darreichungsform für die Reisepläne am besten geeignet ist und wie Medikamente transportiert werden müssen.

Vorab sollte man sich noch über die Vorschriften für die Mitnahme von Medikamenten informieren, am besten bei der Botschaft des Ziellandes oder der Fluggesellschaft. Einige Airlines verlangen für manche Arzneien ärztliche Bescheinigungen oder schriftliche Rezepte. Das gilt besonders für das Mitführen von Injektionsspritzen sowie starken Schmerz- und Betäubungsmitteln. „Am besten die Originalverpackung der Medikamente mitnehmen“, sagt Löb. So können bei der Sicherheitskontrolle Nachfragen geklärt und Missverständnisse vermieden werden. Medikamente, die man jeden Tag braucht, gehören stets ins Handgepäck. „Falls der Koffer auf dem Flug verloren geht, hat man trotzdem alles Wichtige dabei“, so Löb. Alles, was nicht unbedingt notwendig ist, kann im Koffer verstaut werden.


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