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Führungsanspruch
Lifestyle 20 1 3 Min. 19.02.2016 Aus unserem online-Archiv
Fahrbericht Mercedes-Benz S-Klasse Coupé S 63 AMG

Führungsanspruch

Fahrbericht Mercedes-Benz S-Klasse Coupé S 63 AMG

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Lifestyle 20 1 3 Min. 19.02.2016 Aus unserem online-Archiv
Fahrbericht Mercedes-Benz S-Klasse Coupé S 63 AMG

Führungsanspruch

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Deutsche Gründlichkeit, gepaart mit einem ordentlichen Schuss Emotion, dazu jede Menge Luxus, so in etwa könnte man eines der edelsten Modelle aus Stuttgart in kurzen Worten beschreiben.

(TJ) – Damit wir uns gleich verstehen: Das Gefühl, hinter dem Lenkrad eines der exklusivsten Sternewagen durch die Landschaft zu cruisen und zu wissen, dass man bei Bedarf den Sprint von 0-100 km/h in 3,9 Sekunden quasi aus dem Hemdsärmel schütteln könnte, ist einfach unbeschreiblich.

Doch leider hat der Spaß einen entscheidenden Nachteil: Ihr Grundpreis von 170.400 Euro machen die knapp über fünf Meter lange Kalesche für die meisten Zeitgenossen zum unerschwinglichen Traum. Im Testwagen addierten sich dann noch einmal knapp 45.000 Euro an Sonderausstattungen zu einem stolzen Gesamtbetrag von rund 215.000 Euro hinzu.

Value for money

Allerdings bekommt der Käufer dafür auch jede Menge geboten: Unter der Haube stemmen acht Biturbo-geladene Kolben satte 900 Newtonmeter Drehmoment und 430 kW (585 PS) Höchstleistung auf die Kurbelwelle. Der AMG-Motor kann so ziemlich alles, was man ihm abverlangt. Dezentes Säuseln liegt ihm ebenso, wie V8-Bollern unter Last.

Im Sport-Modus erlaubt er sich sogar Zwischengas-Fauchen, wenn das Siebengang-Sportgetriebe zurückschaltet. Beim beherzten Tritt auf das Gaspedal hat der Fahrer jedes Mal das Gefühl, rohe Naturgewalten zu entfesseln, die Art und Weise, wie der 2070 Kilogramm schwere Wagen lossprintet ist beeindruckend – selbst wenn dem Fahrer an und für sich kaum Können abverlangt wird.

Auch der "Never Stop Challenging" - Werbespot zeigt den Führungsanspruch auf:

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Elektronische Heinzelmännchen regeln die Rakete ein, halten sie in der Bahn, und erkennen jeglichen fahrerischen Übermut. Dieser wird mit dezenten Eingriffen – wie es sich für einen AMG-Vertreter gehört – eingeregelt. Dass die Höchstgeschwindigkeit von "nur" 250 km/h ebenfalls ein Resultat der elektronischen Begrenzung ist, leuchtet ein. Der Wagen könnte locker an der 300 km/h-Marke kratzen.

Selten müssen die Kolben pro Minute mehr als 2000mal auf und ab, Leistung ist einfach da - auch im Drehzahlkeller! Dass sie sicher übertragen wird, dafür sorgt der serienmäßige Allradantrieb. Dass der Verbrauch auf unserer Testfahrt bei 13,5 Liter lag, ist eher ein Beleg für konsequente Effizienz, als für eine übertrieben zurückhaltende Fahrweise.

Aufgeräumtes Ambiente

Im Innenraum wetteifern Leder und Karbon miteinander. Sie betonen die geschwungene Line des (aus der S-Klasse bekannten) Armaturenbretts, das von zwei riesigen Schirmen anstelle von klassischen Instrumenten dominiert wird. Auch das ist aus der S-Klasse übernommen.

255er Breitreifen im 20-Zoll-Format sorgen für Bodenkontakt.
255er Breitreifen im 20-Zoll-Format sorgen für Bodenkontakt.
Foto: Teddy Jaans

Die fiktiven Zeiger lassen sich in jeder Lichtsituation gut ablesen, die Anzeigen sind übersichtlich und passen somit gut zum aufgeräumten Ambiente. Lediglich einige Wippschalter sind auf der Mittelkonsole angebracht, der Rest des Fahrzeugs wird über den Drehregler auf dem Mitteltunnel bedient.

Zudem steht ein Touchpad, etwa zum Eingeben von Adressen, zur Verfügung. Happig sind die über 7.000 Euro für das 1520 Watt starke Burmester-Soundsystem. Doch dafür bläst die Musikanlage dem aufmerksamen Ohr selbst zarteste Klavierklänge aus 24 Lautsprechern mit einer Feinheit ins Gehör, dass es einem kalt den Rücken runter läuft.

Wer noch einmal rund 5500 Euro drauf legt, kann bei Nacht über LED-Licht und den hervorragend arbeitenden Nachtsichtassistenten vertrauen. Dies bedeutet nicht, dass man als Fahrer nicht mehr aufmerksam sein muss, aber die Art und Weise, wie das System ausserorts selbst halb versteckte Fußgänger erkennt und punktuell kurz anstrahlt, hat uns mehr als beeindruckt. Schade, dass solche Sicherheitssysteme einstweilen der automobilen Oberklasse vorbehalten sind.

Erster Klasse

Fahrer und Beifahrer reisen erster Klasse, die Nappaleder-bezogenen Sitze geben auch bei sportiver Kurvenhatz ausreichend Seitenhalt. In der zweiten Reihe wird den Passagieren etwas Kompromissbereitschaft abverlangt. Bein- und Kopffreiheit sind nach unserer Lesart eher für Kurzstrecken gedacht, als für die Urlaubsreise. Auch der 400 Liter fassende Kofferraum ist kein Raumwunder.

Doch was soll die Kritik. Das S-Klasse Coupé ist ein Traumwagen. Ob es die schnellste Version sein muss, das bleibt dem persönlichen Gusto des Käufers überlassen. Jedenfalls konnte das Kraftpaket aus Affalterbach uns überzeugen...

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