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Ford Focus ST: Muskulöser Saarländer
Lifestyle 3 Min. 10.08.2019

Ford Focus ST: Muskulöser Saarländer

Auch optisch macht der neue Ford Focus ST einiges her – vor allem in „Orange Fury“.

Ford Focus ST: Muskulöser Saarländer

Auch optisch macht der neue Ford Focus ST einiges her – vor allem in „Orange Fury“.
Foto: Ford
Lifestyle 3 Min. 10.08.2019

Ford Focus ST: Muskulöser Saarländer

Marc WILLIERE
Marc WILLIERE
Die vierte Generation des Ford Focus ST fährt mit besonders sportlichen Genen vor.

Was dem einen recht ist, ist dem anderen billig: Nachdem Ford im vergangenen Jahr der vierten Generation des Focus das nötige Rüstzeug verpasste, damit er zum neuen Star in der Kompaktklasse aufsteigen kann, steht nun auch der Focus ST in ebenfalls vierter Neuauflage in den Startlöchern.

Das vom „Ford Performance“-Team entwickelte Modell, das wieder als fünftüriger Schrägheck und in der Kombi-Version Clipper auf den Markt kommt, präsentiert sich stärker und temperamentvoller denn je. Laut Direktor Leo Roeks kam dem Kompaktsportler vieles zugute, das die Autobauer aus Köln bei der Entwicklung des Supersportwagens Ford GT oder des Focus RS gelernt haben.

Mit der jüngsten Generation des 2,3-Liter-EcoBoost-Turbobenziners erreicht der kleine Sportler einen neuen Zenit: Der drehfreudige Vierzylinder leistet jetzt 206 kW (280 PS) und übertrifft damit den Vorgänger um zwölf Prozent. Mit 420 Nm liegt sein Drehmoment sogar um 17 Prozent über dem bisherigen Spitzenwert. Für den Sprint auf 100 km/h benötigt das mit einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe gekoppelte Aggregat 5,7 Sekunden.

Ein sportlich abgestimmtes Sieben-Gang-Automatikgetriebe wird gegen Ende des Jahres nachgereicht. Leistungsstärker präsentiert sich auch der Turbodiesel. Mit unverändert zwei Litern Hubraum entwickelt das EcoBlue-Aggregat mit vier Zylindern aber nunmehr 140 kW (190 PS) – fünf PS mehr als bisher.


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Wie bereits der Focus, der ebenfalls im saarländischen Saarlouis vom Band läuft, vermag auch der Focus ST scheinbar gegensätzliche Anforderungen in puncto Fahrwerk und Fahrdynamik miteinander zu versöhnen: Er glänzt einerseits mit vollumfänglicher Alltagstauglichkeit, macht aber andererseits auf kurvigen Landstraßen richtig Spaß.

Elektronische Differenzialsperre

Wesentlichen Anteil daran hat die erstmals bei einem Fronttriebler von Ford zum Einsatz kommende elektronische Differenzialsperre. Über hydraulisch aktivierte Kupplungen steuert sie beim Benziner den Drehmomenttransfer an die Vorderräder und lenkt bei Bedarf bis zu 100 Prozent der Antriebsleistung an das Rad mit der aktuell besseren Traktion. Ohne aktiven Bremseingriff wirkt das System auf diese Weise durchdrehenden Rädern entgegen, was sich vorteilhaft auf das Herausbeschleunigen aus Kurven auswirkt.

Beim Diesel kommt hingegen die Torque-Vectoring-Technologie zum Einsatz. Sie wirkt einem untersteuernden Fahrverhalten durch gezielten Bremseingriff am kurveninneren Rad entgegen und verbessert auf diese Weise das Fahrverhalten und die Agilität.

Als Bestandteil des optionalen Performance-Pakets ist für die Limousine auch die elektronische Dämpferregelung CCD verfügbar. Sie verarbeitet Informationen aus dem Fahrwerk, der Lenkung und den Bremsen im Zwei-Millisekunden-Intervall und passt die Dämpferkennung entsprechend an.

Sportliche Attribute prägen das aufgewertete Interieur des Athleten aus Saarlouis.
Sportliche Attribute prägen das aufgewertete Interieur des Athleten aus Saarlouis.
Foto: Ford

Seine Premiere im Focus ST feiert zudem der selektive Fahrmodus-Schalter für bis zu vier Fahrprogramme. Das Zusammenspiel dieser intelligenten Technologien vergleicht Direktor Roeks mit den zwei völlig verschiedenen Gesichtern von Dr. Jekyll und Mr. Hyde: „Ein Knopfdruck genügt, und der angenehme Langstrecken-Tourer verwandelt sich in ein reinrassiges Performance-Fahrzeug.“

Das Angebot an Sicherheits- und Assistenzsystemen unterstützt Ford zufolge die sportlichen Fahrleistungen des Focus ST, ohne indes Abstriche bei Komfort und Alltagstauglichkeit zu machen. Selbiges gilt für die Sportsitze mit ihrem verbesserten Seitenhalt. Zum dynamischen Charakter passen auch das unten abgeflachte Sportlenkrad, der Aluminium-Schaltknauf sowie weitere sportlich wirkende Dekorelemente. Erstmals setzt Ford in einer europäischen Baureihe ein Head-up-Display ein und verleiht einzelnen Anzeigen darüber hinaus ein digitales Gesicht.

Den Fahrleistungen entsprechend haben die Designer schließlich auch das Exterieur angepasst. Die Veränderungen am oberen und unteren Kühlergrill sind dabei keineswegs nur optischer Natur, sondern dem höheren Frischluftbedarf des Motors geschuldet. Der üppig dimensionierte, steiler angewinkelte Dachspoiler prägt seinerseits nicht nur die Heckansicht, sondern generiert auch mehr aerodynamischen Abtrieb an der Hinterachse und stabilisiert so das Fahrverhalten bei höheren Geschwindigkeiten.

Die ST-Limousine mit Benzinmotor kostet 34 679 Euro. Für das Dieselaggregat sind 1 600 Euro mehr fällig, während der Zuschlag für den Clipper bei 1 000 Euro liegt.



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