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Flusskreuzfahrten: Dauerbrenner Douro
Lifestyle 6 4 Min. 27.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Flusskreuzfahrten: Dauerbrenner Douro

Das neue Flusskreuzfahrtschiff „Amália Rodrigues“ fährt unter Luxemburger Flagge.

Flusskreuzfahrten: Dauerbrenner Douro

Das neue Flusskreuzfahrtschiff „Amália Rodrigues“ fährt unter Luxemburger Flagge.
Foto: Fern Morbach
Lifestyle 6 4 Min. 27.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Flusskreuzfahrten: Dauerbrenner Douro

Seit Mitte März macht ein weiteres Schiff der elsässischen Reederei Croisieurope den Fluss Douro unsicher: Die „MS Amália Rodrigues“ fährt unter Luxemburger Flagge.

von Fern Morbach

„Flusskreuzfahrten auf dem Douro sind seit Jahren ein Selbstläufer,“ sagt David Lentz vom Luxemburger Kreuzfahrtenveranstalter Neptun Cruises in Porto am 19. März. Eine halbe Stunde später wird in der portugiesischen Stadt die neue „Amália Rodrigues“ getauft. Das nach der Königin des Fado benannte Schiff ist bereits das sechste, das die elsässische Reederei Croisieurope auf dem Douro betreibt. Dadurch, so Reederei-Chef Christian Schmitter, steige die Jahreskapazität des Unternehmens allein auf dem portugiesischen Fluss auf 25 000 Passagiere.


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Gute Gründe fürs Großherzogtum

Das neue Schiff mit Platz für 132 Menschen wurde in Namur gebaut, es wird ausschließlich in Portugal unterwegs sein und es fährt dort unter Luxemburger Flagge. Um die Zulassung im Großherzogtum macht man bei der Taufe in Porto allerdings kein Aufheben. Die Frage, weshalb die „Amália Rodrigues“ unter Luxemburger Flagge fährt, wird wiederholt ausweichend beantwortet. Croisieurope, so heißt es, wolle sein Geschäft in Luxemburg ausbauen und schätze die Dynamik der zuständigen Luxemburger Behörden.

Die „Amália Rodrigues“ ist das zweite Schiff, das das Unternehmen in Luxemburg eintragen ließ; im April vergangenen Jahres hatte der Remicher Bürgermeister, Jacques Sitz, in Berlin die ebenfalls unter Luxemburger Flagge fahrende „Elbe Princesse 2“ getauft. Die erste Zulassung eines Croisieurope-Schiffs war damals im Großherzogtum erst mit mehreren Wochen Verspätung zur Kenntnis genommen worden.

Auf dem Oberdeck der „MS Amália Rodrigues“, die auf dem Douro zwischen Porto und der spanischen Grenze pendelt, befindet sich ein Pool, der diesen Namen wirklich verdient.
Auf dem Oberdeck der „MS Amália Rodrigues“, die auf dem Douro zwischen Porto und der spanischen Grenze pendelt, befindet sich ein Pool, der diesen Namen wirklich verdient.
Foto: Fern Morbach

Die neue „Amália Rodrigues“ ist 80 Meter lang und 11,4 Meter breit. Auf drei Decks befinden sich unter anderem 62 Zweibett-Kabinen, vier Suiten, ein Restaurant und eine Lounge mit Bar. Auf dem Oberdeck ist nicht nur viel Platz zum Sonnen, dort wurde auch ein großzügiger Pool eingebaut. Alle Kabinen sind mit einem Safe, einem Schrank mit viel Stauraum und einem clever eingerichteten Badezimmer ausgestattet. Die Architekten der Reederei setzten bei der Planung auf modernes Design und helle Farben, was dem Ambiente sehr zugute kommt.

Aus einer anderen Welt

Angetan von der Architektur und vom Innendesign der „Amália Rodrigues“ ist bei der Taufe in Porto auch David Lentz von Neptun Cruises. „Dieses Schiff ist nicht mehr mit früheren Flussschiffen zu vergleichen, man fühlt sich wie in einer anderen Welt.“ Der Luxemburger Reiseveranstalter, der seit Langem eng mit Croisieurope zusammenarbeitet, empfiehlt seinen Kunden für Kreuzfahrten auf dem Douro die drei Croisieurope-Schiffe aus der sogenannten Fünf-Anker-Klasse. Die drei ebenfalls noch auf dem Douro eingesetzten Vier-Anker-Schiffe habe man nicht mehr im Angebot, sagt David Lentz. Der Qualitätsunterschied sei zu groß geworden.

Die Inbetriebnahme der „Amália Rodrigues“ steht für den Erfolg der Flusskreuzfahrt insgesamt und den von Douro-Kreuzfahrten im Besonderen. Zwischen Porto an der Atlantik-Mündung und Vega de Terron an der spanischen Grenze pendeln in der Hochsaison Kreuzfahrtschiffe im Dauerbetrieb. Sie bringen Tausende Passagiere in Städte wie Regua, Pinhao und Ferradosa. Von dort aus starten die Touristen zu Ausflügen ins Hinterland, in Portwein-Kellereien oder die spanische Universitätsstadt Salamanca. Das Tal des Douro gehört nicht von ungefähr zum Weltkulturerbe der Unesco. Ein Erlebnis für sich sind die Fahrten durch die Schleusen. Jene von Carrapatelo ist mit einer sogenannten Fallhöhe von 35 Metern eine der höchsten in Europa.

Nummer eins in Europa

Die 1976 von Gérard Schmitter gegründete und nach wie vor in Straßburg beheimatete Reederei Croisieurope betreibt heute mehr als 50 Flusskreuzfahrtschiffe – nicht nur in Europa, sondern unter anderem auch in Afrika, Vietnam, Russland, China, Kanada, Birma und in Spitzbergen. Damit ist das Unternehmen in Europa zur Nummer eins im Flusskreuzfahrtengeschäft geworden. Dieser Flusskreuzfahrt sagt Christian Schmitter im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“ eine große Zukunft voraus.

Nicht jeder, hat Schmitter erkannt, wolle an Bord eines Hochseekreuzfahrtschiffs gehen, viele suchten den Komfort und die Überschaubarkeit eines Flussschiffs. „Unsere Schiffe können in vielen Städten anlegen, die man mit großen Schiffen nie erreichen wird.“ In den kommenden Jahren will das Unternehmen seine Position festigen, zugleich aber auch neue Destinationen finden und entwickeln. Ein Wachstumsmarkt ist Afrika: Dort wird die Reederei aus dem Elsass demnächst ein weiteres Schiff in Betrieb nehmen.

Zuversichtlich blickt auch der Luxemburger Partner von Croisieurope in die Zukunft. „Das Flussgeschäft läuft allgemein gut bis sehr gut, da müssen wir uns keine Sorgen machen“, gibt sich David Lentz von Neptun Cruises ausgesprochen optimistisch. Seit einiger Zeit würden Flusskreuzfahrten auch von einer jüngeren Kundschaft gebucht – wobei „jünger“ in diesem Fall eher für 60- als für 50-Jährige steht.

Christian Schmitter bei der Taufe der „Amália Rodrigues“ in Porto. 
Der Chef von Croisieurope glaubt fest an die Flusskreuzfahrt.
Christian Schmitter bei der Taufe der „Amália Rodrigues“ in Porto. 
Der Chef von Croisieurope glaubt fest an die Flusskreuzfahrt.
Foto: Fern Morbach

Eine im aktuellen Sommerprogramm von Neptun Cruises enthaltene Douro-Kreuzfahrt auf der „Amália Rodrigues“ war in kurzer Zeit ausgebucht. Deshalb bietet der Veranstalter aus Esch jetzt noch eine zusätzliche sechstägige Kreuzfahrt auf dem neuen Schiff an. Sie findet zwischen dem 14. und dem 19. August statt. 


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