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Fleischlos gut versorgt
Wer seinen Nährstoffbedarf mit pflanzlicher Nahrung decken möchte, muss sich auskennen.

Fleischlos gut versorgt

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Wer seinen Nährstoffbedarf mit pflanzlicher Nahrung decken möchte, muss sich auskennen.
Lifestyle 2 Min. 07.06.2018

Fleischlos gut versorgt

Nicole WERKMEISTER
Nicole WERKMEISTER
Immer mehr Menschen wagen den Versuch, Fleisch links liegen zu lassen und sich vegetarisch oder gar vegan zu ernähren. Worauf man dabei achten sollte, um Nährstoffmangel zu vermeiden, erklären zwei Ärzte.

Wer als Vegetarier zu einer Grillparty erschien, wurde von der Mehrheit der Steak- und Wurstliebhaber bis vor Kurzem noch mit einem müden Lächeln bedacht. Heute outet man sich dagegen am besten gleich als "vegan", wenn man zum angesagten Teil der Gruppe zählen will. Der Verzicht auf Fleisch – oder gar auf sämtliche tierischen Erzeugnisse wie Eier, Milchprodukte oder auch Honig – geht oft mit ethischen Gründen einher und zeigt, dass eine wachsende Anzahl an Konsumenten einen Lebensstil sucht, der Mitgeschöpfe und Umwelt nicht quält und ausbeutet. Gleichzeitig wächst mit diesem – durchaus von der Industrie geförderten – Trend ein Parallelmarkt, der etliche Ersatzprodukte hervorbringt, die ebenfalls fragwürdig sind. Hier ist man also beim Einkauf gefordert.

Die Frage der Nährstoffe

Gleichzeitig müssen sich Vegetarier und vor allem Veganer Gedanken um die Versorgung mit wichtigen Makro- und Mikronährstoffen machen. Ein Ratgeber, geschrieben von der einstigen deutschen Alpin-Skiläuferin und heutigen Ärztin Irene Epple-Waigel und ihrem Kollegen Udo Böhm, soll dabei Orientierung bieten.

Aufgemacht ist das im Becker Joest Volk Verlag erschienene Taschenbuch recht schlicht. Ohne Fotos, stattdessen mit zahlreichen Tabellen entsteht eine sachliche und wissenschaftlich wirkende Optik. Im ausführlichen Vorwort erklären die beiden Autoren, weshalb sie selbst den Weg zur fleischlosen Ernährung einschlugen und welche positiven Effekte eine pflanzenbetonte Kost hat. Mit einer Übersicht über Makronährstoffe, die bekannterweise in die Kategorien Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett eingeteilt werden und dem Körper als Energielieferanten dienen, beginnt der Einstieg in den zweiten Teil.

Später werden die Mikronährstoffe – also etwa Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente – unter die Lupe genommen und einzeln vorgestellt. Auf diese Weise erfährt man, in welchen pflanzlichen oder auch tierischen Lebensmitteln diese Stoffe in welchen Mengen enthalten sind. Die jeweils tabellarisch dargestellten Nährstofflieferanten bilden dabei verständlicherweise nur einen Ausschnitt an möglichen Quellen. Flexitarier, die ab und an auch mal Fisch oder Fleisch essen, finden damit eine einfache Lösung, um auf natürlichem Weg etwa an Vitamin B12 zu gelangen. Vegetarier und Veganer, für die bei einigen Mikronährstoffen weniger pflanzliche Quellen zur Verfügung stehen, erhalten jeweils Hinweise zu einer sinnvollen und gut verwertbaren Supplementierung. Bei veganer Ernährung für Kinder sowie während der Schwangerschaft raten die Mediziner zu erhöhter Vorsicht vor möglichen Mangelerscheinungen. Nach der ersten Lektüre eignet sich das Buch weiter als handliches Nachschlagewerk zum Aufbau eines ausgewogenen Speiseplans.


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