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Fashion Week Paris: Zurück zum Alltag
Lifestyle 18 4 2 Min. 06.10.2020

Fashion Week Paris: Zurück zum Alltag

Präsentierte die neue Kollektion wie immer im Grand Palais: das Pariser Designhaus Chanel.

Fashion Week Paris: Zurück zum Alltag

Präsentierte die neue Kollektion wie immer im Grand Palais: das Pariser Designhaus Chanel.
Foto: AFP
Lifestyle 18 4 2 Min. 06.10.2020

Fashion Week Paris: Zurück zum Alltag

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Trotz der Corona-Krise versuchte man in der europäischen Modehauptstadt Paris ein wenig Normalität zu bewahren. Doch ganz so wie früher lief die Fashion Week nicht ab - das bestätigt auch Model Caroline Reuter.

Ergibt Mode in dieser apokalyptischen Welt eigentlich einen Sinn? Diese Frage warf der georgische Designer Demna Gvasalia vor einigen Wochen in einem Interview mit dem Magazin „Women's Wear Daily“ auf. Die Antwort lieferte er prompt: Ja! „Ich habe festgestellt, dass die Menschen selbst während der Pandemie Neues wollen, sogar mehr als sonst, um sich von diesem Schrecken abzulenken“, so der kreative Kopf der französischen Luxusmarke Balenciaga. 

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Zurück zur Normalität kehrte er während der Pariser Modewoche, die an diesem Dienstag endete, aber nicht: Das Label präsentierte lediglich ein neunminütiges Video mit einer Pre-Collection für Frühjahr/Sommer 2021. Die Hauptkollektion soll erst im Dezember der Öffentlichkeit vorgestellt werden.   

Wer Models sehen wollte, musste jedoch in den vergangenen acht Tagen nicht verzagen: Einige Designhäuser ließen wie gewohnt langbeinige Schönheiten über den Laufsteg wandeln. Zuschauer säumten auch hier den Catwalk, ein bisschen weniger gedrängt als sonst üblich. 


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Etwa bei Dior: Chefdesignerin Maria Grazia Chiuri präsentierte ihre Kollektion wie gewohnt vor Publikum, vor künstlerischer Kulisse und mit einem Frauenchor, der den Anwesenden wohl noch länger in Erinnerung bleiben wird. Eine Aktivistin, die das Spektakel störte, fiel kaum ins Gewicht - sie wirkte eher wie eine gewollte Unterbrechung, denn an Systemkritik, egal in welcher Form, ist man bei Dior seit der Anstellung der Italienerin Chiuri gewöhnt.   

Hygieneregeln wurden aber allerorts befolgt, wie auch Caroline Reuter bestätigen kann. Die Luxemburgerin wurde für die Show des japanischen Designers Yohji Yamamoto gebucht. „Die Fashion Week war dieses Mal definitiv anders. Es gab viel weniger Castings als zuvor, alles läuft über Direct Bookings“, so das Model. „Auch während der Shows wurde stark darauf geachtet, dass jeder die Vorkehrungen einhält. Make-up- und Hair-Artists mussten immer Schutzmasken tragen.“  

Erneut ein großer Auftritt auf den Laufstegen von Paris: Caroline Reuter lief für Yohji Yamamoto.
Erneut ein großer Auftritt auf den Laufstegen von Paris: Caroline Reuter lief für Yohji Yamamoto.
Foto: AFP

Die Stimmung war laut Caroline Reuter, die in der Vergangenheit bereits für Chanel über den Laufsteg wandeln durfte, insgesamt ein wenig angespannt - schließlich sind die Corona-Fallzahlen in Paris recht hoch. Für sie selbst war die Fashion Week aber ein großer Erfolg, der wohl ein wenig den Stress mildern durfte. 

„Es hat sich super angefühlt, nach der langen Pause wieder bei Shows laufen zu dürfen. Bei Yohji Yamamoto hatte ich die Ehre, die Show mit drei anderen Models zu ,closen‘, das hat mich riesig gefreut.“


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Den krönenden Abschluss setzten bei dieser Modewoche am letzten Tag gleich zwei große Namen: Louis Vuitton und Chanel. Anderthalb Jahre nach dem Tod des unvergesslichen Karl Lagerfeld zeigte Virginie Viard klassische Kostüme mit modernem Twist und Achtzigerjahre-Schick in Schwarz und Pink. Als Szenerie diente ein überdimensionaler Schriftzug des Luxushauses im Stile des Hollywood-Zeichens. Chanel in Übergröße.

Wie sich die Situation weiterentwickeln wird, werden die kommenden Monate zeigen. In Paris trifft man sich erst wieder im Januar nächsten Jahres.


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