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Fashion Week Paris: Neue Mode, neue Wege
Lifestyle 24 8 4 Min. 10.03.2021

Fashion Week Paris: Neue Mode, neue Wege

Strenge Schnitte, viele dunkle Töne und ab und zu Leder - bei Hermès blieb man der bisherigen Linie recht treu.

Fashion Week Paris: Neue Mode, neue Wege

Strenge Schnitte, viele dunkle Töne und ab und zu Leder - bei Hermès blieb man der bisherigen Linie recht treu.
Foto: Hermès
Lifestyle 24 8 4 Min. 10.03.2021

Fashion Week Paris: Neue Mode, neue Wege

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Pandemiebedingt fand auch die Pariser Modewoche in diesen Tagen wieder hauptsächlich im Netz statt. Doch manche Labels gingen eigene, um nicht zu sagen grenzüberschreitende Wege. Eine Auswahl.

Hermès

Das Pariser Traditionshaus Hermès überraschte die Modewelt mit einer „présentation en trois actes“. Die Kollektion von Designerin Nadège Vanhée-Cybulski für den kommenden Herbst wurde zunächst einmal in Paris auf dem Laufsteg vorgeführt - ohne Publikum, ganz coronakonform. 

Die zwei weiteren Akte spielten sich in New York beziehungsweise Shanghai ab: Dort setzten die Choreografinnen Madeline Hollander und Gu Jiani ihre Eindrücke in Bewegungen um. Die Tänzerinnen trugen dabei Stücke aus der neuen, in meist dunklen Farben gehaltenen und mit viel Leder versehenen Kollektion, die - so das offizielle Statement - sowohl für den Alltag als auch für den Abend gedacht ist. 

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Louis Vuitton

Mit warmen Worten leitet Designer Nicolas Ghesquière das Video zur Kollektion Herbst/Winter 2021/2022 ein, das die Zuschauer in den Louvre, ins Zentrum der französischen Hauptstadt entführt. Unterlegt vom Sound des französischen Elektro-Duos Daft Punk, das erst kürzlich seine Trennung bekannt gab, schreiten darin die Models durch die heiligen Hallen der wohl wichtigsten Pariser Kulturinstitution. 

Am Körper tragen sie Mode, die wieder zukunftsweisend ist: voluminöse Jacken und bunte Westen, dazu lange Sweatshirts und semitransparente Reifröcke zu hohen Lederstiefeln. Keine schmalen Silhouetten, auch nicht bei den teils aufwendig bestickten kurzen Kleidern, die wohl noch am tragbarsten erscheinen. Bei den Accessoires stechen die Taschen mit historischen Motiven hervor, die das Label in Zusammenarbeit mit dem Design-Atelier Fornasetti entwarf.

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Dior

Rotkäppchen und ein böser, grauer Wolf, die schöne Prinzessin auf dem großen Ball und die Hexe im düsteren Gewand - wer die Herbst/Winter-Kollektion von Maria Grazia Chiuri für Dior einmal näher betrachtet, erkennt schnell, dass die Märchenwelt als Inspiration diente. 

Schauplatz des Défilées, das wie üblich ohne Publikum stattfand, war der - leider abgedunkelte - Spiegelsaal von Schloss Versailles. Zur Show wurde auch ein Video veröffentlicht, eine Art mystische Performance, mit einer Choreografie von Sharon Eyal.

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Chanel

Chefdesignerin Virginie Viard beauftragte das niederländische Modefotografie-Duo Inez & Vinoodh mit der Umsetzung einer Foto- und Videocollage für die anstehende Herbst/Winter-Saison. Als Location für die Präsentation wählte sie den bekannten Pariser Nachtclub Castel. Das Grand-Palais, das üblicherweise von Chanel genutzt wird, wird ab Ende der Woche einer groß angelegten Renovierung unterzogen. Die komplette Wiedereröffnung ist erst für 2025 vorgesehen.

Die neue Kollektion bleibt zwar im Grunde dem Stil von Firmengründerin Coco Chanel und dem großen Karl Lagerfeld treu, doch zeigt sich dieses Mal besonders deutlich, wie jung und modern eine oftmals als verstaubt angesehene Marke sein kann: Freche Latzhosen, Mäntel im XXL-Format und glitzernde Kleider - da spielt der Chanel-typische Tweed beinahe nur noch eine Nebenrolle.

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Dries van Noten

Auf Tanz setzt dieses Mal auch der belgische Designer Dries van Noten. Er brachte 47 Tänzer*innen und Models auf der Bühne des deSingel-Theaters in Antwerpen zusammen, wo diese die Stücke der neuen Kollektion in Szene setzten. Momentan, so der Designer im Gespräch mit „Vogue“, findet er es interessanter, Mode auf diese Weise darzustellen - auch von Menschen, die nicht unbedingt dem gängigen Model-Ideal entsprechen. „Wollen wir wirklich zu diesem Punkt mit 50 Mädchen in einer Reihe, die 16/18 Jahre alt sind und die perfekte Größe haben, zurückkehren?“ Eine Modenschau im üblichen Sinn könne er sich auch für Juni oder September derzeit nicht vorstellen.

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Isabel Marant

Wummernde Bässe, eine Betonbrache im Stile des Brutalismus - Isabel Marant ließ die Models mit ihren Entwürfen, die etwa Folkore-Elemente und die 1980er-Jahre aufgreifen, durch ein altes Pariser Parkhaus wandeln. Als Einladung verschickte die französische Designerin einen tragbaren Kassettenspieler - was offenbar einige der Adressaten, vor allem die jungen Models, zum Staunen brachte. „Viele der Mädchen wussten nicht, was ein Walkman ist“, so die 53-Jährige im Gespräch mit „Vogue“. „Ich merke, ich werde alt.“

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Vivienne Westwood

Andreas Kronthaler, Designer für das Label Vivienne Westwood (und gleichzeitig auch Ehemann der Modeikone),  präsentierte seine neue Kollektion in einem Video im Selfmade-Look unter dem Motto „Mayfair Lady“ - gedreht im Londoner Stadtteil Mayfair. Auch das Designer-Paar zeigt sich vor der Kamera - daneben sorgen Tanz, Gesang und Models in Retro- und Upcycling-Looks für Anschauungsmaterial. 

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Schiaparelli

Daniel Roseberry, Chefdesigner des Labels Schiaparelli, setzt bei seinen neuen Entwürfen auf Gold - als auffälliger Schmuck, auf Taschen und Stiefeln, im Haar oder als Applikation auf der Kleidung bis hin zum goldenen Bustier. So entstehen fantasievolle Entwürfe, ein Stilmix, den der Texaner bereits bei der kürzlichen vorgestellten Haute-Couture-Kollektion für den Sommer kunstvoll zelebrierte.

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