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Falscher Stil: Modebranche leidet unter Kopien
Lifestyle 2 Min. 25.07.2016 Aus unserem online-Archiv

Falscher Stil: Modebranche leidet unter Kopien

Viele Plagiate lassen sich die Kunden als Paket nach Hause liefern. Im PostTri Bettemburg wird verdächtiges Gut genauer unter die Lupe genommen.

Falscher Stil: Modebranche leidet unter Kopien

Viele Plagiate lassen sich die Kunden als Paket nach Hause liefern. Im PostTri Bettemburg wird verdächtiges Gut genauer unter die Lupe genommen.
Foto: Gerry Huberty
Lifestyle 2 Min. 25.07.2016 Aus unserem online-Archiv

Falscher Stil: Modebranche leidet unter Kopien

Manon KRAMP
Manon KRAMP
Plagiate von Bekleidungsstücken machen den großen Modemarken zu schaffen. Weil zahlreiche Händler gefälschte Sandalen verkauft haben sollen, zieht sich zum Beispiel der Schuhhersteller Birkenstock von der US-Seite von Amazon zurück.

(dpa/mk) - Bekannte Luxuslabels wie Louis Vuitton, Gucci oder Chanel wettern seit langem bereits gegen die vielen Fälschungen von Handtaschen, T-Shirts oder Schuhen, die den Markt überschwemmen und ihnen starke Einbußen bescheren. Viele der Marken versuchen, über den Rechtsweg der Plage Herr zu werden. Doch selbst hohe Geldstrafen zeigen kaum Abschreckungswirkung, denn der Schwarzmarkt floriert rege weiter.

Das Markenbewusstsein hat in den vergangenen zwanzig Jahren zugenommen. Und damit auch die Verführung, nach billigen Alternativen Ausschau zu halten: So sind kopierte Schuh- oder Bekleidungsstücke im Vergleich zum Original bis um das Zehnfache billiger zu haben.

Nach dem Verkaufsstopp von Birkenstock-Sandalen auf der Amazon-Plattform in den USA macht nun die deutsche Modeindustrie auf die Gefahr kopierter Markenprodukte aufmerksam. Gefälschte Ware sei für die Branche ein „signifikantes Problem“ und verursache in Deutschland jährlich einen Schaden von 3,5 Milliarden Euro, sagte der Sprecher des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie, Hartmut Spiesecke, der Deutschen Presse-Agentur. Er beruft sich auf eine frühere Untersuchung einer EU-Behörde, wonach in der gesamten Europäischen Union jährlich ein Gesamtschaden von 43,3 Milliarden Euro durch Mode-Plagiate entsteht.

Selbst Alltagsartikel werden kopiert

Der Schuhhersteller Birkenstock hatte Ende vergangener Woche angekündigt, den Verkauf seiner Produkte auf der US-Verkaufsseite von Amazon zu stoppen. Über Amazon Marketplace - der Plattform für eigenständige Händler - seien gefälschte Sandalen aus China in den Umlauf gekommen. Das Unternehmen aus Neustadt/Wied (Rheinland-Pfalz) wirft Amazon vor, den Vertrieb „schlechter Kopien“ toleriert zu haben.

Birkenstock ist nicht das erste Unternehmen, das mit Amazon über Geschäftspraktiken auf Marketplace im Clinch liegt: Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ hatte auch der Konsumgüter- und Medizintechnikkonzern Johnson & Johnson im Jahr 2013 den Verkauf auf Amazon zeitweise eingestellt. Das Unternehmen befürchtete einen Schaden für die eigene Marke, da auf Amazon angeblich beschädigte oder abgelaufene Ware vertrieben worden sein soll.

Riskante Materialien und mangelhafte Verarbeitung

Vor täuschend echten Fälschungen sind Konsumenten nicht sicher. Online-Shops, in denen gefälschte Waren angeboten werden, machen einen immer professionelleren und seriöseren Eindruck. Häufig ist sogar der Preisunterschied nicht sonderlich groß, damit die Käufer keinen Verdacht schöpfen.

Mode-Plagiate zählen zu den gefragtesten Fälscherwaren. Gefälschte Sneakers, Designer-Kleider oder Sporttrikots kommen aber nicht nur in Container oder Paketen, sondern auch in Koffern von Urlaubern über die Grenze. Doch aufgepasst: Viele der vermeintlichen Schnäppchen sind qualitativ minderwertig und teilweise gesundheitsgefährdend. Besonders von Medikamenten und gesundheitsfördernden Produkten aus zweifelhafter Herkunft sollte man die Finger lassen.


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