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Experten: Europa soll gegen gefährliche Moskitos kämpfen
Lifestyle 2 Min. 29.09.2012

Experten: Europa soll gegen gefährliche Moskitos kämpfen

Die aus Asien stammende aggressive Tigermücke sticht auch tagsüber und breitet sich inzwischen in Nordamerika und Europa aus.

Experten: Europa soll gegen gefährliche Moskitos kämpfen

Die aus Asien stammende aggressive Tigermücke sticht auch tagsüber und breitet sich inzwischen in Nordamerika und Europa aus.
Foto: Stephan Jansen
Lifestyle 2 Min. 29.09.2012

Experten: Europa soll gegen gefährliche Moskitos kämpfen

Manche Mücken können Krankheiten wie Dengue und Malaria übertragen. Längst sind nicht mehr nur die Tropen betroffen. Experten zufolge verbreitet sich vor allem die Asiatische Tigermücke auch in Europa.

(dpa) - Manche Mücken können Krankheiten wie Dengue und Malaria übertragen. Längst sind nicht mehr nur die Tropen betroffen. Experten zufolge verbreitet sich vor allem die Asiatische Tigermücke auch in Europa.

Gefährliche Mücken aus den Tropen breiten sich mehr und mehr auch in europäischen Ländern aus. Experten sehen eine große Bedrohung durch Krankheiten wie Dengue oder Chikungunya-Fieber, die von den Moskitos übertragen werden. Sie fordern, den Kampf gegen die Insekten aufzunehmen und die Menschen besser zu schützen. So werde beispielsweise die Asiatische Tigermücke seit etwa 30 Jahren zunehmend auch außerhalb Asiens heimisch und habe sich sogar schon in der Südschweiz ausgebreitet.

„Aktuell ist sie in 28 Ländern auf allen Kontinenten - außer Australien und der Antarktis - zu finden“, schreibt ein internationales Team um Giuliano Gasperi von der Universität in Pavia (Italien) im Leitartikel des Online-Journals „PLOS Neglected Tropical Diseases“.

Resistenzen haben sich gebildet

Auch Malaria wird durch Mücken übertragen. Erst in den 1960er Jahren gelang es nach etwa 50 Jahren Kampf durch ein „beispielloses Umweltmanagement“ und den Einsatz von Insektiziden, Malaria erfolgreich aus Europa zu verdrängen. Heute sind nach Angaben der Forscher viele Malaria-Mücken gegen Insektizide resistent - und deren Einsatz ist aus Umweltschutzgründen ohnehin oft verboten.

Um die Ausbreitung der gefährlichen Mücken einzudämmen, fordern die Wissenschaftler jetzt eine enge Zusammenarbeit von Experten, Gesundheitseinrichtungen und Medien.

Die Asiatische Tigermücke kann das Dengue-Virus und eine Reihe anderer tropischer Erkrankungen übertragen. Sie ist eigentlich in den asiatischen Tropen beheimatet - mittlerweile verbreitet sie sich den Forschern zufolge in Ländern wie Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und der Schweiz.

Längst in Europa angekommen

Doch wer in den Süden oder gar in die Heimat der Asiatischen Tigermücke reist, kann sich vor den Stichen schützen, wie der Experte Klaus Stark vom Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin erklärt: „Über Mückenschutzmittel, aber die muss man dann auch tagsüber sorgfältig auftragen.“ Außerdem sollten Touristen sich vor der Wahl des Reiseziels bei den Tropeninstituten oder bei den Reisemedizinischen Informationsstellen informieren, ob beispielsweise Dengue dort derzeit ein größeres Problem sei.

Das Dengue-Virus verbreitet sich besonders leicht, weil es auch über die Eier weitergegeben wird. Beim Malaria-Parasit muss immer eine Mücke einen infizierten Menschen stechen, um es weiter übertragen zu können.

Doch in Europa hat sich die gefährliche Mücke längst angesiedelt und auch Menschen infiziert. 2010 wurden eine Infektion aus Kroatien und zwei aus Südfrankreich bekannt. Ende August 2012 ist ein alter Mann in Griechenland wahrscheinlich an Dengue-Fieber gestorben. Dann wäre er Experten zufolge der erste, der sich dort mit dem „Knochenbrecher-Fieber“ angesteckt hätte - so wird Dengue auch genannt, wegen der starken Gelenkschmerzen, die es verursacht.