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Es kann nur eine geben
Lifestyle 2 Min. 24.09.2018

Es kann nur eine geben

Eine kleine Showeinlage zum Klassiker „Only you“ eröffnete die gestrige Pressekonferenz.

Es kann nur eine geben

Eine kleine Showeinlage zum Klassiker „Only you“ eröffnete die gestrige Pressekonferenz.
Foto: Matic Zorman
Lifestyle 2 Min. 24.09.2018

Es kann nur eine geben

Nicole WERKMEISTER
Nicole WERKMEISTER
Nicht alle Bananen sind gesund - weder für den Konsumenten noch für die Plantagenarbeiter. Fairtrade Lëtzebuerg startet dazu eine Kampagne unter dem Motto „ONLY“.

Sie enthält viel Kalium und ist ein beliebter Pausensnack: die Banane. Doch ob sie tatsächlich gesund ist, bleibt zumindest bei konventionellen Produkten fraglich. Mit der Kampagne „ONLY“ möchte Fairtrade Lëtzebuerg zum Kauf von Fairtrade-Bio-Bananen anregen.

„Only you can make the darkness bright“: Diese Textzeile aus dem Klassiker „Only you“ von den Platters griff Fairtrade-Präsident Jean-Louis Zeien in seiner Begrüßungsrede auf und verdeutlichte einmal mehr, wie düster es um die Arbeiter auf den meisten Bananenplantagen der Welt bestellt ist. Viele Bauern arbeiten dort zu Hungerlöhnen, ohne ihren Arbeitsvertrag jemals gesehen zu haben, und Frauen verlieren den ihren, sobald sie schwanger sind. Hinzu kommt die enorme Belastung von Luft und Boden durch den Einsatz von Insektiziden und Pestiziden in den Monokulturen, die beim Menschen nachweislich zellverändernd wirken und zu Krebserkrankungen führen können.

Aber, so die weitere schlechte Nachricht, das Gift bleibt keineswegs in den Anbauländern. Die Pestizide, mit denen die Pflanzen per Flugzeug aus der Luft besprüht werden, und Fungizide, die sie während des Transports konservieren sollen, reichern sich in dramatischen Dosen in der Schale an und dringen teils auch ins Innere der Frucht ein.

Wie ernst die Lage ist, verdeutlicht eine Untersuchung des Magazins Öko-Test (Januarausgabe 2018). Das Ergebnis: „In fast allen konventionellen Proben tragen die besonders bedenklichen Pestizide Imazalil und/oder Bifenthrin zu schlechten Noten bei. Laut europäischem Gefahrstoffrecht sind beide Stoffe als vermutlich krebserregend eingestuft.“ Auch die wohl bekannteste Marke schnitt aufgrund der Pestizidbelastung und des Fehlens einer Mindestlohngarantie für die Plantagenarbeiter mit dem Gesamturteil „mangelhaft“ ab.

So wird Erwachsenen empfohlen, sich nach dem Schälen einer Banane aus konventionellem Anbau die Hände zu waschen. Kindern sollten die Früchte nur geschält gegeben werden. Also das Ende der Illusion von der gesunden Schul- und Sportverpflegung?

Jean-Louis Zeien (Mitte) mit seinem Team und den Mitstreitern, die bei Verfügbarkeit der Bio-Fairtrade-Bananen im Luxemburger Handel helfen.
Jean-Louis Zeien (Mitte) mit seinem Team und den Mitstreitern, die bei Verfügbarkeit der Bio-Fairtrade-Bananen im Luxemburger Handel helfen.
Foto: Matic Zorman

Eine Alternative gibt es: den „Goldstandard“, wie es Öko-Test ausdrückt, die Kombination aus bio und Fairtrade, deren Proben durchwegs „gut“ oder „sehr gut“ bewertet wurden. Denn: „Die Produzenten erhalten einen garantierten Mindestpreis, der ihre grundlegenden Lebenshaltungskosten deckt.“ Und die Bio-Standards sichern, dass die Früchte frei von Pestiziden sind. Das Angebot seitens der Produzenten ist groß genug. Aktuell gelingt es vielen Kooperativen noch nicht, ihre gesamte Ernte zu Bio-Fairtrade-Konditionen zu verkaufen, obwohl die jeweiligen Standards erfüllt sind.

Diese Botschaft möchte Fairtrade Lëtzebuerg mit der nun beginnenden Sensibilisierungskampagne unter dem Titel „ONLY“ ins Bewusstsein der Luxemburger Kundschaft bringen. „Derzeit liegt Fairtrade bei einem Marktanteil von 28 Prozent. Unser Ziel ist es, dass 2020 jede zweite gekaufte Banane aus Bio-Fairtrade-Handel stammt“, so Jean-Louis Zeien. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Organisation einige wichtige Mitstreiter gefunden, die sich dafür entschieden haben, ihren Kunden ausschließlich Fairtrade-Bio-Bananen anzubieten. Und das auch wegen der geschmacklichen Qualität, wie René Grosbusch vom gleichnamigen Obst- und Gemüse-Importeur unterstreicht.



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