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Eine Reise durch die Jahrhunderte
Lifestyle 4 Min. 22.01.2019

Eine Reise durch die Jahrhunderte

Die tschechische Hauptstadt Prag birgt unzählige weltberühmte
 Wahrzeichen, wie etwa die Karlsbrücke mit barocken Statuen und
 mittelalterlichen Türmen.

Eine Reise durch die Jahrhunderte

Die tschechische Hauptstadt Prag birgt unzählige weltberühmte
 Wahrzeichen, wie etwa die Karlsbrücke mit barocken Statuen und
 mittelalterlichen Türmen.
Foto: Libor Svacek
Lifestyle 4 Min. 22.01.2019

Eine Reise durch die Jahrhunderte

In der Tschechischen Republik können Reisende gleich zwölf Unesco-Welterbestätten auf einer einzigen Tour besuchen.

(ham/C.) - Das Welterbe der Unesco steht für Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität. Weltweit können sich etwa tausend Stätten mit diesem einzigartigen Siegel schmücken. In der Tschechischen Republik sind es deren gleich zwölf.

Ein Spaziergang durch Prag ist wie ein Bummel durch die Jahrhunderte. Kaum eine andere Metropole vereint Klassik und Moderne so harmonisch wie die Goldene Stadt an der Moldau. Nach dem Bau der Festungsmauern und dem Erhalt der Stadtrechte Mitte des 13. Jahrhunderts haben die unterschiedlichsten Epochen und Stile in den Gassen der Altstadt ihre Spuren hinterlassen. Fast fließend gehen hier Romanik über die Gotik und die Renaissance in Jugendstil und Barock über, während in den kleinen, verwinkelten Gassen moderne Läden neben romantischen Gaststätten um Kundschaft buhlen. Und über allem thront die mittelalterliche Burg, die sich vom Veitsdom über die pittoreske Karlsbrücke erreichen lässt.

Perlen des Weltkulturerbes

So wird es wohl kaum überraschen, dass die Prager Altstadt 1992 als eine von drei Stätten in der ehemaligen Tschechoslowakei in die Liste der Unesco-Welterbestätten aufgenommen wurde. Überhaupt kann die Tschechische Republik im Verhältnis zum Flächenmaß und zur Einwohnerzahl mit seinen knapp elf Millionen Einwohnern stolz darauf sein, dass sie zu den Ländern mit der höchsten Dichte von Welterbestätten gehört. Neben zwölf architektonischen Denkmälern und historischen Stadtkernen stehen sechs vielfältige kulturelle Traditionen und Ausdrucksformen aus Tschechien auf der Weltkulturerbeliste. Hinzu kommen noch sieben Naturschutzgebiete.

Die pittoreske Burg, das Schloss und die Altstadt von Ceský Krumlov gehören zu den bedeutendsten
Baudenkmälern Mitteleuropas.
Die pittoreske Burg, das Schloss und die Altstadt von Ceský Krumlov gehören zu den bedeutendsten
Baudenkmälern Mitteleuropas.
Foto: Ales Motejl

Neben der Altstadt von Prag fanden 1992 auch die historischen Zentren von Ceský Krumlov (Böhmisch Krumau) und Telc (Teltsch) ihren Weg in die illustre Liste. Die einzigartige Silhouette von Ceský Krumlov ist der Lage in den Mäandern der Moldau geschuldet. Die Stadt und deren historischer Stadtkern, mit dem Ensemble aus bedeutenden architektonischen Denkmälern, stellt den unermesslich wertvollen und ungewöhnlich gut erhaltenen Komplex einer mittelalterlichen Residenzstadt dar, die ab dem 13. Jahrhundert erweitert wurde und deren Entwicklung mit einem der mächtigsten böhmischen Adelsgeschlechter – den Herren von Rosenberg – in Verbindung stand.

Den Ausnahmecharakter der Stadt unterstreichen der dramatische Geländeverlauf, die Komposition der architektonischen Wahrzeichen und der fließende Übergang in die umliegende Landschaft. Die gotische Burg wurde großzügig im Renaissancestil in ein Residenzschloss umgebaut, das während des Barocks fertiggestaltet wurde.

Zu Besuch in Telc

Aber auch das Städtchen Telc weiß mit seiner überwältigenden Zahl von Schlössern, Sakralbauten und Bürgerhäusern zu begeistern. Das einzigartige Stadtbild des historischen Kerns hat sich über die Jahrhunderte kaum verändert und ist bis heute von einem ausgeklügelten Befestigungssystem aus Teichen, Wassergräben, Stadtmauern und Stadttoren umringt. Das dominierende und wichtigste Baudenkmal der Stadt aber ist das Schloss im Renaissancestil, das sich direkt an die Innenstadt anschließt. Im Laufe der Zeit schlossen sich noch weitere Stätten der Liste an, darunter die architektonischen Schätze der mittelalterlichen Stadt Kutná Hora (Kuttenberg), die barocke Dreifaltigkeitssäule in Olomouc (Olmütz), das Renaissanceschloss in Litomyšl (Leitomischl) oder das Schloss mit seinen wunderschönen Gärten in Kromeríž (Kremsier).

Fast alle historischen Baustile finden in der Liste der Welterbestätten ihren Niederschlag, darunter auch der sogenannte Bauernbarock. Diesen Stil können Besucher im südböhmischen Dorf Holašovice (Holaschowitz) bewundern. Ein Paradebeispiel des Funktionalismus hingegen ist die Villa Tugendhat in Brno (Brünn). Ein Besuch in der jüngsten Unesco-Stätte, dem jüdischen Viertel in Trebic, lohnt sich genauso wie eine Entdeckungstour durch die Kulturlandschaft Lednice-Valtice in der Weinregion Südmähren. Fast alle Orte lassen sich ohne großen Aufwand miteinander verknüpfen: Die zwei entferntesten Unesco-Stätten liegen nur knapp 300 km voneinander entfernt.

Die Villa 
Tugendhat in Brünn ist
 ein klassisches Paradebeispiel 
des Funktio
nalismus.
Die Villa 
Tugendhat in Brünn ist
 ein klassisches Paradebeispiel 
des Funktio
nalismus.
Foto: Czechtourism

Die Route lohnt sich – vor allem da es nicht nur bei Städtebesichtigungen bleiben muss: Auch das immaterielle Kulturerbe hat Einträge in der Welterbe-Liste. „Verbunk“, ein Männer-Solotanz, und der Königsritt aus der mährischen Region Slovácko gehören ebenso zu den einzigartigen Traditionen des Landes wie die Faschingsumzüge und Masken aus der ostböhmischen Region Hlinecko. Auf vielen Bürgern und Schlössern wird heute noch Falknerei dargeboten, während das Puppenspiel und aus Holz geschnitzte Marionetten immer noch Jung und Alt verzücken.

Wer sich in der Natur wohler fühlt, dem sind die sechs Naturschutzgebiete ans Herz zu legen, die den Eintrag in die Liste der Biosphärenreservate geschafft haben: das Riesengebirge, die Region rund um die Stadt Trebon sowie die Burg Krivoklát, der Böhmerwald, die Weißen Karpaten und die Gemeinde Dolní Morava.


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