Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Ein Spiel zwischen Licht und Schatten
Lifestyle 4 1 3 Min. 24.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Game-Tipp „Mass Effect: Andromeda“

Ein Spiel zwischen Licht und Schatten

Lifestyle 4 1 3 Min. 24.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Game-Tipp „Mass Effect: Andromeda“

Ein Spiel zwischen Licht und Schatten

Fünf Jahre nach der fantastischen Sci-Fi-Trilogie „Mass Effect“ starten Publisher EA und Entwickler Bioware ein neues Abenteuer im All. Doch wie heißt es so schön: Aller Anfang ist schwer.

von Matthias Probst und David Bock

Lang, lang ist’s her: Fünf Jahre sind vergangen seit dem Ende der „Mass Effect“-Triologie. Nun wagt Entwickler Bioware mit „Mass Effect: Andromeda“ im wahrsten Sinne des Wortes einen Neuanfang. Denn auch im Spiel selbst steht die Menschheit (und andere Rassen) am Punkt „Null“: Die Andromeda Initiative schickte vor 600 Jahren vier Archen verschiedener Rassen auf die Reise in den Heleus Cluster – Einen Ort, an dem paradiesische Planeten auf ihre Besiedlung warten.

Erhältlich für PS4, Xbox One und PC.
Erhältlich für PS4, Xbox One und PC.
Foto: Hersteller

Die Besatzung wurde kurzerhand tiefgefroren und befindet sich im Kryoschlaf. Mit an Bord auf der Hyperion befinden sich die Sprösslinge der Familie Ryder – Sarah und Scott. Einen davon darf der Spieler letztlich steuern. Das Coole: Das andere Geschwisterteil verschwindet danach nicht einfach, sondern taucht während der Story immer wieder auf.

Doch bei der Mission verläuft nicht alles glatt: Die Hyperion kommt mit einer Verspätung von 14 Monaten auf der Raumstation Nexus an. Und auch sonst läuft so ziemlich alles schief: Die anderen drei Archen sind vermisst und die besagte Raumstation befindet sich in einem katastrophalen Zustand. Als wäre das nicht Schock genug, muss die Besatzung feststellen, dass „ihr“ Planet bereits von einer unbekannten Macht besetzt wurde. Eine äußerst spannende Ausgangslage für ein episches Abenteuer.

Durchkämpfen, Soldaten!

Allerdings gestaltet sich der Einstieg in das Rollenspiel ungewohnt zäh – was für Bioware-Titel eigentlich merkwürdig ist. Denn nach einer doch recht plumpen Einführungsmission wird der Spieler in unzählige Dialoge verwickelt. Es vergehen gefühlt Stunden bis endlich Fuß auf einen der lebensfeindlichen Planeten gesetzt werden darf.

Was zudem auffällt: Die Animationen wirken hölzern und die Gesichtsausdrücke deuten nur allzu offensichtlich auf mangelnde Qualitätskontrollen hin. Aber was soll’s: Sobald das Frachtschiff gelandet ist, geht die Action in die Vollen – und die Spielstunden schmelzen dahin. Mittels Jetpack und einem Highend-Buggy bewegt sich Ryder auf dem Wüstenplaneten und erledigt genretypische Kill- und Sammelquests. Das Kampfsystem ist dynamisch und gerade wegen des Jetpacks ist es ein gesunder Mix aus Shooter und Rollenspiel.

Genretypisch darf natürlich auch wieder ordentlich am eigenen Charakter herumgebastelt werden: Je nach eigenem Spielstil werden Talentpunkte verteilt. Alles bekannt, aber immer noch sehr unterhaltsam. Das Jetpack lockert dabei die Gefechte auf. Nur beim Waffenfeedback kommt nicht so ganz Schwung in die Sache. Fast alle Wummen fühlen sich gleich an. Aber da lässt sich ein Auge zudrücken.

Zwischen Licht und Schatten.

Eines vorab: „Mass Effect: Andromeda“ ist sicherlich kein Flop und absolut lohnenswert zu spielen. Für das erste grobe Durchspielen würde ich rund 40 Stunden veranschlagen, je nach dem, wie ausführlich die Nebenmissionen und Begleiterquests gelöst werden, auch locker über 100 Stunden.

Und genau hier ist meiner Meinung nach das große Problem: Manche Nebenmissionen sind wirklich klasse und stechen durch Bioware-würdige Tiefe und überraschende Wendungen und deren Konsequenzen heraus. Das sorgt immer wieder für Begeisterung und Staunen. Doch leider ist gefühlt jede dritte Nebenmission echte Zeitverschwendung und es entsteht der Eindruck, dass hier lediglich versucht wurde, die potentielle Spielzeit zu strecken.

Generell ergibt sich recht schnell ein Gefühl der Routine und dadurch eine gewisse Langeweile. Wer hat schon nach ewigen Dialogen als Mediator Lust, zum vierten Mal zurück auf eine bereits ausgiebig erkundete Welt zu reisen, um dort irgendetwas zu scannen oder ähnliches?! Das hätten sich die Entwickler sparen können. Wer eine gesunde Mischung zwischen Verfolgung der Hauptquest und dem Verweilen in Nebenmissionen findet, wird jedoch seine Freude an dem Game haben. Mein Tipp: Einfach mal ein paar Nebenmissionen links liegen lassen. Dann geht die Mischung aus Erkunden, Dialogen und Action auch weitgehend auf.

Machen wir es also kurz: „Mass Effect: Andromeda“ ist ein gutes Spiel, jedoch kein Highlight des Jahres. Die Menüführung ist stellenweise unnötig kompliziert und Ladescreens beziehungsweise Anreisewege nerven einfach. Die Gefahr sich in Nebenmissionen zu „verlieren“ ist hoch und der Spieler wird leider nicht immer für seine Geduld belohnt. So dass irgendwann einfach der Wunsch eintritt, die Hauptmission zu verfolgen, um endlich wieder Spannung reinzubringen und zu erfahren wie es weitergeht (was zum Glück jederzeit möglich ist – für mich stellt das auch die Rettung des Spiels dar!).

Freunde des Genres werden das Game mögen, Fans der Serie werden wohl nicht vom Hocker gerissen. Doch wie heißt es so schön? Aller Anfang ist schwer. Der Neustart ist gelungen, jedoch hat Bioware sich diesmal definitiv kein Denkmal gesetzt.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.



Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Game-Tipps
Darf’s ein wenig grober sein? Es muss ja nicht immer gleich um eine grafische Offenbarung handeln, wenn neue Videospiele veröffentlicht werden. Diese Titel zeigen, dass die Optik schnell in den Hintergrund rückt, wenn das Konzept stimmt. Willkommen bei unseren Pixelperlen!
Game-Tipp "The Walking Dead: A New Frontier"
Telltale erzählt im dritten Teil der Comic-Versoftung eine emotionale Story, von der sich die TV-Serie ein Stück abschneiden könnte.
Shooter trifft auf Musik, Farben auf Geschick und Reflexe auf Alter. Dieses Konzept bringt die Birne zum Rauchen – und unterhält nebenher noch spitzenmäßig.
Game-Tipp „NieR Automata“
Wenn sich PlatinumGames im Auftrag von Square Enix an eine Fortsetzung des Überraschungserfolgs „Nier“ ran machen, kann Großartiges geschehen. Und in diesem Fall ging die Rechnung vollends auf: Die „Bullet-Hell“-Action kann kommen.