Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Ein Hotel erfindet sich neu
Lifestyle 4 Min. 16.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Dubai

Ein Hotel erfindet sich neu

Das Burj Al Arab ist und bleibt ein Wahrzeichen von Dubai.
Dubai

Ein Hotel erfindet sich neu

Das Burj Al Arab ist und bleibt ein Wahrzeichen von Dubai.
Foto: Shutterstock
Lifestyle 4 Min. 16.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Dubai

Ein Hotel erfindet sich neu

Nathalie RODEN
Nathalie RODEN
Das Burj Al Arab, eines der luxuriösesten Hotels der Welt, symbolisiert den Aufstieg Dubais – und erlebt gerade seinen zweiten Frühling. Auch externe Gäste kommen in den Genuss vieler Neuerungen.

von Christian Haas

Das höchste Gebäude der Welt, die größte Shoppingmall, eine schwarze Indoor-Skipiste, eine eigene Internet City: Dubai ist und bleibt die Stadt der Superlative. Und die Expo 2020 wird dem Übermorgenland weiter Flügel verleihen. Bis dahin werden etwa 100 neue Hotels, vornehmlich im Vier- und Fünf-Sterne-Sektor, den Bestand um rund ein Fünftel erhöhen.

Exklusiv muss alles sein

Das kann man schon heute feststellen, wenn man durch die immer ausuferndere Stadt fährt: Überall wird gebaut. In Rekordtempo. Und mit verschraubten, verspielten, verspiegelten Architekturelementen wird hantiert. 08/15 hat am Golf keine Chance. Kann da ein Hotel, das seit mehr als 16 Jahren und für Dubai-Verhältnisse damit seit einer kleinen Ewigkeit existiert, überhaupt noch mithalten?

Es kann. Wenn es Burj Al Arab heißt und eines der berühmtesten und teuersten Hotels der Welt ist, das berühmteste Dubais auf jeden Fall. Denn der 321 Meter hohe, auf einer künstlichen Mini-Insel gelegene Dreiecksturm, mit der markanten, segelförmigen Silhouette, schaffte es nicht nur ins Guinnessbuch der Rekorde (höchstes Hotelatrium, größtes Butlerteam, höchstes All-Suite-Hotel), sondern auch auf die Cover unzähliger Reiseführer und somit tief ins kollektive Bewusstsein der Tourismuswelt.

Das Burj Al Arab, optisch wie ökonomisch das Flaggschiff der Jumeirah-Hotelgruppe, ist ein Symbol, ein Synonym für Dubai. Und eines, das sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruht. 2016 war das Jahr der großen Neuerungen, das Jahr des zweiten Hotel-Frühlings im Emirat des ewigen Sommers!

Aufwendigster Teil der Schönheitsoperation: Mit der „Burj Al Arab Terrace“ gönnte man sich einen stattlichen Vorbau. Ein schwimmendes Sonnendeck, auf dem zwei Pools, jede Menge Sand und Palmen, 32 klimatisierte Miet-Cabanas samt TV-Sitzecke und Co., ein Restaurant und eine Bar Platz finden.

Charlie Taylor, „Group Director of Brand Communications & Sponsorship“, meint: „Die 10 000 Quadratmeter große Konstruktion aus Stahl und Holz, in Finnland gebaut und per Schiff hierher transportiert, ist bisher einzigartig in Dubai.“ Einzigartig in ihrer Opulenz – manche würden sagen: Dekadenz – ist auch die neu eröffnete „Bar Gold on 27“ im obersten Stockwerk, gleich unterhalb des Helikopter-Landeplatzes.

Jede Menge Gold an Wänden, Sesseln und der Deko sorgen ebenso wie ausgefeilte Lichtinstallationen für eine elegant-sphärische Stimmung, in der sich auch die lokale Oberschicht wohlfühlt. Oberstes Niveau hat indessen auch der Preis. Das günstigste Getränk, ein Espresso, kommt schon auf 30 Dirham, rund acht Euro. Teurer geht freilich auch. Viel teurer. Mit Cocktails aus Gänseleber und Trüffelöl sowie mit Whiskys, die bis zu 600 Euro kosten pro 3-cl-Stamperl.

Die beste Aussicht

Gratis dazu gibt es coole Beats des „Resident DJ Darko De Jan“. Und die Aussicht aufs nächtliche Dubai. Wenngleich das Zentrum rund 15 Kilometer entfernt liegt, ist der Blick von den „Gold on 27“-Sesseln viel erhellender als der vom Restaurant Al Muntaha nebenan.

Zumindest beim Dinner hat man von den meisten Tischen aus nichts vom Meerblick, ferner spiegeln sich in den Fenstern lediglich die Lichtinstallationen, die an einen Computerraum eines frühen James-Bond-Film erinnern – und die erleuchteten Smartphone-Bildschirme mancher Gäste, die offenbar selbst ein rund 200 Euro teures Menü kaum von der Digitalberieselung abhalten kann. Die Empfangsdame am Restauranteingang fragt Einzelgäste ja auch: „Zeitschrift oder Wifi-Code?“

Weder lesen noch daddeln sollten Besucher des Unterwasserrestaurants Al Mahara, das ebenfalls im Herbst neu eröffnet wurde, unter der Leitung des britischen VIP-Kochs Nathan Outlaw. Hier gibt es so viel Besseres zu tun als in Geräte zu glotzen. Etwa in das raumhohe, 280 000 Liter fassende Riesenaquarium (unbedingt nach einem Tisch an selbigem fragen!). Und die fantastische Seafood-Küche genießen, bei der lokale, saisonale und nachhaltig produzierte Zutaten die größtenteils eigens für das Burj Al Arab kreierten Menüs bestimmen.

Outlaws Favorit, das Lobster-Risotto, hat auch den Autor schier umgehauen. Dass das Dessert – in diesem Fall der legendäre „Sticky Toffee“-Pudding – noch eine weitere leichte Steigerung darstellte, lag letztlich nur daran, dass es auf der kleinen Terrasse serviert wurde, unter beleuchteten Palmen, bei Lounge-Musik und mit Blick auf das im Dezember eröffnete „Jumeirah Al Naseem“ am Festland.

Das zeitgenössische, moderne Hotel schließt die Lücke im „Jumeirah-Dreieck“, zu dem auch das familienorientierte „Jumeirah Beach Hotel“ samt Wasserpark zählt. Wem also ein Aufenthalt im Burj zu teuer oder schlicht zu pompös ist – Butler, goldene iPads und Hermes-Badekollektion sind ebenso Standard wie eine eigene Kissenauswahl – oder wer angesichts der überdurchschnittlich guten Auslastung schlicht keine der Doppelstock-Suiten bekommt, steigt lieber dort ab. Praktisch: Dank des jüngst noch mal gepushten digitalen Großprojekts „Jumeirah Inside“ lassen sich via Virtual-Reality-Brille und Web-Rundum-Panos und Videos dennoch Einblicke vom Burj Al Arab gewinnen. srt


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Wahrzeichen und Touristenmagnet: Seit zehn Jahren lockt der 828 Meter hohe Wolkenkratzer Burj Khalifa Besucher nach Dubai.
Am Freitagmorgen wurde im Wirtschaftsministerium der Gewinner des Architektenwettbewerbs für den luxemburgischen Pavillon auf der Expo 2020 in Dubai vorgestellt.
Neujahrstrip nach Dubai
Sehnsuchtsziel Dubai: Zum Jahreswechsel lässt es das schillernde Emirat so richtig krachen - mit einem spektakulären Feuerwerk. Doch ist das allein schon Grund genug für eine Silvesterreise an den Golf? Ein Pro und Kontra.
Zum Themendienst-Bericht von Philipp Laage vom 22. November 2016: Auch am Wasser geht in Dubai an Silvester die Post ab: Das Luxushotel «Burj al Arab» ist Schauplatz eines außergewöhnlichen Feuerwerks. 
(ACHTUNG - HANDOUT - Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher im Zusammenhang mit dem genannten Text und nur bei vollständiger Nennung des nachfolgenden Credits.) 
Foto: Dubai Tourism
Architekten sind sich sicher: Es braucht oft nur wenige Striche, um eine Ikone zu zeichnen. Eins, zwei, drei - fertig ist die stilisierte Form, zum Beispiel die des Eiffelturms oder die des „Burj Al Arab“. Schlagzeilen haben beide Gebäude gemacht, jedes zu seiner Zeit. Das „Burj Al Arab“ in Dubai wird nun im Dezember zehn Jahre alt.
Opulentes Design: Das Innere des Burj Al Arab bekommen nur Hotel- und Restaurantgäste zu sehen - Besichtigungen für Urlauber gibt es nicht.