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Dumm heißt nicht nutzlos
Lifestyle 3 Min. 15.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Einfach-Handys leben

Dumm heißt nicht nutzlos

Farbenfrohes Featurephone: Das Nokia 216 bietet unter anderem Browser, Audioplayer und Kameras auf beiden Seiten. Wie beim Vorgänger Nokia 215 dürfte der Preis bei rund 40 Euro liegen.
Einfach-Handys leben

Dumm heißt nicht nutzlos

Farbenfrohes Featurephone: Das Nokia 216 bietet unter anderem Browser, Audioplayer und Kameras auf beiden Seiten. Wie beim Vorgänger Nokia 215 dürfte der Preis bei rund 40 Euro liegen.
Foto: Hersteller
Lifestyle 3 Min. 15.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Einfach-Handys leben

Dumm heißt nicht nutzlos

Nicht jeder will oder braucht den Minicomputer namens Smartphone in der Hosentasche. Vielen reicht das klassische, heute oft als „Dumbphone“ geschmähte Handy oder auch ein etwas vielseitigeres sogenanntes Featurephone. Und sie haben gute Gründe dafür.

(dpa) - Im Laden von Cem Caliskan reihen sich die Smartphones aneinander. Um ein klassisches Gerät zu finden, muss man den Handyshop-Besitzer gezielt drauf ansprechen. „Ich verkaufe nicht viele von diesen Geräten“, sagt der Unternehmer aus Erkrath. „Aber wenn, dann ausschließlich an Senioren.“ Die Modelle, die Caliskan im Angebot hat, haben große Tasten und sind zum Beispiel mit SOS-Buttons ausgestattet. Damit kann der Besitzer mit nur einem Knopfdruck Hilfe rufen.

„Auch werden diese Geräte meist mit Ladestationen geliefert“, erklärt Caliskan. Damit entfalle das für ältere Menschen doch eher umständliche Anschließen des Ladekabels. Dass die Zielgruppe bei seinen Geräten ziemlich eindeutig ist, zeigen auch weitere Funktionen. So sind die angebotenen Geräte kompatibel mit Hörgeräten, und der Klingelton kann sehr laut gestellt werden. Das war es dann aber auch schon mit den Funktionen: „Viel mehr als Telefonieren und SMS-Schreiben ist mit diesen Geräten für rund 50 bis 80 Euro nicht möglich“, sagt der Experte.

Halb Smartphone, halb klassisches Handy

Zwischen dem klassischen Handy und dem modernen Smartphone gibt es noch die Klasse der sogenannten Featurephones, die etwas mehr können als nur Telefonieren und SMS versenden, aber eben auch nicht frei durch Apps erweitert werden können. „Das sind Geräte, die auch einen Touchscreen haben, aber eben nicht mit den weit verbreiteten Betriebssystemen wie Android oder Apples iOS operieren“, erklärt Ralf Trautmann vom Telekommunikationsportal „Teltarif.de“. Doch wer glaubt, dass diese Geräte nur ein Nischenprodukt kleiner Hersteller sind, der irrt.

„Für diese Featurephones ist der weltweite Markt tatsächlich relativ groß, auch Smartphone-Hersteller wie Samsung oder LG bedienen diese Sparte“, sagt Trautmann. Sogar Nokia-Telefone werden noch produziert - allerdings mittlerweile von Microsoft. Doch die Neuerscheinungen unter den Featurephones finden neben den gefeierten Smartphones meist keine große Beachtung. Selbst die Hersteller verzichten in diesem Bereich in der Regel auf große Ankündigungen oder Vorstellungen.

Große Tasten, Ladeschale, Notrufknopf und Taschenlampe: Das Doro 5030 (ab 45 Euro) richtet sich als klassisches Handy an Ältere, die nur einige wenige Extrafunktionen brauchen.
Große Tasten, Ladeschale, Notrufknopf und Taschenlampe: Das Doro 5030 (ab 45 Euro) richtet sich als klassisches Handy an Ältere, die nur einige wenige Extrafunktionen brauchen.
Foto: Hersteller

Die Zielgruppe bei einfacheren Mobiltelefonen beschränkt sich bei weitem nicht auf Senioren. „Auch Menschen, die lange reisen und deshalb auf hohe Akkulaufzeiten angewiesen sind, oder Handynutzer, die eben nicht ständig ihr teures Smartphone mit sich führen wollen, gehören zu den Käufern solcher Telefone“, erklärt Ralf Trautmann. Und manche Eltern kaufen Featurephones auch als Einsteigergeräte für ihre Kinder.

Davon rät Markus Merkle allerdings ab. Der Mitarbeiter des von der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen mitgetragenen Jugendportals „Handysektor.de“ empfiehlt für die ganz Kleinen spezielle Kinderhandys und danach lieber ein günstiges Smartphone. Schließlich nutzen die Jugendlichen das Gerät eher für Messenger-Apps und soziale Netzwerke. Featurephones unterstützen diese Funktionen nicht unbedingt oder nur eingeschränkt.

Beliebt in Schwellenländern

Allerdings sind auch bei Featurephones die vergleichsweise niedrigen Anschaffungspreise um die 50 Euro durchaus ein Kaufargument. Es gibt auch solche Geräte mit Kameras, E-Mail-Programmen und Browsern zum Surfen im Internet. Aber: „Das Surfen ist ziemlich nutzerunfreundlich und erinnert an die gedrosselte Geschwindigkeit, wenn beim Smartphone das Datenvolumen aufgebraucht ist“, gibt Merkle zu bedenken. Auch die Leistung der Kamera kann mit den meisten Smartphones nicht mithalten. Einige Geräte eignen sich aber durchaus als Musikplayer.

„Featurephones sind etwas für Leute, die mit einem großen Touchscreen nicht gut zurechtkommen und die keinen Wert auf Schnickschnack legen“, fasst Markus Merkle zusammen. Und vor allem eignen sie sich für Nutzer, denen eine lange Akkulaufzeit wichtig ist. Der Hauptabsatzmarkt für Featurephones seien aber nicht Deutschland, Europa oder die anderen westlichen Industrienationen: „Gerade in Schwellenländern, in denen die finanziellen Möglichkeiten der Nutzer begrenzt sind und der Internetausbau nicht so fortgeschritten wie hier zu Lande, dominieren diese Featurephones.“


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