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Duftender Winter: Vor Männlichkeit sprühend
Lifestyle 5 Min. 19.12.2017

Duftender Winter: Vor Männlichkeit sprühend

Lifestyle 5 Min. 19.12.2017

Duftender Winter: Vor Männlichkeit sprühend

Manon KRAMP
Manon KRAMP
Die Lifestyle-Redaktion testet sieben Herrenparfums für die kalte Jahreszeit. Top oder flop - das sehen Sie hier.

Die Lifestyle-Redaktion testet sieben Herrenparfums für die kalte Jahreszeit. Top oder flop - das sehen Sie hier.

„Colonia Mirra“ von Acqua di Parma

Kopf: Zitrusfrüchte, Orangenblüte Herz: Muskat, Myrrhe Basis: Patschuli, Ambra
Kopf: Zitrusfrüchte, Orangenblüte Herz: Muskat, Myrrhe Basis: Patschuli, Ambra

(NW) - Was könnte besser unter den Weihnachtsbaum passen, als der Duft von Myrrhe? Wer seinen (Weihnachts-)Mann zur Festzeit gerne vom passenden Duftbouquet umhüllt haben möchte, hat nun dazu Gelegenheit. Das seit 1916 bestehende italienische Traditionshaus Acqua di Parma hat mit „Mirra“ (Myrrhe) kürzlich ein Eau de Cologne lanciert, dass perfekt in die Winterzeit passt. Eine gekonnt abgestimmte Kombination aus hellen Zitrusnoten und holzig-orientalischen Gewürzaromen, die – heute eine Seltenheit – ausschließlich aus natürlichen Inhaltsstoffen entsteht. Und das merkt man. Wer es natürlich- modern mag, wird diesem Duft erliegen, der – zumindest zur Festtagszeit – auch als „unisex“ gelten darf. Um 180 Euro.

  • Erinnert mich an: die gepflegten, aber doch lässigen Herren aus der Interior-Design-Branche mit ihren schmalen, gut sitzenden, italienischen Anzügen.

„L'Envol – Eau de Toilette“ von Cartier

Kopf: Zitrusnoten Herz: Honigwein, Moschus Basis: Artemisia, Guajak-Holz
Kopf: Zitrusnoten Herz: Honigwein, Moschus Basis: Artemisia, Guajak-Holz

(mk) - Als „L'Envol“ 2016 am Dufthimmel aufging, stand fest: Dies ist mein „All time favourite“-Männerduft. Doch Mathilde Laurents Eau-de-Toilette-Variante braucht den Vergleich mit dem großen Bruder keineswegs zu scheuen. Sie ist nämlich keine verwässerte Kopie des Eau de Parfums, sondern eine Weiterentwicklung um die Dualität zwischen orientalisch- harzigen und weichen, ätherischen Noten. Als Opener umgarnen spritzige Zitrusnoten und leckerer Honig die Nase, um sich dann mit den sinnlichen Aromen von Artemisia und Moschus zu vermählen. Die Kreation hat an Wärme und Tiefe gewonnen und könnte als Unisex-Duft durchgehen, wären da nicht die leisen holzigen Untertöne. Sie prägen die maskuline Seite des Duftes, die mit Eleganz verführt, ohne zu prahlen. Um 70 Euro.

  • Erinnert mich an: warmen Honig und die Rauchkringel eines Räucherstäbchens. 

„Legend Night“ von Montblanc

Kopf: Bergamotte, Muskatellersalbei, Minze Herz: Lavendel, Zeder, Veilchen Basis: Vanille, Patschuli
Kopf: Bergamotte, Muskatellersalbei, Minze Herz: Lavendel, Zeder, Veilchen Basis: Vanille, Patschuli

(nr) - Das holzig-aromatische Eau de Parfum ist bereits die dritte „Legend“- Variante seit dem Jahr 2011 und läuft deshalb Gefahr, dass man ihm kaum noch Beachtung schenkt. Das wäre jedoch ein großer Fehler, denn dieser Flanker zählt definitiv zu den besten Lancierungen der letzten zwölf Monate. Es ist ein klassischer, sexy Ausgehduft, der allerdings so subtil und fein komponiert ist, dass man ihn auch gut tagsüber tragen kann. Das Veilchen verleiht „Legend Night“ eine samtige Pudrigkeit, während frische grüne Noten wie Minze und Bergamotte verhindern, dass der Gesamteindruck schwülstig wird. Dass er nicht sehr dominant formuliert ist – und deswegen manchem Träger eventuell nicht stark genug erscheint – trägt zur ungeheuren Anziehungskraft bei. Um 55 Euro.

  • Erinnert mich an: ein entspannendes Vollbad bei schummrigem Kerzenschein.

„Pure XS“ von Paco Rabanne

Kopf: Zimt, Pflanzensaft Herz: Vanille, weißer Thymian Basis: Myrrhe, Ingwer
Kopf: Zimt, Pflanzensaft Herz: Vanille, weißer Thymian Basis: Myrrhe, Ingwer

(mij) - „Die Düfte von Paco Rabanne, ach das ist doch nur was für 20-Jährige.“ Mit diesen Worten verunsicherte mich vor einigen Jahren eine Parfumverkäuferin. Denn: Auch mit Anfang/Mitte 30 war und bin ich ein großer Fan der Produkte, die den Namen des spanischen Couturiers tragen, an dessen Mode sich kaum noch jemand erinnert. Der Flanker – nach „Black XS“ eine weitere Neuauflage des Klassikers „XS“ von 1993 – reiht sich hervorragend in die bisherigen Kompositionen ein, die mit ihrer schweren Süße den Träger in einen Mantel aus Duftnoten hüllen, der selbst eine lange durchtanzte Nacht (hier kommen wieder die 20-Jährigen ins Spiel) problemlos übersteht. Zimt, Vanille und orientalische Komponenten – das passt auch perfekt zur Weihnachtszeit. Um 60 Euro.

  • Erinnert mich an: die viel zu seltenen Clubnächte in letzter Zeit.

„Gentleman“ von Givenchy

Kopf: Birne, Kardamom Herz: Iris, Lavendel Basis: Patschuli, Leder, Vanille
Kopf: Birne, Kardamom Herz: Iris, Lavendel Basis: Patschuli, Leder, Vanille

(mk) - Dezent frisch, leicht süßlich-floral und dezent aromatisch – der rezente Männerduft von Givenchy versteht sich als Reminiszenz an den gleichnamigen Duftklassiker des Hauses von 1974, der abgesetzt wurde. Doch außer seinem Titel hat der Neuling nichts mit seinem illustren Vorgänger gemeinsam. Das Eau de Toilette mit fruchtiger Birne, pudriger Iris und warmem Patschuli innoviert zwar nicht sonderlich, besitzt aber dennoch einen gewissen Pfiff und eine angenehme Leichtigkeit. Wem die Aufdringlichkeit mancher Männerdüfte unerträglich ist, wird dem Träger dieses Wässerchens danken. Vor allem jungen Nasen, die mit lauten „Alte- Männer-Parfums“ nichts am Hut haben, dürfte die Kreation im massiven Glasflakon gefallen. Um 65 Euro.

  • Erinnert mich an: Elektro- Swing, der alte Melodien und neue Beats mischt. 

„Acqua Colonia Coffee Bean & Vetiver“ von 4711

Kopf: geröstete Kaffeebohnen, Vetiver Herz: n.n. Basis: n.n.
Kopf: geröstete Kaffeebohnen, Vetiver Herz: n.n. Basis: n.n.

(mij) - Dieses Duftwässerchen, das wohl das günstigste unter den vorgestellten sein dürfte, ist nichts für jedermann. Denn bislang hat es sich (leider) noch nicht bis in jedes Bad durchgesprochen: Die neuen „Acqua Colonia“-Unisex- Kompositionen, die dem Kölner Traditionshaus 4711 zu einer kleinen Renaissance verholfen haben, überraschen mit wirklich spannenden Aromenexperimenten. So auch die Saisonvariante mit den Noten von geröstetem Kaffee und Süßholz, die dem klassischen Kölnisch Wasser eine bislang ungekannte Würze verleihen. Leider – und typisch für ein Eau de Cologne – verfliegt der Duft schneller als gewünscht. Daher wohl nur ein Beautyprodukt für Männer, die gerne im Stundentakt nachlegen. Oder genau die perfekte männliche Erfrischung nach der Mittagspause oder dem Besuch im Fitnessstudio. Um 22 Euro.

  • Erinnert mich an: den süßlich- würzigen Aromenmix in meinem Lieblingscafé. 

„212 VIP Black“ von Carolina Herrera

Kopf: Absinth, Anis, Fenchel Herz: Lavendel Basis: Moschus, Vanille
Kopf: Absinth, Anis, Fenchel Herz: Lavendel Basis: Moschus, Vanille

(nr) - „Own the Party NYC“ lautet das Motto, dem sich dieses frischwürzige Eau de Parfum aus der Fougère-Familie verpflichtet hat. Entsprechend rückt nach Rum („212 VIP“), Champagner („212 VIP Rose“) und Vodka („VIP MEN“) nun Absinth als neuer Duftstoff ins Rampenlicht. Entsprechend jung ist die Zielgruppe: vornehmlich feierwütige Partytiger in den Zwanzigern. Der Auftakt ist auffallend explosiv, kitzelt (einen Tick zu stechend) in der Nase und macht müde Geister munter. Zudem scheint der Duft eine kühlende Wirkung zu haben. Ob die Sinne einem hier einen Streich spielen, lässt sich nicht zweifelsfrei sagen. Mit Sicherheit ist es aber kein schlechter Start in die Partynacht. Dass der Duft initial etwas zu aufdringlich daherkommt, sei ihm wohlwollend verziehen – schließlich muss er es im Laufe des Abends und der Nacht noch mit dem Geruch von Vodka Red Bull und Schweiß aufnehmen. Um 57 Euro.

  • Erinnert mich an: meine Unizeit. 



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