Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Drei neue Figurtypen: Barbie bekommt Kurven wie Kim Kardashian
Lifestyle 6 2 Min. 28.01.2016 Aus unserem online-Archiv

Drei neue Figurtypen: Barbie bekommt Kurven wie Kim Kardashian

Lifestyle 6 2 Min. 28.01.2016 Aus unserem online-Archiv

Drei neue Figurtypen: Barbie bekommt Kurven wie Kim Kardashian

Kerstin SMIRR
Kerstin SMIRR
"Eine breitere Auffassung von Schönheit" will Spielzeughersteller Mattel mit seinen neuen Barbie-Modellen vermitteln. Doch ob die Puppe dadurch mehr Freunde gewinnt?

(dpa) - Dieses Profil ist neu: Betrachtet man Barbie von der Seite, wölbt sich unter ihrem Glitzergürtel tatsächlich ein kleines Bäuchlein - genau wie bei vielen Frauen im wirklichen Leben. Nach langer Geheimhaltung hat der Spielzeughersteller Mattel am Donnerstag eine erweiterte Barbie-Linie vorgestellt - ergänzt um die neuen Figurtypen „kurvig“, klein und groß. Und mit einem breitgefächerten Spektrum an Hauttönen, Haarfarben und Frisuren. „Wir haben die Verantwortung, Mädchen und Eltern eine breitere Auffassung von Schönheit zu präsentieren“, sagt Barbie General Managerin Evelyn Mazzocco.

In der Tat zeigt sich eine bislang unbekannte Vielfalt: Neben breithüftigen Barbies mit den typischen blonden Mähnen finden sich zierliche mit asiatischen Zügen, dunkelhäutige, Latino- oder rothaarig-blasse Barbies. Auch eine hochgewachsene Blondine mit Undercut ist im Angebot. Bereits 2015 hatte Mattel die Barbie-Palette um 23 Puppen mit unterschiedlichen Hauttönen und auch einem normalen, flachen Fuß erweitert.

Mit den neuen Formen trägt der Konzern, der bei den weltweiten Verkäufen seiner berühmten Puppe in den vergangenen Jahren starke Umsatzeinbußen hinnehmen musste, nun auch einem sich wandelnden Frauenbild in den USA Rechnung: Mit kurvigen Superstars wie Beyoncé oder Jennifer Lopez, Celebrities wie Kim Kardashian oder auch selbstbewusst-feministischen TV-Stars wie Lena Dunham, bekannt auch durch freizügige Liebesszenen in ihrer amüsanten Serie „Girls“, werden zunehmend auch rundere Frauen zu Vorbildern.

Mütter mehr angetan als ihre Kinder

Trotzdem birgt der Schritt für Mattel auch ein gewisses Risiko. Denn bislang ist Barbie ein 57-jähriges und trotzdem altersloses Symbol des blonden, langmähnigen American Girl. Obwohl ihr seit Jahren Eisprinzessin Elsa aus „Frozen“ den Beliebtheitsrang abgelaufen hat, nennen immer noch 92 Prozent der amerikanischen Mädchen zwischen 3 und 12 Jahren eine Barbie ihr eigen. Und ihr Verkauf in mehr als 150 Ländern weltweit bringt Mattel etwa eine Milliarde US-Dollar (910 Millionen Euro) ein.

In aufwendigen Vorabtests versuchten die Puppendesigner in El Segundo deshalb bei Spieltreffs mit Mädchen und Müttern einzuschätzen, wie die neuen Barbies ankommen. Eine Reporterin des „Time Magazine“ durfte diese heimlichen, unter dem Projektnamen „Dawn“ (Morgenröte) laufenden Tests besuchen.

Dabei schienen die Mütter auf den ersten Blick mehr angetan als ihre Kinder. Eine Siebenjährige, bereits gewöhnt daran, andere durch die Wortwahl nicht zu beleidigen, fand die Puppe ulkig, weigerte sich aber, sie als „dick“ zu beschreiben. „Ich möchte ihre Gefühle nicht verletzen“, antwortete sie der Reporterin schüchtern.

Bisher nur online erhältlich

Es bleibt also offen, ob diese Erweiterung des Barbie-Repertoires die Marke stärkt oder ob die - von kritischen Eltern lang geforderte - Abkehr vom surrealen Körperbau der Original-Barbie zu spät kommt. „Hasser werden sie weiter hassen. Aber wir wollen, dass uns Barbie-Liebhaber künftig noch mehr lieben - und dass vielleicht diejenigen, die negativ eingestellt sind, künftig wenigstens neutral werden. Das wäre schön“, sagt Mattel-Präsident Richard Dickson.

Die neuen Barbies sind seit diesem Donnerstag zunächst nur online zu beziehen und sollen im Laufe des Frühjahrs weltweit auch in den Spielzeughandel kommen. Dort laufen allerdings noch Verhandlungen, weil die neuen und vielfältigen Formen nebst maßgeschneiderter Kleider und Accessoires auch mehr Regalplatz brauchen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Afrolook im Kinderzimmer
Die Frage, wie Puppen aussehen sollen, bietet viel Stoff für Diskussionen – auch Eltern in Afrika kennen das Problem.
HANDOUT - 30.01.2019, Südafrika, Johannesburg: Khulile Vilakazi-Ofosu (l) und Caroline Hlahla, Gründerinnen der Sibahle Collection, stehen vor einigen ihrer Puppen. Neben Puppen mit Afrohaaren stellt ihre Firma auch Puppen mit Albinismus her - einem Pigmentmangel, der sich mit heller Haut bemerkbar macht. (zu dpa-Korr «Afro-Look statt blonder Mähne: Neue Puppen für Kinder in Afrika») Foto: Khulile Vilakazi-Ofosu/Sibahle Collection/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
Barbie wird 60
Am 9. März 1959 wurde in den USA die erste Barbie-Puppe auf einer Spielzeugmesse vorgestellt. Sie hat Millionen - vor allem weibliche - Fans in aller Welt. Doch auch Kritiker gibt es zuhauf.
ARCHIV - 24.02.2017, Bayern, Nürnberg: Barbie-Puppen von 1995 (l-r), 1975, 1983 und 1962 sind im Spielzeugmuseum zu sehen. Die wohl berühmteste Pueppe der Welt feiert am 9. März ihren 60 Geburtstag. (zu dpa "Eine Puppe für fast alle: Barbie wird 60") Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Barbie mit Real-Maßen bald Wirklichkeit?
Spindeldürr trippelt Barbie durch die Kinderzimmer in aller Welt. Doch kaum eine Frau hat die Körpermaße der Puppe. Im Internet werden die Rufe nach einer dicken Barbie deshalb lauter.
Barbie ist spindeldürr; die Wirklichkeit sieht anders aus.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.