Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Diese Streaming-Dienste laufen in Luxemburgs Wohnzimmern

  • Streaming-Portale in Luxemburg
  • Die Alternativen
  • Angriff auf Netflix: Diese "Big Player" drängen in den Markt
  • Grenzenloses Binge-Watching
  • Achtung, Streaming-Falle
  • Streaming-Portale in Luxemburg 1/5
  • Die Alternativen 2/5
  • Angriff auf Netflix: Diese "Big Player" drängen in den Markt 3/5
  • Grenzenloses Binge-Watching 4/5
  • Achtung, Streaming-Falle 5/5

Diese Streaming-Dienste laufen in Luxemburgs Wohnzimmern

Diese Streaming-Dienste laufen in Luxemburgs Wohnzimmern

Diese Streaming-Dienste laufen in Luxemburgs Wohnzimmern


von Jörg TSCHÜRTZ/ 20.04.2019

Bild: pixabay.com

Zappen Sie noch oder streamen Sie schon? Anbieter wie Netflix und Amazon gewinnen immer mehr Anhänger - zum Nachteil klassischer Fernsehsender. Aber welche Online-Videodienste sind hierzulande überhaupt empfangbar? Ein Überblick.

"Was läuft denn heute im Fernsehen?"

Diese Frage hört man im Alltag nicht mehr allzu oft. Stattdessen stellen sich viele Konsumenten ihr Fernsehprogramm über Streaming-Abos lieber selbst zusammen. Im Jahr 2017 nutzten bereits 54 Millionen Menschen in der EU sogenannte "Video-on-Demand"-Dienste – bis 2020 könnten es rund 70 Millionen werden. In Luxemburg sieht bereits jeder fünfte Bewohner täglich oder fast täglich über das Internet fern, sei es über Netflix, Youtube oder andere Videoportale. 

Zwar lässt sich die Mehrheit der Fernsehkonsumenten im Großherzogtum immer noch vom klassischen, linearen TV berieseln. Doch die Streaming-Anbieter dringen in immer mehr Wohnzimmer vor. Nachteil: Das Angebot an Internet-Videodiensten wird immer unübersichtlicher. Um ihre Lieblingsserien, -filme oder -sportsendungen auf Handy, Tablet oder Fernseher zu streamen, bleibt vielen Bewegtbild-Fans nichts anderes übrig, als zwei oder gar drei Abos abzuschließen. 


Noch teilen sich die zwei Platzhirschen auf dem Markt, Netflix und Amazon, den SVoD-Umsatzkuchen ("Subscription-Video-on-Demand") in Europa zu drei Vierteln untereinander auf. Doch nun machen sich andere große Player wie Disney, Apple und Warner klar für das Gefecht um die "Herrschaft der Flimmerkiste" – und setzen damit nicht nur Netflix und Amazon, sondern auch die europäische Film- und Fernsehbranche als Ganzes unter Druck. Orchideenkanäle wie Festival Scope, Mubi oder das luxemburgische Portal VOD.lu sammeln einstweilen die restlichen Krümel vom Kuchen auf. 

"Auf dem Medien-Markt der Zukunft greift nicht mehr die Logik des alten Fernseh-Marktes, sondern die Mechanik des Internetgeschäfts", prophezeit die "Süddeutsche Zeitung". "Wer die Marktführerschaft erringt, wird das Segment bald dominieren, vielleicht sogar ein Monopol erlangen. Dann kann man die Preise diktieren und Kasse machen." 

Bis es so weit ist, versucht das "Luxemburger Wort", Ihnen ein wenig Orientierung im Streaming-Dschungel zu verschaffen. Im Folgenden einen Überblick über jene Videodienst-Plattformen, die bislang (oder womöglich bald) in Luxemburg verfügbar sind – natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. 

1

Streaming-Portale in Luxemburg
Link kopieren

  • Netflix 

    Der Platzhirsch der Streaming-Branche hat in den vergangenen Jahren dank Eigenproduktionen wie "Narcos", "Stranger Things" oder "Better Call Saul" eine große Anhängerschaft gewonnen. Weltweit zählt Netflix bereits mehr als 149 Millionen zahlende Kunden – und auch in Luxemburg ist "Netflix und Chillen" längst zum geflügelten Wort geworden. Besonders die Altersgruppe zwischen 18 und 34, die sogenannten Millenials, loggt sich bei Netflix ein. Das Geld sitzt locker beim börsennotierten Unternehmen aus dem kalifornischen Los Gatos: Allein in diesem Jahr will Netflix acht Milliarden Dollar in neue Produktionen investieren. Neben Filmen und Serien stößt man im Netflix-Katalog auch auf immer mehr Dokumentationen sowie interaktive Titel.

    Kosten: ab 7,99 Euro pro Monat

    Highlights im Katalog:
    Narcos, Stranger Things, Making a Murderer

    Demnächst verfügbar:
    The Society, Stranger Things (3. Staffel), Orange Is The New Black  (7. Staffel)

    Geheimtipp: Quicksand
360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.
  • Amazon Prime Video 

    Den Videodienst des Online-Versandhändlers gibt es im Bündel mit dem Amazon Prime-Abo. Mehr als 100 Millionen Menschen nutzen den Premium-Dienst von Amazon bereits – und erhalten quasi gratis eine Video-Flatrate dazu. Das Basisangebot lässt sich durch verschiedene Channels (BBC iPlayer, GEO, Realeyz, Mubi) erweitern.

    Kosten: 49 Euro pro Jahr (Prime und Prime Video) oder 5,99 Euro monatlich (nur Prime Video) 

    Highlights: Sneaky Pete, The Marvelous Mrs. Maisel, The Taste

    Demnächst verfügbar: Sneaky Pete (3. Staffel), The Man in the High Castle (4. Staffel), Bosch (5. Staffel)

    Geheimtipp:
     This Giant Beast That is the Global Economy

21.2. Wi / TC / PK RTL / Nouvelle Grille Horaire Television /Tele Foto:Guy Jallay
Fernsehgigant RTL kämpft gegen Netflix & Co.
Einst Luxemburger Garagensender ist heute die RTL Group Europas führendes Radio- und Fernsehunternehmen. Um auch in Zukunft bestehen zu können, will RTL digitaler und lokaler werden

  • VoD.lu

    Die heimische Netz-Videothek setzt ähnlich wie Mubi auf Independent-Produktionen. Im Katalog finden sich sowohl Filme junger Talente als auch bekannter Regisseure. Auch wer nach Perlen der luxemburgischen Filmgeschichte sucht, wird hier fündig. Für eine Leihgebühr von 3,99 Euro lassen sich zum Beispiel der Kinohit "Rusty Boys" oder der Dokumentarfilm "Heim ins Reich" von Claude Lahr streamen oder downloaden. Eine Abo-Option ist bislang nicht verfügbar.  

    Kosten: 48-Stunden-Leihe eines Einzeltitels meist 3,99 Euro, Kauf ab 11,99 Euro

    Highlights: Cold War; verschiedene Klassiker mit Luxemburg-Bezug

    Demnächst verfügbar: Sandstern, Pachamama

    Geheimtipp: "Il est un petit pays": Ein filmischer Radiobericht über das Großherzogtum aus dem Jahr 1937
360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.
2

Die Alternativen
Link kopieren

  • Mubi

    Wer bei Netflix, Amazon & Co. allmählich den Überblick verliert oder mit dem dort gebotenen Programm nicht glücklich wird, ist bei Mubi gut aufgehoben. Für 8,99 Euro 
    monatlich stehen Abonnenten des "Online-Kinos" jederzeit 30 handverlesene Filme zum Ansehen und Downloaden zur Verfügung. Neben Hollywood-Klassikern wie "Annie Hall" und "Million Dollar Baby" findet man bei Mubi viele hochkarätige Geheimtipps und preisgekrönte Meisterwerke, fernab des Mainstreams. 

    Kosten: 8,99 Euro pro Monat, 5,99 Euro als Amazon-Prime-Channel, Einzelabrufe 3,99 Euro

    Highlights: Arthouse-Kino, junge und alte Kino-Klassiker 

    Geheimtipp: The Patriot Game
360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.
  • Festival Scope

    Die Plattform richtet sich an Fans der internationalen Filmfestivalszene und wartet mit aktuellen Beiträgen der Festspiele in Locarno, Rotterdam oder Venedig auf. 

    Kosten: Vier Euro pro Film, zum Teil kostenlos

    Highlights: Am Strang, Apprentice, South Is Nothing

    Demnächst verfügbar: Das Programm wechselt gleichlaufend mit dem Filmfestival-Kalender  
360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Weitere Angebote:

  • Youtube Premium 

    Musik hören oder Videos gucken ohne nervige Werbeanzeigen, die dazwischenfunken – das verspricht das Angebot von Youtube Premium. Die Mitgliedschaft ist im ersten Monat gratis, danach kostet sie 11,99 Euro pro Monat. Weitere Vorteile der Youtube-Bezahlschranke: Videos können heruntergeladen und offline genutzt sowie am Handy auch im Hintergrund abgespielt werden. 

  • TV Now

    Die Streaming-Plattform der deutschen Mediengruppe RTL gibt es im Premium-Paket für 4,99 Euro monatlich. Abonnenten können beliebte Serien wie "GZSZ" oder "Alles was zählt" bereits vor TV-Ausstrahlung gucken. Außerdem erhalten Nutzer Zugriff auf das üppig gefüllte Sendungsarchiv. 

  • Eurosport Player

    Sportfans werden auf der bezahlpflichtigen Online-Plattform des Sportsenders mit zahlreichen Livestreams versorgt (ab 3,99 Euro monatlich).   

  • Weitere TVoD-Dienste ("Transactional Video-on-Demand"), die Serien- und Filmjunkies in Luxemburg angeboten werden, sind Apple iTunes Video, Google Play Filme & Serien, Flimmit, Microsoft Movies & TV, Rakuten TV oder Sony Playstation Video. Die Dienste funktionieren ähnlich wie klassische Videotheken, die Angebote und Preise sind relativ ähnlich. Statt einer Flatrate ist jeder Inhalt einzeln zu bezahlen. Die Preise pro Film liegen meist zwischen 0,99 und 6,99 Euro.  
3

Angriff auf Netflix: Diese "Big Player" drängen in den Markt
Link kopieren

BIld: AFP/Valerie Macon
  • Disney will im November 2019 mit dem Streamingdienst Disney Plus an den Start gehen – zunächst nur in den USA. Disney+ soll 6,99 Dollar im Monat kosten und ist damit billiger als das günstigste Abo des Rivalen Netflix. Disney setzt auf sein großes Inhalte-Angebot, um Kunden anzulocken. Der Konzern zieht seine Filme und Serien bei Konkurrenten ab und will sie nur auf der eigenen Plattform streamen. Zu Disney gehören auch das „Star-Wars“-Studio Lucasfilm, der Trickfilmproduzent Pixar ("Toy Story") sowie die Marvel-Studios mit Superhelden-Filmen wie „Avengers“. 

  • Auch Warner hat für 2019 eine neue Plattform angekündigt, die Produktionen der Warner-Tochter HBO wie „Game of Thrones“ umfassen könnte.
Apple geht im Herbst mit Apple TV Plus und Steven Spielberg an den Start.
Apple geht im Herbst mit Apple TV Plus und Steven Spielberg an den Start.
Bild: AFP/Noah Berger
  • Apple hat die Zeichen der Zeit ebenfalls erkannt und will mit einem neuen Angebot namens Apple TV Plus ins Geschäft einsteigen. Der iPhone-Konzern holte sich für seine exklusiven Eigenproduktionen Hollywood-Größen wie Steven Spielberg und J.J. Abrams sowie Stars wie Reese Witherspoon und Jennifer Aniston mit ins Boot. Ab Herbst 2019 soll der neue Dienst verfügbar sein, auch in Europa. 

  • Der Streamingdienst Dazn hat sich auf Live-Sportübertragungen spezialisiert. Das Angebot ist aber derzeit nur in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Kanada und Japan verfügbar. Allerdings können Dazn-Kunden, die ihren Hauptwohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz haben, die Inhalte auch in anderen EU-Staaten – einschließlich Luxemburg – abrufen (siehe Kapitel 3). 

  • Neben Dazn sind auch Sky Ticket, Sky Go, HBO Go, Maxdome, Hulu und Uncut momentan nicht in Luxemburg verfügbar. Das kann sich natürlich in den nächsten Jahren ändern. Über "zukünftige Markteinführungen" wolle man nicht spekulieren, heißt es auf LW-Nachfrage bei Dazn. Sky teilt mit: "Konkrete Pläne zum weiteren Ausbau unseres Angebots in Luxemburg bestehen momentan nicht."
4

Grenzenloses Binge-Watching
Link kopieren

Der Trend zum "Binge-Watching", dem Glotzen bis zum Exzess, wird auch durch neue EU-Regeln verstärkt: Seit vergangenem Jahr können Verbraucher – der Verordnung zur grenzüberschreitenden Portabilität sei Dank – ihre Abonnements für Filme, Serien und Musik im gesamten EU-Raum nutzenWer beispielsweise Kunde von Netflix in Luxemburg ist, kann sich im Urlaub auf Mallorca, Sardinien oder Helgoland in sein Konto einloggen und die selben Inhalte wie zuhause sehen. Weitere mediale Grenzzäune werden in den nächsten Jahren eingerissen: So dürfen Fernseh- und Hörfunkanstalten künftig mehr Inhalte für Zuschauer und Hörer im gesamten EU-Gebiet freischalten. Ein entsprechender Richtlinienentwurf wurde am Montag vom EU-Ministerrat abgesegnet. 

5

Achtung, Streaming-Falle
Link kopieren

Die wachsende Beliebtheit der Internet-Videodienste bleibt auch Ganoven nicht verborgen. Beim Europäischen Verbraucherzentrum Luxemburg (CEC Luxembourg) gingen zuletzt mehrere Beschwerden über mutmaßliche Streaming-Betrüger ein. Von dubiosen Netflix-Attrappen wie Oneflix, Nexostream, Woplay oder Streamba sollten Verbraucher daher die Finger lassen, warnen auch Verbraucherschutzzentralen in Deutschland. 

Die Masche der Fake-Streamingdienste ist meist dieselbe, wie Christoph Neisius von CEC Luxemburg erklärt: Mit dem Versprechen eines Gratis-Zugangs zu aktuellen Filmen und Serien werden Nutzer in die Abofalle gelockt. In den meisten Fällen erbringen diese "Anbieter" gar keine Leistung. Statt kostenlosem Filmvergnügen flattert kurz nach der Anmeldung eine Rechnung von mehreren hundert Euro ins digitale Postfach. Kurz darauf folgen aggressive Zahlungserinnerungen mit Androhung von Inkasso, Gericht, Zwangsvollstreckung, Gerichtsvollzieher und Ähnlichem. "Verbraucher sollten das vermeintliche Jahresabonnement auf keinen Fall bezahlen", sagt Neisius. 

Mit Material von dpa.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Apple kündigt Video-Streamingdienst an
Apple hat am Montag einen eigenen Video-Streamingdienst vorgestellt. In dem Angebot mit dem Namen „Apple TV Plus“ sollen im Auftrag des Konzerns gedrehte Serien und Filme exklusiv verfügbar sein.
CUPERTINO, CA - MARCH 25: Filmmaker Steven Spielberg speaks during an Apple product launch event at the Steve Jobs Theater at Apple Park on March 25, 2019 in Cupertino, California. Apple announced the launch of it's new video streaming service, unveiled a premium subscription tier to its News app, and announced it would release its own credit card, called Apple Card.   Michael Short/Getty Images/AFP
== FOR NEWSPAPERS, INTERNET, TELCOS & TELEVISION USE ONLY ==