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Die Storyteller
Lifestyle 25 7 Min. 31.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Game-Tipps

Die Storyteller

Lifestyle 25 7 Min. 31.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Game-Tipps

Die Storyteller

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Serien sind ja bekanntlich das neue Kino. Die Videospielbranche hat sich dieses Motto ebenfalls seit Jahren zu Herzen genommen: Spannende, lustige und tiefgreifende Geschichten werden als interaktive Abenteuer erzählt – mal leise, mal aufbrausend oder mit reichlich Action garniert.

von Matthias Probst

"Ken Follett: Die Säulen der Erde"

Es gibt einige Bücher, an die erinnere ich mich gerne: Das Mammutwerk „Säulen der Erde“ von Ken Follett gehört sicherlich zu diesem Kreis meiner Favoriten. Umso erstaunter war ich, nachdem ich die erste Ankündigung von Entwickler Deadalic hörte, dass sie jenes Werk als interaktives Abenteuer umgestalten wollen. Keine leichte Aufgabe.

Anfang September bekam ich dann die Antwort, als das erste von insgesamt drei Büchern (jedes Buch enthält wohl sieben Kapitel) veröffentlicht wurde. Die Geschichte um den Bau einer Kathedrale in einem fiktiven, mittelalterlichen Örtchen inmitten einer englischen Grafschaft eignet sich hervorragend als Grundlage für ein spannendes Adventure. In jedem Kapitel der anfangs neun Schauplätze übernehmt ihr die Rolle eines Charakters aus dem Buch: Kenner der Buchvorlage werden sich über Tom Builder, Mönch Philip und Außenseiter Jack als spielbare Figuren sicherlich freuen. Neulinge sollten sich einfach überraschen lassen – Vorkenntnisse sind nämlich nicht gefragt.

Spielerisch geht es ebenfalls ziemlich locker zur Sache: Es müssen zwar immer wieder mal kleine Rätsel gelöst werden, aber wirkliches Kopfzerbrechen werden diese euch nicht bereiten. Eine Jagd-Szene verlangt euch dann sogar etwas Geschick ab. Aber im Großen und Ganzen wird viel geredet – und dabei werden Entscheidungen getroffen. Denn je nachdem, wie ihr euch in Gesprächen entscheidet, gebt ihr der Story einen anderen Verlauf – sehr spannend.

Grafisch machen die „Säulen der Erde“ mit ihren handgezeichneten Figuren einen bezaubernden Eindruck. Nur die Animationen wirken hier und da arg hölzern. Und dennoch: Deadalic hat fürs Erste einen sehr guten Job gemacht. Ich bin schon auf die beiden Fortsetzungsbücher gespannt.

Erhältlich für Xbox One, PS4 und PC

"Life is Strange: Before the Storm"

Die Sorgen und Nöte eines pubertierenden Teenagers – genau damit habt ihr es hier zu tun. Im atmosphärisch dichten Nachfolger der „Life is Strange“-Reihe wird diesmal Chloes Vorgeschichte erzählt. Neueinsteiger sind daher herzlich willkommen, in Chloes Welt einzutauchen, ohne den Vorgänger gespielt zu haben. Allerdings werdet ihr dadurch zwar die ein oder andere Referenz verpassen, aber von der Geschichte her macht das keinen Unterschied.

Wichtig ist jedenfalls, dass Chloe ein (fast) normaler Teenie ist, ohne ihre Fähigkeit, die Zeit zu manipulieren. Dafür hat sie zwei Jahre nach dem Tod ihres Vaters mehr Sorgen als andere Kids in ihrem Alter – was wohl auch der Grund für ihre haarsträubende Rebellion gegen ihre Mutter und deren neuen Freund ist. Die einzige richtige Stütze in Chloes Leben ist ihre beste Freundin Rachel, die im Gegensatz zu Chloe überall beleibt ist. Doch auch ihr Leben gerät bald aus den Fugen…

Spielerisch setzt „Before the Storm“ auf die leisen, zwischenmenschlichen Töne, um die Geschichte voranzutreiben. Durch das Beobachten und Interagieren mit Objekten in der Umgebung setzt sich nach und nach ein Gesamtbild der Situation zusammen. Geschick braucht es dazu keins – nur gute Englischkenntnisse, da die Tonausgabe nur in englischer Sprache daherkommt. Zum Glück gibt es ja noch deutsche Untertitel.

Wie Chloes mit ihren Mitmenschen agiert, lässt die Story jeweils in eine andere Richtung streben. Ein neues Minispielchen bei Diskussionen, in denen Chloe ihr Gegenüber durch geschickte Wortwahl überzeugen muss, lockert den ansonsten gemächlichen Spielablauf etwas auf. Episode 1 von insgesamt 3 erzählt jedoch bereits eine vielversprechende Geschichte, auf dessen Fortführung ich persönlich schon sehr gespannt bin – wenngleich mich Chloes Wutanfälle und dumme Ideen manchmal in den Wahnsinn getrieben haben.

Erhältlich für Xbox One, PS4 und PC

"Guardians of the Galaxy - The Telltale Series"

Habt ihr die Filme über die „Guardians of the Galaxy“ gemocht? Dann seid ihr hier genau richtig. Denn die Telltale-Reihe erzählt nicht etwa einen der Filme nach, sondern entwickelt eine komplett selbstständige Story. Somit kommt es in den fünf Episoden (noch sind nicht alle erhältlich) auch immer wieder zu überraschenden Momenten.

Im Vergleich zu anderen Werken von Telltale darf Hauptakteur Starlord auf sein Jetpack zurückgreifen, was ihm neue Möglichkeiten in der Bewegung gibt. Auf diese Art müsst ihr Schauplätz zusätzlich auch in der vertikalen Ebene untersuchen, was mir anfangs ungewohnt, aber erfrischend vorkam. Zudem kann Starlord hin und wieder Situationen rekonstruieren, falls er mal über eine Leiche stolpert – die Mechanik dürfte Spielern der „Batman“-Reihe vielleicht bekannt vorkommen. Inhaltlich wechselt die Geschichte zwischen dem futuristischen Hier und Jetzt und der Vergangenheit von Starlord auf der Erde.

Für Abwechslung sorgen die Aufträge, auf denen ihr euren Begleiter auswählen dürft. Das hat natürlich wieder Auswirkungen auf den jeweiligen Ablauf einer Mission. In manchen Fällen seid ihr sogar gezwungen, einen neuen Charakter zu spielen, weil Starlord in dem entsprechenden Abschnitt gar nicht auftaucht… Quicktime-Events, in denen die richtigen Tasten innerhalb eines Zeitlimits gedrückt werden müssen, sind natürlich auch wieder mit an Bord. Nur bei der grafischen Präsentation sollte Telltale bald mal nach einem neuen Grafik-Motor Ausschau halten – denn so richtig zeitgemäß wirkt das Gezeigte nicht mehr. Spaß habt ihr damit aber dennoch.

Erhältlich für Xbox One, PS4 und PC

"Batman: The Enemy Within"

Eigentlich sollten durch die verschiedenen TV-Serien, Kinofilme und Videospiele bereits jeder Aspekt des geflügelten Rächers erzählt sein – und im Grunde ist das auch so. Dennoch hat sich Telltale diesmal Batman vorgenommen und im ersten Anlauf der Reihe die Geschichte um den Tod seiner Eltern erzählt – spannende Sache. In der Fortsetzung hat Gothams Held nun ebenfalls mit inneren Dämonen zu tun. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. Allein von der Geschichte her, macht die Reihe einen wirklich interessanten Eindruck – und das sage ich als jemand, der bereits dachte, dass ihn bei Batman nichts mehr von den Socken hauen könnte.

Solltet ihr den Vorgänger gespielt haben, werden eure gesamten Entscheidungen in diesem Spiel berücksichtigt. Ist dies euer erster Telltale-Ausflug nach Gotham-City, dann kann ich euch wärmstens empfehlen, zunächst einen Blick auf den Vorgänger zu werfen – es lohnt sich.

Was diese Reihe von den anderen Telltale-Reihen abhebt, ist die Untersuchung von Tatorten: Sobald der Meisterdetektiv einen Tatort betritt, muss er aus den dort befindlichen Objekten seine Schlüsse ziehen. Die Spielmechanik verrät euch aber schnell, ob Hinweise zusammenpassen oder vielleicht an anderer Stelle besser taugen. Frust wird nicht aufkommen. Am Ende einer Ermittlung präsentiert euch Batman noch einmal das Herausgefundene in zusammenhängender Form als quasi Abschlussbericht.

Was ebenfalls auffällt: „Enemy Within“ spielt sich deutlich actionlastiger als andere Telltale-Teile. Es gibt einige Quicktime-Events, bei denen nicht nur die Zeit knapper bemessen war, sondern auch noch zwei Tasten gedrückt werden wollten – es erfordert eben etwas Geschick, um ein echter Comic-Held zu sein. Auch die Abschnitte, in denen Batman einen vollbesetzten Raum stürmen soll, erfordern schnelles Denken: Denn innerhalb eines Zeitlimits sollt ihr euch im Vorhinein entscheiden, wie ihr welchen Gegner ausschalten werdet. Seid ihr zu langsam, hilft nur ein erneutes Laden. Insgesamt ist die „Batman“-Reihe damit vielleicht die anspruchsvollste Geschichte aus Sicht von spielerischen Qualitäten. Wer es lieber gemütlich mag, sollte einen Blick auf „Minecraft“ werfen.

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"Minecraft: Story Mode, Season 2"

Wem „Minecraft“ kein Begriff ist, der sollte diese Reihe vielleicht überspringen, da sie echt speziell ist. Allerdings habe ich nicht allzu große Sorge, dass das angestrebte Publikum sich nicht auskennt: Denn der „Story Mode“ von „Minecraft“ richtet sich eher an eine jüngere Spielerschaft – sowohl von den Anforderungen her als auch von der Geschichte selbst. Und gerade in dieser Zielgruppe kennt man sich bestens im „Minecraft“-Universum aus.

Aber um was geht es eigentlich? Nach den Ereignissen in Season 1, geht es für Jesse und den Orden des Steins zu neuen Abenteuern über´, nachdem sie ein sagenhaftes Relikt gefunden haben. Wie im Vorgänger müsst ihr auch hier wieder jede Menge Quick-Time-Events bestehen, indem ihr im richtigen Moment die richtige Taste drückt. Schafft ihr das nicht, wird wieder neu geladen – und zwar so lange, bis ihr die Stelle überwunden habt. Frust kommt dabei so gut wie nie auf. Kleinere Rätsel – wenn man sie denn so nennen mag – wurden zur Auflockerung eingebaut.

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