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Die Kamera „ZV-1" von Sony im Redaktionstest
Lifestyle 2 5 Min. 29.05.2021

Die Kamera „ZV-1" von Sony im Redaktionstest

Kompaktes Kraftpaket: Die ZV-1 eignet sich ideal für den Einsatz unterwegs.

Die Kamera „ZV-1" von Sony im Redaktionstest

Kompaktes Kraftpaket: Die ZV-1 eignet sich ideal für den Einsatz unterwegs.
Foto: Matthias Probst
Lifestyle 2 5 Min. 29.05.2021

Die Kamera „ZV-1" von Sony im Redaktionstest

Eine Kamera, die besser filmen als fotografieren kann? Mit Sonys „ZV-1" wagen wir den Selbstversuch und tauchen in die Welt der Vlogger ein.

Von Matthias Probst

Unauffällig, fast schon unspektakulär würde man den kleinen Karton bezeichnen, in dem Sonys Kompaktkamera „ZV-1“ ankommt. Dass darin ein hochmodernes Stück Technik steckt, das sich perfekt an einem Trend aus der digitalen Welt ausrichtet, vermutet man wohl nicht. Sony gab uns die spezielle Kamera für einen Test, der uns sehr überrascht hat – und uns im Geiste sogar wieder etwas jünger werden ließ.

Verlagerung der Zielgruppe

Als heute fast 40-Jähriger bin ich etwas entfernt von den ganz heißen Internet-Video-Trends: Auf YouTube sprießen überall junge Video-Blogger (kurz: Vlogger) aus dem Boden und berichten auf möglichst unterhaltsame Weise über bestimmte Themen oder Produkte. Von Beauty-Tipps über Spieletests bis hin zu absurden Stunts wird alles gefilmt, was irgendwie geht. Persönlich fühle ich mich dafür schon etwas zu alt. Die Generation U30 ist wohl das Herzstück der Vlogger-Szene – Ausnahmen gibt es natürlich zuhauf. An eben jene Zielgruppe richtet sich jedoch Sonys neuste Kompaktkamera „ZV-1“. 

Vor meinem ersten intensiven Test wusste ich vom Leben eines Vloggers aber noch herzlich wenig. Daher ging ich zunächst auf Tuchfühlung mit dem Gerät: Auf den ersten Blick wirkt die „ZV-1“ zwar modern in ihrem fast zeitlosen Design, aber auch eben völlig unspektakulär – auch nachdem ich sie aus dem kleinen Karton befreit habe. Jedenfalls macht sie aber einen sehr hochwertigen Eindruck. Und ich muss zugeben: Es ist schon eine gefühlte Ewigkeit her, dass ich eine echte Kamera in der Hand hielt – die meisten Fotos übernimmt für gewöhnlich mein Smartphone. Umso spannender war dieser Selbsttest.

Ohne große Einführung schnappte ich mir das Gerät und schoss die ersten Bilder. Mit einer Auflösung von 20 Megapixeln gelangen mir ein paar glänzend-scharfe Fotos meines Hundes. Was besonders Spaß dabei macht: Der superschnelle Autofokus sorgt für knackige Tiefenschärfe und beeindruckende Kontraste. Selbst als Hobbyfotograf mache ich damit blendend gute Schnappschüsse. Also in diesem Punkt habe ich bei der „ZV-1“ nichts zu meckern – wovon ich aber ausgehe ... bei einem Preis von rund 800 Euro. Doch was macht die ZV-1 so einzigartig?

Voll im Trend

Die Antwort auf die Frage liegt in der Vlogger-Szene: Sonys „ZV-1“ ist die erste Kamera, die sich ganz speziell an die Wünsche dieser Community richtet. Jeder, der sich gerne selbst filmt, sollte sich hier angesprochen fühlen. Das erklärt auch das schwenkbare Display, das ich im Handumdrehen zu mir ausgerichtet habe, wenn ich mich selbst aufnehme. Ein kleiner Kritikpunkt fließt hier aber schon mal ein: Trotz eines Touchdisplays (für die Einstellung des Autofokus) kann ich mich nicht per Touch durch die Menüs klicken, was die Bedienung im Selfie-Modus etwas umständlicher macht als sie eigentlich sein müsste.

Durch die Anwendung hat sich auch ein weiteres Rätsel für mich gelöst: Neben einem Lithium-Akku und einem Micro-USB-Kabel lag der Kamera auch ein kleiner grauer Puschel bei. Dieser hatte starke Ähnlichkeiten zu einem Hasenschwänzchen. Wenn ich aber öfters draußen unterwegs bin, macht der Puschel durchaus Sinn: Er filtert nämlich Windgeräusche aus dem Video. Somit bin ich auch draußen immer gut zu verstehen. Und das ist erst der Anfang von den kleinen Gimmicks, die Sony Vloggern mit der „ZV-1“ liefert.

Erfreut war ich über den relativ großen Aufnahmeknopf: Damit kann ich bequem meine Videos im Selfie-Modus starten, ohne danebenzudrücken. Aber auch hier muss man erneut betonen: Eine Bedienung per Touch hätte ich als äußerst sinnvoll und bequem empfunden. So muss ich mich durch die Einstellungen per Knopfdruck navigieren – das raubt etwas Zeit und kostet manchmal Nerven. 

Jede Menge Extras für Vlogger

Dass hier alles auf das Filmen ausgelegt ist, zeigt auch der „C1“-Knopf neben dem Auslöser. Drücke ich diesen, dann wird alles im Hintergrund unscharf gezeichnet. Wenn ich also am Filmen bin, ist das ideal, um ungewollte Hintergrundobjekte geschmeidig zu entfernen. Auch der schnelle Autofokus macht sich hier wieder bemerkbar: Halte ich ein kleines Objekt direkt in die Kamera, wird der Fokus darauf scharf geschaltet. Wenn Vlogger beispielsweise Produkte präsentieren, ist das eine ziemlich einfache Art, um die Dinge in Szene zu setzen, ohne die Kamera dabei zu verstellen.


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Die verschiedenen Modi für Filmaufnahmen sprengen schon fast den Rahmen des Tests – hier bleibt wirklich kein Wunsch offen. Als ich mich durch das umfassende Menü geklickt habe, entdecke ich etliche Möglichkeiten, um meine Präsentation auf Band zu verewigen: Von UHD, hochaufgelösten Videos für spätere Thumbnails, Lichtempfindlichkeit für Innenräume, Zeitraffer, Superzeitlupen und speziellen Filtern ist hier die Rede.

Manche der Funktionen sind allerdings mehr Spielerei. Das zeigt beispielsweise die Superzeitlupe. Normalerweise filmt man mit 25 Bildern pro Sekunde. Bei der Superzeitlupe kann man zwei Sekunden lang mit 1.000 Bildern pro Sekunde filmen – also um einiges langsamer als der reale Ablauf. Nur sollte man dabei optimale Vorbereitungen treffen: Fokus ausrichten, Belichtung berücksichtigen und das Objekt genau im Blick haben. Für spontane Superzeitlupen eignet sich das in der Praxis also kaum. Dennoch war ich fasziniert, wie hervorragend dieses Feature funktioniert.

Die Superzeitlupe ist übrigens auch eine gute Funktion, um einen kleinen Schwachpunkt der „ZV-1“ zu verdeutlichen – die Akku-Leistung. Mehr als 20 Superzeitlupen schafft man nicht mit einer Akku-Ladung. Insgesamt stehen zwischen 80 und 90 Minuten zur Verfügung. Das ist natürlich immer noch reichlich Zeit, könnte aber durchaus besser ausfallen.

Fazit

Die Zeit mit der Sony-Kompaktkamera „ZV-1“ war äußerst lehrreich und unterhaltsam. Die Kamera, die deutlich mehr aufs Filmen als aufs Fotografieren ausgelegt ist, punktet in jeder Disziplin. Moderne Video-Blogger bekommen hier wirklich alles geliefert, was das Herz begehrt – für Selfie-Aufnahmen genau das Richtige. 

Allerdings kann man auch auf hohem Niveau meckern: Die Menü-Führung ist durch das fehlende Touch-Erlebnis etwas umständlich geraten. Dennoch ist der Preis von rund 800 Euro durchaus gerechtfertigt, wenn man die technischen Möglichkeiten betrachtet. Eine Alternative hierfür gibt es derzeit nicht, da Sonys „ZV-1“ die Erste ihrer Art ist. Was sich allerdings auf jeden Fall lohnt für (halb)professionelle Vlogger: Ein Selfie-Stick mit kabellosem Auslöser – der macht das Leben wesentlich einfacher. 

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