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Der Renault Mégane Grandtour fährt als Plug-in-Hybrid vor
Lifestyle 4 5 Min. 22.04.2021 Aus unserem online-Archiv

Der Renault Mégane Grandtour fährt als Plug-in-Hybrid vor

Mit seinen ausgewogenen Proportionen und seinem coupéhaften Dach kommt der Renault Mégane Grandtour sehr gefällig daher.

Der Renault Mégane Grandtour fährt als Plug-in-Hybrid vor

Mit seinen ausgewogenen Proportionen und seinem coupéhaften Dach kommt der Renault Mégane Grandtour sehr gefällig daher.
Foto: Renault
Lifestyle 4 5 Min. 22.04.2021 Aus unserem online-Archiv

Der Renault Mégane Grandtour fährt als Plug-in-Hybrid vor

Marc WILLIERE
Marc WILLIERE
Mit dem Renault Mégane Grandtour will das Unternehmen auch halbelektrisch an der Spitze der Kompaktklasse fahren.

Renault treibt die Elektrifizierung seiner Flotte weiter konsequent voran. Bis Ende nächsten Jahres wollen die Franzosen nicht weniger als acht reine Elektrofahrzeuge mit Batteriebetrieb anbieten. Außerdem sind zwölf Modelle mit Hybridantrieben geplant. In letztgenannter Kategorie tut es nun auch die vierte Modellgeneration des Mégane dem City-Flitzer Clio sowie dem City-SUV Captur gleich. Dabei musste die fünftürige Limousine der Kombivariante den Vortritt lassen.

Erstmals in seiner Geschichte seit 1995 hat der dezent geliftete Mégane Grandtour – wie bereits zuvor der Captur – Anrecht auf den gemeinsam von Renault mit seinen Partnern Nissan und Mitsubishi entwickelten E-Tech Plug-in 160. Der Antrieb verfügt zusätzlich zum 67 kW (91 PS) starken 1,6-Liter-Benzinmotor mit Partikelfilter über zwei Elektromotoren mit 25 kW (34 PS) und 49 kW (67 PS) Leistung. Als Systemleistung stehen 116 kW (158 PS) und 205 Newtonmeter zu Buche.

Der Hauptelektromotor ist ins Getriebe integriert, dient dem Antrieb und wechselt die Fahrstufen. Das schwächere Aggregat fungiert als Starter-Generator und sorgt für die ruckfreie Verbindung mit dem Verbrennungsmotor während der Fahrt. Diese ausgeklügelte Technik haben sich die Entwickler beim Formel-1-Team des Konzerns abgeschaut. Sein Hybridantrieb zur Steigerung von Power und Effizienz auf der Rennstrecke war die Antwort auf das 2014 auferlegte Spritlimit.

Lautloser Start

Herzstück des E-Tech Plug-in 160 ist das ebenfalls aus dem Motorsport stammende kupplungslose Multi-Mode-Getriebe. Es verfügt über zwei Fahrstufen für den elektrischen Antrieb und vier Fahrstufen für den Verbrennungsmotor. Je nach Betriebsart, Last und Ladezustand der Lithium-Ionen-Batterie mit 9,8 kWh Kapazität übertragen sechs Gänge allein oder untereinander gekoppelt die Kraft an die Vorderräder.

Rein elektrischer Betrieb ist ebenso möglich wie ein serieller und paralleler Hybrid-Modus sowie das Fahren nur mit Verbrennungsmotor. Beim seriellen Hybrid treibt der Verbrennungsmotor den Generator an, der wiederum den elektrischen Fahrmotor mit Energie versorgt und den Akku lädt. Im Parallelhybridbetrieb wirken Elektromotoren und Verbrennungsmotor zugleich auf den Antriebsstrang, etwa beim starken Beschleunigen. Unabhängig vom gewählten Fahrprogramm startet der Mégane aber immer im Elektromodus.

Stets flott unterwegs

Renault zufolge ist die halbelektrische Motorisierung auf maximale Effizienz ausgelegt. Dafür sorgt mit der Energierückgewinnung beim Verzögern und Bremsen ein weiterer Aspekt der E-Tech-Technologie: Geht der Fahrer in der Fahrstufe D (Drive) vom Gaspedal, wird der Hauptelektromotor zum Generator und wandelt die kinetische Energie in Strom um. In der Fahrstufe B (Brake) wird das Auto noch stärker abgebremst und somit mehr Energie zurückgeführt. Beim sogenannten Ein-Pedal-Fahren bleibt das Bremspedal aber immer betriebsbereit, etwa für eine Gefahrenbremsung.

Mit drei Fahrprogrammen ist der Grandtour ausgestattet. In der Einstellung „Pure“ fährt er im rein elektrischen Modus, wenn seine Batterie ausreichend geladen ist. Im Modus „My Sense” kann der Fahrer einzelne Elemente der vorkonfigurierten Programme mixen und seinen eigenen, individuellen Fahrmodus zusammenstellen. Trotz seiner Technik aus der Formel 1 wird der Familienkombi aber auch im gleichnamigen Modus nicht zum ausgeprägten Sportler. Dank des Zusammenspiels sämtlicher Komponenten ist der immerhin 1.744 Kilogramm schwere Renault aber stets flott unterwegs. Sehr gefällig ist auch sein nicht zu weich abgestimmtes Fahrwerk.

Hohe Werksvorgaben

Ist der Akku nach fast fünf Stunden an der Steckdose komplett aufgeladen, zeigt der Bordcomputer eine Autonomie von 46 Kilometern an. Und verspricht damit auch nicht zu viel. Bei dezenter Fahrweise im Respekt der Geschwindigkeitsbeschränkungen, mit Verzicht auf den dynamischeren Sport-Modus sowie mit Nutzung der stärkeren Rekuperation im B-Modus waren wir während 44 Kilometern rein elektrisch unterwegs. Wie gehabt hielt sich unser Testwagen damit nicht an die weitaus optimistischeren Werksvorgaben mit einer E-Leistung von 56 Kilometern. Etwas höher könnte die Reichweite allerdings schon im reinen Stadtverkehr mit häufigerem Bremsen und damit mehr Rekuperation ausfallen. Die im Produktkatalog versprochenen 65 Kilometer dürften aber ihrerseits illusorisch bleiben.

Den Normverbrauch gibt Renault mit 1,4 Liter je 100 Kilometer an. Zwischen Theorie und Praxis liegen aber auch diesmal Welten: Bei unseren Testfahrten innerorts sowie auf Landstraßen vermeldete der Bordcomputer einen durchschnittlichen Verbrauch von 4,5 Litern Benzin. Von den insgesamt 350 gefahrenen Kilometern legten wir aber immerhin 110 Kilometer rein elektrisch zurück, wofür im Durchschnitt 8,9 kWh verbraucht wurden.


Der Renault Captur setzt auch auf Strom
Kein neues Auto, dafür aber ein neuer Antrieb: Der Captur fährt nun ebenfalls als Hybrid vor - mit Anleihen aus dem Rennsport.

Mit seinen ausgewogenen Proportionen, seinem coupéhaften Dach und seinem dezenten Dachspoiler kommt der Mégane sehr gefällig und elegant daher. Der leicht modifizierten Frontpartie verpassten die Designer neu gestaltete Voll-LED-Scheinwerfer. Kurze Überhänge vorne und hinten sorgen zudem für eine sportliche Anmutung. Am markanten Heck betonen kraftvolle Schultern und lang gestreckte Rücklichter mit dynamischen Blinkern die Breite des Fahrzeugs.

Mehr Fahrerassistenzsysteme

Im Interieur tat sich dagegen eine ganze Menge. Neu sind etwa das Cockpit mit 9,3-Zoll-Touchscreen für das vernetzte Multimediasystem Easy Link und ein digitales Kombiinstrument im 10,2-Zoll-Format. Das Platzangebot ist ausreichend, Großgewachsene müssen sich aber beim Einsteigen im Fond bücken. Nicht sonderlich groß ist das Sichtfeld beim Blick in den Rückspiegel.

Die erweiterte Liste der Fahrerassistenzsysteme umfasst unter anderem den Autobahn- und Stauassistenten. Das teilautomatisierte System kann auf mehrspurigen Straßen den Mégane komplett übernehmen, beschleunigen, bremsen und dem vorausfahrenden Fahrzeug folgen. Die Grundlage hierfür bildet als weitere Innovation der adaptive Tempopilot mit Stop & Go-Funktion. Ebenfalls neu sind der Toter-Winkel-Warner mit Radar- statt wie bisher mit Ultraschallsensoren, die Müdigkeitserkennung und der Querverkehrswarner.

Serienmäßig ist der Mégane nur mit einem Standard-Ladekabel für die heimische Steckdose ausgestattet. Weshalb Renault das Modus-3-Ladekabel, mit dem sich das Modell in drei Stunden an der Wallbox oder an öffentlichen Ladepunkten aufladen lassen soll, nur als Option anbietet, bleibt indes ein Rätsel. Mit einem Basispreis von 37.348 Euro liegt die elektrifizierte Variante deutlich über dem Grandtour mit reinem Verbrennermotor (ab 21.829 Euro).

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