Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Der Reiz der raren Raser
Lifestyle 1 3 Min. 26.06.2020

Der Reiz der raren Raser

Das schwarze Auto: Der Bugatti La Voiture Noire ist ein 1  500 PS starkes Einzelstück und kostet rund 16 Millionen Euro.

Der Reiz der raren Raser

Das schwarze Auto: Der Bugatti La Voiture Noire ist ein 1  500 PS starkes Einzelstück und kostet rund 16 Millionen Euro.
Foto: Bugatti
Lifestyle 1 3 Min. 26.06.2020

Der Reiz der raren Raser

Klar, ein Bentley Continental oder ein Bugatti Chiron sind rare Autos. Doch manchem ist selbst das zu gewöhnlich. Aufwendig modifizierte Kleinserien sollen diese „Not“ kostspielig lindern.

(dpa/tmn) - Wem selbst Nobelautos wie der Bentley Continental oder Supersportler à la Bugatti Chiron nicht mehr rar genug sind, kann zu immer neuen Kleinserien der Autohersteller greifen. „Die basieren oft auf bekannten Modellen, werden aber mehr oder minder kräftig umgebaut“, sagt Dietrich Hatlapa von der Hagi Group in London. „Und während die Stückzahlen bewusst klein gehalten werden, schnellen die Preise in die Höhe“, so der Marktbeobachter.


HANDOUT - Zum Themendienst-Bericht von Thomas Geiger vom 17. April 2020: Die neue Corvette kommt als Cabrio erstmals nicht mit Stoffverdeck. Das neue Hardtop soll in 16 Sekunden im Heck verschwinden können. Foto: Chevrolet/dpa-tmn - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text und nur bei vollständiger Nennung des vorstehenden Credits - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
Cabrio-Neuheiten: Luxus und Sport
Nachdem ihr die Corona-Pandemie den Saisonstart verhagelt hat und sie obendrein alle Mittel in die Elektrifizierung steckt, zeigt die PS-Branche kaum neue Nischenmodelle wie Cabrios. Und wenn, dann oft teure.

Auf den ersten Blick ist das eine klassische Win-win-Situation: Die Besitzer können sich eines besonderen Autos rühmen und genießen maximale Aufmerksamkeit und die Hersteller können bewährte Konstruktionen versilbern und ihre Gewinne mehren. Und das meist sogar ohne Risiko: Denn in der Regel sind solche Modelle bereits verkauft, bevor die Produktion beginnt.

Vom Bacalar will Bentley nur 12 Stück bauen.
Vom Bacalar will Bentley nur 12 Stück bauen.
Foto: Bentley

Doch für den Kunden zahlt sich so eine Investition langfristig nur selten aus, sagt Hatlapa, der weltweit die Preise für Sammler- und Auktionsfahrzeuge analysiert und Indizes für Ferrari und Co. führt wie andere für Aktien: „Ein Auto das heute dreimal so viel kostet wie das Grundmodell, wird als Klassiker und Sammlerstück nicht automatisch dreimal so viel wert sein.“ Die Nachfrage scheint dennoch groß.

Luxuriöses und superschnelles Quartett von der Insel

Allein aus England kommen deshalb bald vier neue Raritäten. Für eilige Genießer hat Bentley den Bacalar angekündigt, den es nur exakt ein dutzendmal geben wird. Er basiert auf dem neuen Continental GT Convertible, wird aber mit einer stark modifizierten Karosserie zum Zweisitzer. Zwar machen die Briten noch keine Angaben zum Preis, werden sich aber mit Sicherheit bei Weitem nicht mit den 232 596 Euro begnügen, die sie für das konventionelle W12-Cabriolet verlangen – selbst wenn der Bacalar sich mit seinen 485 kW (659 PS) leistungsmäßig nur minimal vom Zwölfzylinder-Modell (467 kW/635 PS) abhebt.

Ein Auto das heute dreimal so viel kostet wie das Grundmodell, wird als Klassiker und Sammlerstück nicht automatisch dreimal so viel wert sein.

Dietrich Hatlapa

Ebenfalls stark limitiert ist der Silver Bullet, den die einstige Schwestermarke Rolls-Royce auf Basis des Cabriolets Dawn auflegt. Auch hier verschwindet die Rückbank unter einer speziellen Abdeckung, und auch hier werden die rund 350.000 Euro für das Grundmodell kaum reichen, bestätigt der Hersteller ohne jedoch Details zu nennen.

Extremer Spaß für zwei: Verkleidete Cockpitluken beim offenen Aston Martin V12 Speedster.
Extremer Spaß für zwei: Verkleidete Cockpitluken beim offenen Aston Martin V12 Speedster.
Foto: Aston Martin

Nicht ganz so rar, aber dafür umso rasanter sind die jüngsten Kleinserien von Aston Martin und McLaren: So baut James Bonds Hausmarke gerade 88 Exemplare eines V12 Speedster, der mit 515 kW (700 PS) über 300 km/h Spitze erreicht. Und McLaren setzt 399 Kunden für jeweils 1,7 Millionen Euro im Elva an die frische Luft. Und das kann man in dem Fall wörtlich nehmen. Denn obwohl 599 kW (818 PS) stark und über 320 km/h schnell, gibt es nicht nur kein Verdeck, sondern nicht einmal eine Frontscheibe. Immerhin soll ein spezielles System Luft bei hohem Tempo über das offene Cockpit leiten.


HANDOUT - Zum Themendienst-Bericht von Thomas Geiger vom 17. September 2019: Von der Rennpiste auf die Straße: Mit dem One will Mercedes-AMG in einer Kleinserie Formel-1-Technik mit Hybrid-Modul auf die Straße bringen. Foto: Justin Leighton/Daimler AG/dpa-tmn - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text und nur bei vollständiger Nennung des vorstehenden Credits - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
Sportliche Flitzer unter Strom
Immer mehr Werkstuner und Sportwagenhersteller entdecken die Elektrifizierung - denn für Mercedes, BMW und Audi gibt es nicht einfach nur ein "Weiter so".

Neu ist diese radikale Idee allerdings nicht. Sondern nach dem gleichen Muster hat Rivale Ferrari bereits kurz vor den Briten den Monza SP1 und SP2 vorgestellt. Abgeleitet vom 812 und wahlweise mit einem oder zwei Sitzen zu haben, gibt es auch diese V12-Sportwagen mit 596 kW (810 PS) nur ohne Dach und ohne Scheibe. Zwar nennt Ferrari weder Stückzahlen noch Preise. Doch wenn die Italiener „passionierte Kunden und Sammler“ adressieren, sind die Auflagen in der Regel klein und die Summen auf der Rechnung dagegen umso größer.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

16 Millionen Euro für ein Einzelstück

Ein Dutzend Bentley, 50 Rolls-Royce, 88 Aston Martin oder 399 McLaren – darüber kann ein ungenannter Bugatti-Kunde nur herzlich lachen. Denn wenn er nach über zwei Jahren Wartezeit endlich seine La Voiture Noire bekommt, hat der bis auf den 1103 kW (1500 PS) starken 16-Zylinder nur noch rudimentäre Gemeinsamkeiten mit dem aktuellen Chiron und darf sich nach dem radikalen Komplettumbau mit Fug und Recht als Einzelstück feiern lassen. Dafür musste der Kunde allerdings tief in die Tasche greifen. 16 Millionen Euro machen den seltensten Neuwagen der Welt auch zum teuersten.

Bugattis Basis für diesen Umbau bildet der Chiron: Nicht mehr als zehn Exemplare à knapp drei Millionen Euro sollen vom Centodieci entstehen.
Bugattis Basis für diesen Umbau bildet der Chiron: Nicht mehr als zehn Exemplare à knapp drei Millionen Euro sollen vom Centodieci entstehen.
Foto: Bugatti

Selbst der Bugatti Centodieci wirkt dagegen fast schon gewöhnlich. Dabei ist auch dieser Chiron-Umbau auf zehn Exemplare limitiert und bescheidene acht Millionen Euro teuer, teilt der Hersteller mit. Zum Vergleich: Der auf eine Produktion von 500 Exemplaren ausgelegte Chiron steht mit knapp drei Millionen Euro in der Liste ...

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

BMW 4er Coupé: Provozierend anders
Die neue 4er-Generation will BMW optisch und technisch stärker von der 3er Reihe abgrenzen. Im Oktober startet der neue 4er zunächst als Coupé - Gran Coupé und Cabrio folgen etwas später.
Moderne Autos altern nicht schneller
Die Innovationszyklen im Pkw-Bereich werden immer kürzer. Autos altern dadurch zwar gefühlt schneller, gehören aber nicht so schnell zum alten Eisen.
Photography: Christoph Bauer
Postproduction: Wagnerchic – www.wagnerchic.com
Mobil wie 007: James Bond und seine Autos
Wenn James Bond zum Jahresende in „Keine Zeit zu sterben“ wieder die Welt rettet, sitzt er in einem Aston Martin - natürlich. Die Marke aus England hat dem Agenten viel zu verdanken. Besonders ein Modell.
HANDOUT - Zum Themendienst-Bericht von Fabian Hoberg vom 20. März 2020: Verfolgungsjagd aus «Goldeneye» (1995): Oberhalb von Monte Carlo jagt James Bond in seinem Aston Martin DB5 die Pilotin Xenia Onatopp, die ihrerseits in einem Ferrari F355 GT unterwegs ist. Foto: Aston Martin/dpa-tmn - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text und nur bei vollständiger Nennung des vorstehenden Credits - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++