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Der Ministromer zum Discounter-Preis
Lifestyle 4 Min. 02.07.2022
Dacia Spring

Der Ministromer zum Discounter-Preis

Innerstädtisch kann der Spring Electric überzeugen.
Dacia Spring

Der Ministromer zum Discounter-Preis

Innerstädtisch kann der Spring Electric überzeugen.
Foto: Dacia
Lifestyle 4 Min. 02.07.2022
Dacia Spring

Der Ministromer zum Discounter-Preis

Dacia bietet mit dem Spring Electric ein vollelektrisches Fahrzeug an. Wie dieses sich zum Kampfpreis schlägt, zeigt sich in einer Probefahrt.

Von Magnus Quiring

Vom rumänischen Autohersteller in französischer Hand ist man die vergleichsweise niedrigen Neupreise bereits gewohnt. Nun will Dacia auch auf dem E-Automarkt mitzumischen – die Offensive: das günstigste Elektroauto. Zugegeben, der Preis von 19.329,17 Euro (Ausstattung „Essential“, exklusive Umweltprämie) kann sich durchaus sehen lassen. 

Auch das Exterieur-Design des hochgebockten Kleinwagens ist durchaus als gelungen zu betrachten. Eine moderne Frontpartie mit schmalen LED-Tagfahrleuchten in Kombination mit ausgestellten Radhäusern, unterstreichen den typischen SUV-Look, der dem aktuellen Zeitgeist entspricht. So wirkt der nur 1.770 mm breite Mini-SUV größer als so manch anderes Modell in diesem Fahrzeugsegment. 

Mit der Ausstattungslinie „Expression“ erhalten dann auch Android Auto beziehungsweise Apple Carplay sowie eine Rückfahrkamera Einzug. Das optionale „Pack Orange“ beinhaltet farblich abgesetzte Außenspiegel und weitere Zierelemente, welche dem Spring einen jugendlichen Auftritt verleihen.


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Weniger modern geht es jedoch im Innenraum weiter. Hier wollten oder durften sich die Designer lediglich an Altbewährtem bedienen und die Wahl fiel auf eine graue Hartplastiklandschaft. Lediglich das mittlere Armaturenbrett strahlt dank schwarzem Hochglanzfinish. 

Trotz digitaler Geschwindigkeitsanzeige und 7-Zoll-Touch-Display für Navigation und Smartphone-Verbindung wirkt das Interieur eher wie eine Hommage an die frühen 2000er-Jahre. Dennoch erweist sich das Cockpit in der Praxis als bedienerfreundlich – alles ist selbsterklärend, funktional und gut erreichbar angeordnet. 

Minuspunkte in der B-Note

Ein großes Manko hingegen ist das starre Lenkrad, welches sich weder in der Höhe noch in der Tiefe einstellen lässt. Auch die Vordersitze wissen in puncto Funktionalität nicht zu überzeugen: die starren, polyamidbeschichteten Sitze bieten zum einen keinen Seitenhalt, zum anderen gestalten sich Fahrten an warmen Tagen zu einer schwitzigen Angelegenheit. Auch wenn sich der Beifahrersitz in eine Liegeposition - zum Transport von sperrigen Gegenständen - einstellen lässt, wiegen die Nachteile hier leider schwerer. 

Ein wenig zu dominant scheint das Hartplastik im Inneren des Fahrzeugs.
Ein wenig zu dominant scheint das Hartplastik im Inneren des Fahrzeugs.
Foto: Dacia

Auch mit dem verbauten Lautsprechersystem kommen Musikenthusiasten nicht auf Ihre Kosten, denn die beiden Lautsprecher im Armaturenbrett bringen lediglich die Nachrichten gut rüber. Fairerweise muss jedoch erwähnt werden, dass der Innenraum auch nur dann zu wünschen übrig lässt, wenn man den Dacia in einen direkten Vergleich mit anderen Kleinwagen wie Fiat 500e, Peugeot 208e oder VW e-UP setzt, welche dann allerdings auch gerne mit einigen Tausend Euro mehr zu Buche schlagen.

Die Fahrleistungen des Dacia sind mit 45PS überschaubar, jedoch im urbanen Umfeld definitiv keine Beeinträchtigung. Denn die 50 km/h sind schnell erreicht und der kleine Wendekreis von 9,5 Metern machen den Mini-SUV zum praktikablen Stadtauto. 

Träge geht es hingegen auf der Landstraße oder Autobahn zu, denn zum Erreichen der 100er-Marke benötigt der Stromer ganze 19,1 Sekunden aus dem Stand. Alles jenseits der Landstraßengeschwindigkeit wird zu einem ungemütlichen Fahrerlebnis. Mit einer mageren Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h gehört der Dacia auf die rechte Spur der Autobahn. Auch der Durchzug ist gemächlicher Natur und Überholvorgänge wollen überlegt sein, denn von 60 auf 100 km/h vergehen endlose 15 Sekunden. 

Sparsam unterwegs

Zugutekommt dem Mini-SUV sein Testverbrauch von sparsamen 13,4 kWh. Eine Akkuladung reicht problemlos für 180 Kilometer aus, zuzüglich angezeigter Restreichweite von 30 Kilometer. Spätestens jetzt ist klar: Der Spring versteht sich weder als Pendler-Fahrzeug noch als Reisemobil. Strecken ab 50 Kilometer gestalten sich weniger freudig, denn Lenkung und Fahrwerk zählen nicht zu den neuesten technischen Errungenschaften und der Wagen lässt die Insassen jede Fahrbahnunebenheit spüren.


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Nachdem wir – meist alleine – mit dem Spring gut eine Woche unterwegs waren, wächst uns der kleine Stromer trotz seiner Sparpolitik irgendwie ans Herz. Lokal CO₂-neutral unterwegs, praktische 4 Türen, spritzig im Stadtverkehr sowie ein Kofferraum, der für den täglichen Bedarf mehr als ausreichend ist. 

Das alles lässt auch bei uns nach knapp 400 Kilometern Testfahrt die Frage aufkommen, ob ein Fahrzeug à la Dacia Spring Electric nicht doch ausreicht. Umso ernüchternder ist die Tatsache, dass die Renault-Tochter mit diesem Fahrzeug lediglich einen von fünf möglichen Sternen beim Euro NCAP Crashtest ergattert hat. Das wäre bereits in den 2000er-Jahren ein K.o.-Kriterium gewesen.

Zusammenfassend lässt sich jedoch sagen, dass dieses Fahrzeugkonzept aufgeht. Klein, sparsam, elektrisch und vor allem günstig. Durchaus ein Kandidat für Wenigfahrer, welche in den Kritikpunkten keine Abstriche am sympathischen Mini-SUV machen. Für Fahranfänger bietet der Spring definitiv den preislichen Kaufanreiz, denn 20.392,81 Euro für die umfangreiche „Expression“-Ausstattung - man bedenke die „Clever fueren“-Prämie, welche noch abzuziehen ist - klingen verlockend, jedoch sollte die dürftige Sicherheitsausstattung bei unerfahrenen Fahrern nicht außer Acht gelassen werden. Dadurch kann der Dacia seiner Konkurrenz leider nur bedingt die Stirn bieten.

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