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Der Duft der Freiheit
Lifestyle 3 Min. 27.12.2018

Der Duft der Freiheit

Der Duft der Freiheit

Foto: Getty Images
Lifestyle 3 Min. 27.12.2018

Der Duft der Freiheit

Von der Redaktion getestet: fünf neue Herrenparfums, die nicht nur Naturfreunde begeistern werden.

„Lempicka Homme“ von Lolita Lempicka

 „Lempicka Homme“ von Lolita Lempicka, 50 ml um 59 Euro
„Lempicka Homme“ von Lolita Lempicka, 50 ml um 59 Euro
Foto: Hersteller

(mij) - So gewöhnungsbedürftig wie der aus der Zeit gefallene Flakon – die Verschlusskappe aus Holz scheint aus einem ausgemusterten Stuhlbein gefertigt worden zu sein –, so gewöhnungsbedürftig ist auch „Lempicka Homme“. Der zweite Herrenduft des Hauses Lolita Lempicka nach „Au Masculin“, zumindest wenn man von den unzähligen Flankern absieht, versucht, mit einer äußerst würzigen Kombination zu verführen: Anis und Lakritz geben den Ton an, aber auch Mandel und Vanille treten deutlich hervor. Zusammen ergibt das eine Mischung, die an Weihnachtsplätzchen, genauer gesagt an Anislebkuchen erinnert – und irgendwie auch an die schweren, süßen Düfte, in die sich die Herren der Schöpfung vor 20 Jahren mit Begeisterung hüllten. Wie bei den süßen Leckereien heißt es auch hier: Der eine mag sie, der andere leider nicht. Daher sollte man sparsam mit diesem Duftwässerchen umgehen, damit das Gegenüber nicht gleich zu knabbern beginnt – oder die Flucht ergreift. 

„Wood Essence“ von Bvlgari Man

 „Wood Essence“ von Bvlgari Man, 60 ml um 76 Euro
„Wood Essence“ von Bvlgari Man, 60 ml um 76 Euro
Foto: Hersteller

(nr) - Ein großes Bravo gebührt Meisternase Alberto Morillas: Mit „Wood Essence“ ist dem mittlerweile 68-jährigen Spanier eine moderne Interpretation holzig-aromatischer Herrenparfums gelungen. Statt sich – wie ein Großteil dieser Duftfamilie – auf den Boden des Waldes zu konzentrieren und mit reichlich Moos, Hölzern und Vetiver eine starke Portion Erdigkeit als Inbegriff kerniger Männlichkeit zu verströmen, schweift der olfaktorische Blick auch nach oben entlang der harzigen Stämme bis in die Baumkronen. Vor allem durch das Zusammenspiel von Korianderblättern und Benzoeharz punktet das Eau de Parfum mit cremiger, zart-süßer Grüne, welche unterschwellig an Tee erinnert. Es ist ein überaus gefälliger, um nicht zu sagen freundlich wirkender 365-Tage-im-Jahr-Duft, der eine willkommene Leichtigkeit ausstrahlt, aber dennoch nicht unbemerkt bleibt. Wer auf Geratewohl ein Parfum verschenken will, wird mit dieser Kreation kaum daneben liegen.

„Terre d'Hermès – Eau Intense Vétiver“

 „Terre d'Hermès – Eau Intense Vétiver“, 50 ml um 80 Euro
„Terre d'Hermès – Eau Intense Vétiver“, 50 ml um 80 Euro
Foto: Hersteller

(mij) - Hochphilosophisch geht es bei Hermès zu: „Terre d'Hermès erzählt die Geschichte der Beziehung vom Menschen zur Materie und den Elementen.“ Wer es weniger hochtrabend mag, kann auch einfach sagen: Mit der Abwandlung des Ursprungsdufts aus dem Jahr 2006 setzt Hermès-Hausparfümeurin Christine Nagel einen neuen Schwerpunkt. Tonangebend sind hier drei besondere Ingredienzien: Bergamotte in der Kopfnote, Szechuanpfeffer – der übrigens mit dem herkömmlichen Pfeffer keine Gemeinsamkeiten hat – in der Herznote und Vetiver (Süßgras) in der Basisnote. Das Ergebnis der neuen Verbindung, die einige Ursprungskomponenten beibehalten hat und sich dennoch recht weit von dem holzigen Original entfernt, ist eine ungewöhnlich sinnliche und doch geheimnisvolle Duftkomposition, die sich nur schwer einordnen lässt. Würzig scharf und gleichzeitig zitronig frisch. Etwas für echte Naturburschen und solche, die es gerne mal wären.

„Colonia Sandalo“ von Acquadi Parma

 „Colonia Sandalo“ von Acquadi Parma, 100 ml um 190 Euro
„Colonia Sandalo“ von Acquadi Parma, 100 ml um 190 Euro
Foto: Hersteller

(NW) - Das italienische Parfumhaus Acqua di Parma gehört zu den wenigen Herstellern, die noch immer darauf setzen, für ihre Kreationen weitgehend natürliche Ingredienzen zu verwenden. Namensgeber des „Colonia Sandalo Eau de Cologne Concentrée“ ist dann auch jener Inhaltsstoff, der zu den wertvollsten zählt: Sandelholz. Seine edlen Essenzen werden aus dem ölhaltigen Kernholz des immergrünen Sandelholzbaums gewonnen. Erwähnt wird das unter anderem in Indien beheimatete Gewächs bereits in den Veden und gelangte vermutlich im 11. Jahrhundert mit den Kreuzrittern nach Europa. Ein Hauch von Orient schwingt dementsprechend bei „Sandalo“ mit, das mit frischen Zitrusnoten, Bergamotte, Kardamom und Lavendel zu einer harmonischen und klassisch anmutenden Komposition vereint wurde. Zweifellos der Duft eines Gentlemans, der Wert auf Stil und Qualität legt. Wer die frischen Noten unterstreichen mag, wagt das Layering mit einem passenden Zitrusduft des Hauses.

„Y – Eau de Parfum“ von YvesSaint Laurent

 „Y – Eau de Parfum“ von YvesSaint Laurent, 60 ml um 85 Euro
„Y – Eau de Parfum“ von YvesSaint Laurent, 60 ml um 85 Euro
Foto: Hersteller

(mk) - Die coole Cleanness eines weißen T-Shirts und eines schwarzen Sakkos in ein Parfum umsetzen – dies war das Ziel von Parfumeur Dominique Ropion bei der Kreation von „Y“. In einer„Eau de Parfum“-Variante stattet er dieses Duftkonzept von 2017 nun mit mehr Korpus aus. Dabei startet „Y“ recht knackig mit grünem Apfel, Zitrus und Ingwer – eine ideale Besetzung. Für mich könnten diese Muntermacher ruhig noch etwas länger wirken, werden sie doch von der Süße der Tonkabohne etwas abgemildert, um schließlich mit den Aromen von Geranie, Amber und Vetiver zu verschmelzen. Für den warm-würzigen Unterton zeichnen Zedernholz, Wacholderbeeren und Weihrauch verantwortlich – ein sicherer, wenn auch etwas ausgetretener Pfad, den derzeit etliche Männerdüfte einschlagen. Dennoch weiß „Y“ mit Vielschichtigkeit zu punkten und wird, ob seines knackigen Openers besonders junge Männer als Gefährten gewinnen.


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