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Das sind die neuen Drei-Sterne-Restaurants in Frankreich
Lifestyle 1 3 Min. 28.01.2020

Das sind die neuen Drei-Sterne-Restaurants in Frankreich

Der Japaner Kei Kobayashi kocht im Pariser Restaurant "Kei" auf allerhöchstem Niveau. Nun wurde er mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet.

Das sind die neuen Drei-Sterne-Restaurants in Frankreich

Der Japaner Kei Kobayashi kocht im Pariser Restaurant "Kei" auf allerhöchstem Niveau. Nun wurde er mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet.
Archivfoto: AFP/François Guillet
Lifestyle 1 3 Min. 28.01.2020

Das sind die neuen Drei-Sterne-Restaurants in Frankreich

Vor der Präsentation des neuen Guide Michelin zittern im klassischen Gourmetland Frankreich zahlreiche Spitzenköche. Drei von ihnen kommen nun zu höchsten Ehren.

(dpa/jt) - Der Gastronomieführer Guide Michelin hat im Stammland Frankreich drei Toprestaurants mit einem dritten Stern ausgezeichnet. Unter anderen stieg der für Fisch- und Meeresspezialitäten bekannte Christopher Coutanceau aus der Hafenstadt La Rochelle in die Spitzenliga der französischen Gastronomie auf. Coutanceau macht sich auch für nachhaltige Fischerei stark.

Drei Sterne sind seit Jahrzehnten die Bestnote von Michelin und der Traum zahlreicher Spitzenköche. Die Topauszeichnung erhielten auch Kei Kobayashi aus Paris und Glenn Viel vom „L'Oustau de Baumanière“ in der südfranzösischen Provence. Glenn Viel ist der Enkel der französischen Kochlegende Raymond Thuilier und schlägt mit seinen Kreationen (Lamm, Taube im Heu) einen Bogen zwischen der traditionellen Küche der Alpilles und der Moderne.

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Kobayashi bezeichnete sich einmal als einen „Japaner, der französische Küche macht“. Laut Michelin ist er der erste Japaner, der die Spitzenauszeichnung in Frankreich erhalten hat. Er begeistert seine Gäste vor allem mit Kreativität und moderner Ästhetik, schreibt slate.fr: "Sein Repertoire ist einzigartig." Die Michelin-Tester überzeugte er unter anderem mit knackigem Gemüse, einer Rucola-Mousse und schottischem Räucherlachs.

Insgesamt tragen in Frankreich 628 Restaurants entweder einen, zwei oder drei Sterne. 29 Spitzenlokale tragen in Frankreich die Topnote, in Luxemburg noch keines. Der kürzeste Weg aus Luxemburg zu einem Drei-Sterne-Restaurant führt zum "Victor's Fine Dining by Christian Bau" im saarländischen Perl oder ins "Waldhotel Sonnora" in Dreis bei Wittlich (Rheinland-Pfalz). Wer eher nach Frankreich tendiert, für den ist das "Assiette Champenoise" in Reims eine Option. Oder man reserviert einen Tisch in einem der neun Michelinstern-gekrönten Restaurants in Luxemburg.

Debatten um Bocuse-Erbe

Michelin hatte bereits vor dem Branchenspektakel mitgeteilt, dass die „Auberge du Pont de Collonges“ des 2018 gestorbenen Küchenpapstes Paul Bocuse ihren dritten Stern verliert und künftig nur noch zwei Sterne hat. Das hat zu großen Debatten geführt, denn das Stammhaus von Bocuse in der Nähe von Lyon trug seit 1965 ununterbrochen die Bestnote, zudem galt Bocuse lange als Inkarnation der französischen Spitzenküche.

Es kann passieren, dass wir eines Tages weniger in Form sind als an einem anderen Tag. Das ist nur menschlich.

Yannick Alléno

In der Debatte um das Erbe der Küchenlegende plädierte Starkoch Yannick Alléno für mehr Gelassenheit. „Paul Bocuse hätte erneut die Ärmel hochgekrempelt und gekämpft. Paul war ein Kämpfer“, sagte der 51 Jahre alte Alléno der Deutschen Presse-Agentur. „Es kann passieren, dass wir eines Tages weniger in Form sind als an einem anderen Tag. Das ist nur menschlich.“

Der französische Starkoch Yannick Alléno.
Der französische Starkoch Yannick Alléno.
Foto: Christian Böhmer/dpa

Die Spitzenküche sei wie Spitzensport. „Jeden Tag gibt es Wettbewerber, jeden Tag muss man Weltmeister sein“, sagte Alléno. Er führt in seinem Heimatland zwei Drei-Sterne-Häuser: eines im Pavillon Ledoyen in Paris nahe den Champs-Elysées („Alléno Paris - Pavillon Ledoyen“) und das „1947“ im Wintersportort Courchevel.


The 2020's Michelin Red Guide, the oldest European hotels and restaurants reference guide is pictured, on January 21 , 2020, in Paris. (Photo by JOEL SAGET / AFP)
„Guide Michelin“: Krieg der Küchensterne
Die Wertungen des französischen „Guide Michelin“ stoßen bei Köchen auf Gegenwehr. Auslöser waren unter anderem Herabstufungen einiger Spitzenadressen mit Tradition.

„Michelin-Sterne werden nicht vererbt, man muss sie sich verdienen“, lautet ein oft wiederholtes Motto vom Guide-Michelin-Chef Poullennec. Er leitet den „Guide rouge“, wie der Führer in Frankreich auch genannt wird, seit September 2018. Michelin entzog schon im vergangenen Jahr drei Edelrestaurants die Topnote. Der Restaurantführer blickt auf eine 120-jährige Tradition zurück.

Bocuse starb vor zwei Jahren im Alter von 91 Jahren. Er gehörte zu den Vertretern der „Nouvelle Cuisine“, einer Bewegung damals junger Köche, die die französische Küche entstauben wollten. Sein Kollege Marc Haeberlin berichtete einmal, dass auch Bocuse vor dem Erscheinen des Gourmetführers bis ins hohe Alter hinein stets unruhig gewesen sei. 

Michelin zeichnete zum ersten Mal „Chefs“, wie Spitzenköche in Frankreich heißen, für ihre Anstrengungen für eine nachhaltige Gastronomie aus.

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