Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Das können Passwortmanager: Hilfsmittel oder Sicherheitsrisiko
Lifestyle 2 Min. 13.11.2016

Das können Passwortmanager: Hilfsmittel oder Sicherheitsrisiko

Hoher Komfort: Mit nur einem Klick können sich Nutzer von Passwortmanagern auf vielen Accounts anmelden.

Das können Passwortmanager: Hilfsmittel oder Sicherheitsrisiko

Hoher Komfort: Mit nur einem Klick können sich Nutzer von Passwortmanagern auf vielen Accounts anmelden.
Foto: dpa/tmn
Lifestyle 2 Min. 13.11.2016

Das können Passwortmanager: Hilfsmittel oder Sicherheitsrisiko

Ein Passwort für alle Konten im Internet: Das bieten Passwortmanager. Doch viele Sicherheitsexperten raten von diesen Hilfsmitteln ab. Denn ihre Nützlichkeit ist zugleich ihr größter Makel. Eine Übersicht zu Stärken und Schwächen.

(dpa/tmn) - Wer viele Accounts bei Plattformen im Internet hat, kennt das Problem: Für alle das gleiche Passwort zu nutzen, ist unsicher. Wird einer der Accounts gehackt, probieren die Datendiebe das gekaperte Passwort häufig auch bei anderen Plattformen aus. Darum sollten Verbraucher für jeden Account ein eigenes Passwort vergeben - was aber eine Herausforderung fürs Gedächtnis ist.

„Üblicherweise können sich Leute Passwörter schlecht merken“, sagt Thorsten Strufe, Professor für Datenschutz und Datensicherheit an der TU Dresden. Das führt dazu, dass sie dazu tendieren, schlechte Passwörter zu nutzen, die nicht besonders sicher sind.

Passwortmanager als Hilfe und Gefahr

Dieses Dilemma sollen Passwortmanager lösen. In solchen Programmen speichern Nutzer ihre Passwörter verschlüsselt ab - ohne das Risiko, sie zu vergessen. Für den Zugriff auf die Passwortliste müssen sich Nutzer nur ein einziges Passwort merken - das Masterpasswort.

Die Vorteile der Manager liegen auf der Hand: Man kann komplexere Passwörter wählen. Außerdem liegen sie alle an einer Stelle gespeichert. Genau darin liegt aber auch der große Nachteil, erklärt Ronald Eikenberg von der Fachzeitschrift „c't“: „Es gibt einen Angriffspunkt, zum Beispiel für einen Trojaner.“ Sobald ein PC mit einer solchen Schadsoftware infiziert ist, könne der Trojaner unter Umständen das Masterpasswort ausspähen. Dann sind alle in der Datenbank abgespeicherten Zugangsdaten in Gefahr.

Die Manager seien ein interessantes Angriffsziel für Hacker, sagt Prof. Strufe: „Dort greifen sie auf einen Schlag viele Passwörter ab.“ Andererseits können die Programme dazu beitragen, dass Nutzer für ihre Dienste schwierigere Passwörter wählen.

Sichere Passwörter haben einen Nachteil: Sie sind nur selten leicht zu merken. Passwortmanager schaffen hier Abhilfe. Anwender speichern dort alle ihre Passwörter ab.
Sichere Passwörter haben einen Nachteil: Sie sind nur selten leicht zu merken. Passwortmanager schaffen hier Abhilfe. Anwender speichern dort alle ihre Passwörter ab.
Foto: dpa/tmn

Ihr Masterpasswort, also den Schlüssel zum Passwort-Safe, müssen sich Anwender selbst ausdenken. Damit es als sicher gilt, sollte ein Passwort mindestens acht Zeichen lang sein, Groß- und Kleinbuchstaben sowie Zahlen und Sonderzeichen enthalten. Und es sollte nicht im Wörterbuch zu finden sein. Leichte Merksätze helfen beim Erstellen.

Off- und Onlinemanager

Passwortmanager gibt es in zwei Varianten: offline und online. Bei Offline-Programmen - zum Beispiel Keepass - liegen die Daten auf dem Nutzerrechner, während Internet-Dienste - zum Beispiel Lastpass oder 1Password - die Datenbank mit den Passwörtern verschlüsselt auf einem Server speichern.

Mit den Online-Managern haben Nutzer recht einfach Zugriff von allen Geräten - ob Rechner, Tablet oder Smartphone. Offline muss der Nutzer die Passwortdatei von Hand hin und her kopieren: zum Beispiel, um die Liste vom Rechner auf das Smartphone zu übertragen.

Oft lassen sich Passwortmanager über Plugins genannte Zusatzprogramme mit dem Browser verzahnen. Damit können auf vielen Anmeldeseiten die entsprechenden Passwörter automatisch übernommen werden. Dafür müssen Anwender nur einmal ihr Masterpasswort eingeben. Das erhöht den Komfort.

Auf USB-Sticks gepackt, haben Nutzer die Passwort-Datenbanken auch unterwegs dabei. Den Stick an einen beliebigen Rechner anzuschließen, hält Ronald Eikenberg aber für keine gute Idee: Auf fremden Computern könnten Trojaner verborgen sein.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

App oder Eselsbrücke: So behält man Passwörter
Eine PIN fürs Handy, ein Passwort für die E-Mails, eins für den Computer. Viele Menschen sind davon genervt und fühlen sich überfordert. Dabei gibt es Hilfsmittel, wie man sich die Passwörter merken kann.
Passwort-Wahl: Die fünf schlimmsten Fehler
Ja, viele Passwörter zu behalten, ist anstrengend. Und wenn sie sicher seien sollen, wird es nicht einfacher. Allerdings gibt es auf dem Weg zu einem guten Passwort einige Fehler, die man tunlichst vermeiden sollte.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.