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Das iPhone 6S und 6S Plus im Praxistest: Drück mich ganz fest
Neues Telefon, neue Preise. Das ohnehin schon recht kostspielige iPhone wird noch einmal teurer.

Das iPhone 6S und 6S Plus im Praxistest: Drück mich ganz fest

dpa-tmn
Neues Telefon, neue Preise. Das ohnehin schon recht kostspielige iPhone wird noch einmal teurer.
Lifestyle 8 3 Min. 23.09.2015

Das iPhone 6S und 6S Plus im Praxistest: Drück mich ganz fest

Auf den ersten Blick kann man die neue iPhone-Generation nicht von den Vorgängermodellen unterscheiden. Dennoch hat Apple eine Menge geändert. Mit 3D Touch bietet das iPhone nun ein neues Bedienkonzept. Außerdem überzeugt es mit einer hervorragenden neuen Kamera.


(dpa/tmn) - Selbst Experten werden rein äußerlich keinen Unterschied zwischen dem iPhone 6S oder 6S Plus zu den Modellen aus dem Vorjahr ausmachen. Nur das „S“ im Aufdruck auf der Rückseite verrät den sonst unsichtbaren Unterschied. Trotzdem wirbt Apple mit der Behauptung „Das einzige, was sich geändert hat, ist alles“. Das klingt widersprüchlich, trotzdem steckt im Apple-Spruch ein wahrer Kern.

In der Form unverändert, verwendet Apple in den beiden S-Modellen nun eine härtere Legierung („Aluminium 7000“), die sonst in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz kommt. Geschichten über verbogene iPhones sollen sich so nicht wiederholen. Das iPhone 6S Plus ist dadurch etwas schwerer geworden und bringt jetzt 192 statt 172 Gramm auf die Waage. Auch das iPhone 6S hat zugelegt, von 127 auf 143 Gramm.

Nicht nur das Gehäuse, auch das neue Display sorgt für ein Plus an Gewicht. Bei Größe und Auflösung hat sich nichts geändert, eine Folie über dem Bildschirm erkennt nun, wie stark man auf das Display drückt. Apple nennt das „3D Touch“. Tippt man auf ein Symbol oder eine Textstelle etwas kräftiger, wird eine neue Funktion ausgelöst. Bei den App-Icons erscheint ein Kontext-Menü zum Aufrufen besonders häufig genutzter Funktionen. Per 3D Touch auf die Kamera-App kann so mit einem Tipp der Selfie-Modus der Kamera gestartet werden.

Viel Neues

Diese „Quick Actions“ bietet Apple quasi für alle seine Apps an. Bei der Foto-App führt die Abkürzung beispielsweise direkt zu den neuen Fotos, in Mail werden Mitteilungen der VIP-Kontakte schneller angezeigt als zuvor, und bei der Karten-App gibt es für die Navigation nach Hause eine Abkürzung. Bislang waren dafür viele Wischer und Tipper nötig. Neu ist auch „Peek and Pop“, was man mit „Reinschauen und Aufmachen“ übersetzen kann. Mit „Peek“ kann man etwa in der Mail-App mit einem leichten Druck kurz in Mails reinschauen. Mit weiteren Wisch-Gesten wird die Nachricht weitergeleitet, als gelesen markiert oder gelöscht. Ein kräftiger Druck („Pop“) öffnet sie.

Neu ist auch der A9-Prozessor, der rund 70 Prozent schneller als der Vorgänger werkelt. Die Grafik-Leistung soll um 90 Prozent gestiegen sein. In der Praxis bemerkt man das vor allem beim ersten Aufruf der Apps: Sie starten nun häufig mehr als doppelt so schnell. In dem A9-Chip steckt nun auch der M9-Coprozessor, der zuvor getrennt verbaut war. Mit dieser Konstruktion konnte der Stromverbrauch gesenkt werden, so dass die „Hey Siri“-Funktion nun auch ohne angeschlossenes Ladekabel funktioniert.

Den größten Sprung nach vorne machen die beiden neuen iPhone-Modelle bei der Kamera. Apple verwendet für die Hauptkamera nun jeweils einen 12-Megapixel-Sensor (statt bislang 8 Megapixel), bei der Selfie-Kamera sind es nun 5 (statt der zuvor mageren 1,2) Megapixel. Zwar bieten manche Smartphones wie das Sony Xperia Z5 oder die neuen Telefone von Gigaset höhere Pixelzahlen. Die Qualität einer Smartphone-Kamera lässt sich aber nicht alleine an der Pixelzahl festmachen. Die neue iPhone-Kamera überzeugt mit scharfen und detailreichen Fotos, natürlichen Farben und geringem Farbrauschen bei wenig Licht. Beim 6S Plus sorgt ein optischer Bildstabilisator dafür, dass die Aufnahmen nicht verwackeln und längere Blendenöffnungszeiten in der Dämmerung möglich sind. Neu sind auch die Aufnahmen mit der „Live Photo“-Funktion. Sie ermöglichen statt eines Standbildes dreisekündige Clips - allerdings nur für Apples neueste Geräte. 

Die Batterielaufzeit entspricht den Werten beim iPhone 6: Das iPhone 6S machte im Test - wie von Apple versprochen - nach über elf Stunden durchgehender Videowiedergabe schlapp und erzielte mit zwölf Stunden beim Surfen über WLAN sogar eine Stunde mehr als von Apple behauptet. Das Plus-Modell hielt beim Surfen rund 13 Stunden lang durch.

Fazit

Mit dem neuen Bedienkonzept 3D Touch und der überragend guten Kamera gibt Apple den Kunden mindestens zwei handfeste Gründe für das Upgrade oder den Umstieg auf die beiden neuen iPhones. Allerdings hat das auch seinen Preis. Das iPhone 6S wird mit 16 Gigabyte Speicher von Apple für 739 Euro verkauft. 64 Gigabyte kosten 110 Euro mehr, 128 GB weitere 110 Euro Aufschlag. Das iPhone 6S Plus kostet jeweils 110 Euro mehr als das entsprechende iPhone 6S (849, 959 und 1069 Euro).


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